In Donnerskirchen stand am Beginn der Vorführung der Einsatz einer Getreide–Erntekette mit Mähdrescher und Großballenpresse für die Strohbergung. Die Geräte für die Erntekette und die MF–Traktorflotte für die gesamte Vorführung wurden von der Firma Austrodiesel gestellt.
Spritsparen durch Absenken des Reifendruckes
Ein Team der Fachhochschule Südwestfalen–Soest zeigte in Kooperation mit der Firma Michelin die Auswirkungen des Reifendruckes auf die Aufstandsfläche des Reifens und damit auf die Druckbelastung des Bodens. Sehr interessant war die Spritersparnis durch Absenken von 1,6 auf 0,6 bar Reifendruck. In Donnerskirchen wurden 19 % Sprit eingespart, in Ilz waren es 12 %.
Was soll der Stoppelsturz bewirken?
Mit der ersten Bodenbearbeitung nach der Getreideernte, dem Stoppelsturz, können je nach Arbeitstiefe und –werkzeug unterschiedliche Effekte erzielt werden. Darauf wies Baudirektor Johann Sedlmeier in seinen einführenden Worten zur Bodenbearbeitung hin:
- Möglichst flache Bearbeitung bewirkt ein schnelles Keimen des Ausfallgetreides.
- Tiefere Bearbeitung mit ca. 12 cm bringt eine bessere Vermischung von Stroh und Boden und bekämpft Wurzelunkräuter.
- Grubber bzw. Zinkengeräte mit überlappenden Flügel– oder Gänsefußscharen schneiden den Boden flächig durch und sind bei größerer Arbeitstiefe gut zur Bekämpfung von Wurzelunkräutern geeignet.
- Kurzscheibeneggen erlauben höhere Arbeitsgeschwindigkeiten, schneiden aber je nach Konstruktion den Boden nur teilweise durch. Daher sind diese Geräte zwar für das Ankeimen von Ausfallgetreide und das Einmischen des Strohs, nicht aber für die Bekämpfung von Wurzelunkräutern geeignet.
Sägeräte – Auf den Bodenschluss der Saat achten
Für den Zwischenfruchtanbau bieten verschiedene Hersteller kostengünstige Aufbauten auf Bodenbearbeitungsgeräte an, um die Mischung zu säen. Diese Arbeitsweise ist kostengünstig aber wenig präzise, weil das Saatkorn nur selten den nötigen Bodenschluss erhält, den es zum schnellen Keimen und Auflaufen braucht. Wichtig ist hier, dass unter dem Korn die wasserführende Wirkung des Bodens intakt ist und über dem Korn der Boden locker liegt und möglichst kein Stroh oder Erntereste die Wasserversorung bremsen. Deshalb wurden bei der BIO AUSTRIA Maschinenvorführung auch Sämaschinen verschiedener Hersteller gezeigt.
Eine Auswahl der vorgeführten Geräte ist im Folgenden mit den wichtigsten Eigenschaften näher beschrieben.
Cenius 3002-Spezial, Amazone
Dieser Grubbertyp wurde zur Agritechnica 2009 von Amazone präsentiert. Die 3–balkige Zinkenanordung erlaubt weitgehend verstopfungsfreies Arbeiten. Bei der Vorführung zeigte das Geräte eine gute Mischwirkung.
Simba Grubber-Kurzscheibeneggen Kombination
Die Simba Kurzscheibenegge X–Press wurde in Kombination mit dem Vorsatzgrubber ST–Bar mit 5 Zinken auf 3 m Arbeitsbreite vorgeführt. Krumentiefes Lockern und flaches Wenden sind hier in einem Arbeitsgang möglich. Der Anstellwinkel der gezackten Scheiben ist zwischen 10 und 25° verstellbar.
Swift 560, Väderstad
Der 4–balkige Grubber mit einem Strichabstand von 19 cm macht eine gute Mischarbeit. Stützräder und das Fahrwerk übernehmen die Tiefenführung. Nach den Fächerscheiben bleibt das bearbeitete Feld locker liegen. Ideal zur Bekämpfung von Wurzelunkräutern. Der Swift von Väderstad ist ab 2011 am österreichischen Markt erhältlich.
