Krähen und Bio-LandbauFraßschäden an Bio-Mais und Bio-Soja durch Krähen und andere Rabenvögel werden zu einem massiven Problem im Bio-Landbau. Um eine Lösung für dieses Problem zu finden, haben sich BIO AUSTRIA OÖ, LFI und LK OÖ und die Naturschutzabteilung vom Land OÖ zusammengefunden. In einer Veranstaltung am 10. März 2010 fällt der Startschuss zu einem großflächigen Monitoring für Vergrämungsmaßnahmen mit dem Ziel, bis zur nächsten Saatsaison einen brauchbaren Leitfaden zu erarbeiten. Konventionelle Betriebe können vor allem durch chemische Beizmittel die Krähen von der aufgehenden Saat fern halten. Im Bio-Landbau sind chemische Mittel zur Saatgutbehandlung tabu. Somit fallen die hungrigen Vögel in die Felder der Biobauern ein, wo sie sich vor allem über gekeimten Mais und Soja hermachen und große Schäden verursachen können. Noch gibt es zu wenige Forschungsergebnisse zur Eindämmung des Vogelfraßes. Einzelne Biobauern haben Versuche mit verschiedenen Ablenkungs- und Vergrämungsmaßnahmen gesetzt und sind zu den unterschiedlichsten Ergebnissen gekommen. Um einen anwendbaren Leitfaden zu erarbeiten, ist es notwendig, dass viele Biobauern mit Mais- und Sojaanbau beim Monitoring mitmachen. D. h. mehrere Bauern in einer gefährdeten Region probieren dieselbe Methode aus und dokumentieren ihre Beobachtungen. Über das Bionet werden die Bauern betreut und die Beobachtungen ausgewertet. Bei der Auftaktveranstaltung am 10. März werden die Rabenvögel hinsichtlich der rechtlichen Regelungen, ihrer Biologie und Lebensraumbedürfnisse, natürliche Feinde usw. vorgestellt. Das Problem der Fraßschäden in Oberösterreich wird ausführlich dargestellt und betroffene Landwirte kommen zu Wort. Die verschiedenen Möglichkeiten zur Abwehr von Krähen bzw. Verminderung von Fraßschäden werden vorgestellt. Die Landwirte können ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen austauschen und sich für eine bestimmte Abschreckungsmethode im Rahmen des Monitorings melden. Um Krähenschäden von vorneherein gering zu halten, ist eine ausreichende Ausstattung der Kulturlandschaft mit Hecken, Baumgruppen usw. zu fördern. Einerseits bevorzugen Krähenschwärme weite offene Flächen und meiden strukturreiche Flächen. Andererseits bieten natürliche Landschaftsstrukturen einen optimalen Lebensraum für die natürlichen Feinde der Rabenkrähen wie z. B. dem Habicht. Auch mit dem Aufstellen von Sitzstangen auf den Feldern kann man Greifvögel auf die Felder locken, sofern sie in der unmittelbaren Gegend vorhanden sind.
Beispiele für Abschreckungsmethoden:
Derzeit werden von den oberösterreichischen Biobauern ca. 2000 - bis 3.000 Hektar Acker mit Mais bepflanzt. Das ungebeizte Saatgut wird gerne auch von Fraßschädlingen wie der Dohle oder der Rabenkrähe gefressen oder sonst geschädigt. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden diskutiert und teilweise auch in der Praxis getestet (Bejagung, Anwendung von Falken, Aufhängen von toten Krähen, Ballons zum Vergrämen etc.). Die ultimative Maßnahme zum Schutz der Maispflanzen unmittelbar nach dem Keimen für den Zeitraum von ca. 3 Wochen wurde bislang jedoch nicht gefunden. Die Krähe ist in der EU durch die Vogelschutzrichtlinie geschützt und von der Populationsgröße gesehen in OÖ nicht überproportional vertreten. Im Zuge der Bildungsmaßnahme werden mit Praktikern die derzeit vorhandenen und bekannten Methoden diskutiert (Auftaktveranstaltung am 10.03.2010). In der Folge werden die geeignet erscheinenden und rechtlich zulässige Maßnahmen zur Anwendung gebracht und die Ergebnisse (Erhebung durch LandwirtInnen in der Vegetationsperiode 2010) in einem Nachfolgeworkshop (Abschlussveranstaltung Herbst/Winter 2010) zusammengefasst und diskutiert. Workshop: Maßnahmen gegen Schäden durch Krähen in Bio-Maissaaten
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