Ist Bio wirklich teurer?

© Foto: BIO AUSTRIA/Stephanie Golser
© Foto: BIO AUSTRIA/Stephanie Golser

Bio-Produkte – ihren Preis wert:

Die biologische Wirtschaftsweise ist um einiges aufwändiger als die konventionelle. Die Erträge auf den Äckern sind beispielsweise durch den Verzicht auf leichtlösliche mineralische Düngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel um 20 bis 40 % geringer.

Die Bio-Richtlinien fordern besonders tierfreundliche Haltungssysteme, die häufig mit höheren Investitionskosten verbunden sind: verpflichtender Auslauf, ausreichend Tageslicht, bei Rindern ab einem gewissen Tierbestand Laufställe etc. Außerdem wachsen Bio-Tiere langsamer: Bio-Masthühner beispielsweise mindestens doppelt so lange bis sie schlachtreif sind. Das führt zu höheren Futterkosten, weniger Durchsatz im Stall und somit zu höheren Produktionskosten für die Bauern.

Die Verarbeitung von Bio-Produkten erfolgt oft in kleineren Chargen und händisch, die Bio-Zutaten sind teurer, was auch hier höhere Produktionskosten bedingt.

In Summe müssen Bio-Produkte daher für die Konsumenten und Konsumentinnen teurer als konventionelle Vergleichsprodukte sein, wenn sie den Erzeugern ein wirtschaftliches Überleben sichern sollen.

UND günstiger für die Allgemeinheit:

Die intensive konventionelle Landwirtschaft ist mit verantwortlich an negativen Umweltauswirkungen. Dazu gehören Hochwasser durch weniger Speicherkapazität der Böden genauso wie Verunreinigung des Trinkwassers mit Pestiziden oder die Freisetzung von – in gesunden Ackerböden gebundenem – Kohlenstoff etc. Diese Schäden für Klima und Umwelt erzeugen immense Folgekosten, die, als externe Kosten, auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Würden sie bei der Preisfindung berücksichtigt, wären Bio-Produkte mit einem Mal unschlagbar günstig!