Gesundheit

Grundlage für Gesundheit

© Foto: Flickr/Marcy Kellar
© Foto: Flickr/Marcy Kellar

Nach der Ottawa Charta von 1986 wird Gesundheit von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt. In diesem Sinne fördert die Bio-Landwirtschaft auf vielen Ebenen die Gesundheit unserer Gesellschaft – vom Verzicht auf wertmindernde Inhaltsstoffe in Lebensmitteln über die Verringerung der CO2-Emissionen bis hin zur artgerechten Tier- und Pflanzenhaltung.

Gesund Leben mit biologischen Lebensmitteln

Bio-Lebensmittel enthalten neben Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten auch eine besonders hohe Anzahl an sekundären Pflanzenstoffen. Dazu zählen Antioxidantien, die Oxidationsprozesse im Körper hemmen und das Immunsystem stärken. Dabei beinhalten Bio-Produkte weniger Schwermetalle und Pestizidrückstände als konventionell hergestellte Lebensmittel. So trägt eine bewusste Ernährung mit biologisch erzeugten Lebensmitteln neben ausreichender Bewegung zu einem gesunden Lebensstil bei.

Ein gesundes Biom

Wir nehmen täglich über die Nahrung eine unglaubliche Vielfalt an Mikroorganismen auf. Jeder Mensch trägt etwa 100 Billionen Mikroben (Biom) in und auf seinem Körper. Die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Biom sind vielfältig und sensibel. Bakteriengemeinschaften im Darm sind dabei besonders wichtig für unsere Gesundheit und das Immunsystem. In der konventionellen Landwirtschaft beeinflussen Schadstoffe, wie Nitrate, Pestizide, Antibiotika oder Schwermetalle das Ökosystem – und damit auch die Bakterienzusammensetzung unseres Bioms. Die biologische Landwirtschaft verzichtet deshalb bewusst auf den Einsatz von wertmindernden Inhaltsstoffen und fördert die Verbreitung natürlicher und gesunder Bakterienkulturen.

Impulse für die Gesundheitsforschung

Die Auswirkungen verschiedener Schadstoffe auf unser Biom und unsere Gesundheit sind derzeit ein brisantes Thema, das in zahlreichen Forschungsprojekten untersucht wird. Ein Zusammenhang zwischen den klassischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Mellitus, Übergewicht und Hypertonie und den in konventionellen Lebensmitteln enthaltenen Schadstoffen scheint gegeben. Die Debatte um Bio-Produkte hat wichtige Impulse für die Forschung gegeben und das Thema Gesundheit und Ernährung fest in der Gesellschaft verankert.

 

Quellen

  • Baranski M, Srednicka-Tober D, Volakakis N, Seal C, Sanderson R, Stewart GB, Benbrook C, Biavati B, Markellou E, Giotis C, Gromadzka-Ostrowska J, Rembialkowska E, Swarlo-Sonta K, Tahvonen R, Janovska D, Niggli U, Nicot P, Leifert C (2014): Higher antioxidant and lower cadmium concentrations and lower incidence of pesticide residues in organically grown crops: a systematic literature review and meta-analysis. British Journal of Nutrition, online, doi: 10.1017/S0007114514001366. Abrufbar unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24968103
  • Li R, Khafipour E, Krause DO, Entz MH, deKievit TR, Fernando WGD (2012): Pyrosequencing reveals the influence of organic and conventional farming systems on bacterial communities. PLOS ONE 7(12): e51897. doi: 10.1371/journal.pone.0051897
  • Leff JW, Fierer N (2013): Bacterial communities associated with the surfaces of fresh fruits and vegetables, PLOS ONE 8(3). E59310. doi: 10.1371/journal.pone.0059310
  • Chhabra R, Kolli S, Bauer JH (2013): Organically Grown Food Provides Health Benefits to Drosophila melanogaster. PLOS ONE 8(1): e52988.

 

Zusatzstoffe

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© Foto: BIO AUSTRIA

Weniger ist mehr

Im Bio-Bereich werden weniger als 10% der im konventionellen Bereich erlaubten Zusatzstoffe eingesetzt. Daher enthalten Bio-Lebensmittel kaum Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Farbstoffe und künstliche Süßstoffe. Grundsätzlich müssen alle landwirtschaftlichen Zutaten aus zertifizierter, biologischer Landwirtschaft stammen. Darüber hinaus wird bei der Verarbeitung von Bio-Produkten weitgehend auf Zusatz- und Hilfsstoffe verzichtet, sofern diese für die Herstellung nicht unbedingt notwendig sind. Dieser bewusste Verzicht auf Zusatzstoffe trägt auch wesentlich zur hohen Qualität von biologischen Lebensmitteln bei.

Erlaubte und verbotene Zutaten

In der EU-Bio-Verordnung sind alle erlaubten Zutaten aus konventioneller Landwirtschaft vollständig aufgelistet. Zusätzlich gibt es eine kleine Zahl an Zutaten nicht landwirtschaftlichen Ursprungs, die ebenfalls verwendet werden dürfen. Der Einsatz von Geschmacksverstärkern oder synthetischen Farbstoffen ist in der Bio-Landwirtschaft jedoch streng verboten.