Deltaflex Grubber, Kongskilde
Mit diesem Grubber brachte Kongskilde einen Starrzinkengrubber auf den Markt. Die 35 cm breiten Flügelschare schneiden den Boden gleichmäßig durch. Die schwere Max Pack Walze sorgt für eine gute Rückverfestigung. Somit ein Geräte für gutes Auflaufen von Ausfallgetreide.
Synkro Grubber, Pöttinger
Der Synkro ist ein alter Bekannter, genauso wie einige Grubber anderer Hersteller, die bei der Vorführung gezeigt wurden. Erwähnenswert ist die Pendelrotopack-Walze. Eine Doppel-Igelwalze, die den Boden locker liegen lässt. Gut zur Bekämpfung von Wurzelunkräutern.
Schwergrubber, Schreiber
Die Fa. Schreiber hat bei diesem 4-balkigen Schwergrubber einen 21 cm engen Strichabstand mit 100 mm breiten Wendelscharen. Als Nachläufer war eine Keilringwalze mit Wellenscheibe integriert. Die Wellen greifen zwischen die Keilringe und krümeln den Boden zusätzlich.
TG 580, Grubber, Treffler
Mit dem TG 580 hat Paul Treffler nun seinen 2009 erstmals präsentierten Grubber auch in größerer Arbeitsbreite vorgestellt. Die Gänsefußschare schneiden den Boden ganzflächig durch. Zustreicher, die Doppelringpackerwalze und der Dreifachstriegel lassen den Boden gut aufbereitet liegen. Vorbereitet war das vorgeführte Gerät mit Saatgutauslässen direkt hinter den Grubberzinken. Man darf gespannt sein, wie weit sich der Grubber als Sätechnik einsetzen lässt.
Tine Seeder EVO, Kverneland Accord
Der Tine Seeder von Kverneland wurde verbessert und mit dem Zusatz EVO (steht für „weiterentwickelt“) versehen. Diese kostengünstige Zinkensämaschine wie sie in ähnlicher Konstruktionsweise auch von anderen Herstellern angeboten wird, verfügt über Andruckrollen und einen Striegel. Die Andruckrollen laufen exakt hinter den Zinken. Die Zinken sind 5–balkig angeordnet.
Dalbo MaxiCut
Die MaxiCut Messerwalze von Dalbo soll nach Firmenangaben bei gefrorenen Bodenverhältnissen eine Mulchhäcksler beim Zerkleinern von stehenden Pflanzenbeständen ersetzen.
Da bei der Vorführung der Boden weich und nachgiebig war, konnte dieser Effekt im Ackerbohnenbestand nur teilweise festgestellt werden. Die verbliebenen Stengelteile waren zwischen 20 und 50 cm lang.
Horsch Express DT
Auch dieses Gerät wurde zur Agritechnica 2009 erstmals präsentiert. Horsch hat hier wichtige Elemente der gezogenen Pronto in die kompakte 3–Punkt Sämaschine Express verbaut. Bei der Vorführung wurde das verwendete Erbsensaatgut so abgelegt, dass es Bodenschluss hatte.
Eros EA 300, Kerner
Diese Universaldrillmaschine von Kerner zeichnet sich dadurch aus, dass eine umfangreiche Werkzeuganordnung optimal auf die jeweiligen Bodenverhältnisse einstellbar ist. Auf die zweireihige Kurzscheibenegge folgt der Reifenpacker, der je nach Bodenverhältnissen auch total ausgehoben werden kann. Die Crackerwalze erledigt die Rückverfestigung des Bodens vor den Einscheibenscharen. Andruckrollen und ein Exaktstriegel schließen die Werkzeugfolge des Gerätes ab. Dass diese umfangreiche Technik auch ihren Preis hat ist verständlich: € 50.000,– bei 3 m Arbeitsbreite.
Zur Bildergalerie
Die Preise aller vorgeführten Geräte und weitere wichtige Daten finden Sie in der Maschinen- und Geräteliste, die Sie gerne im Vereinsbüro telefonisch oder schriftlich anfordern können: Tel.: 02612/43642 oder E-Mail:
burgenland@bio-austria.at
Maschinen- und Geräteliste zum Downloaden:
DI Gerhard Bruckner,
BIO AUSTRIA – Burgenland
M 0676/84 22 14 300