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BioVersität 2008: „Vielfalt“ wird agrarpolitisches Thema der Zukunft

© Christian Vogl

Mit einem Österreich-Rekord von rund 2.000 ZuhörerInnen und neuen agrarpolitischen Erkenntnissen endete diese Woche die BIO AUSTRIA BioVersität 2008 mit einem spannenden Blick in die Zukunft der Vielfalt.

Die BioVersität 2008, Zukunftswerkstatt und Bildungsoffensive für den ländlichen Raum von BIO AUSTRIA, endete am 25. Februar mit einem neuen Rekord: Rund 2.000 ZuhörerInnen nahmen an der Schlussvorlesung von Ao.Univ.Prof. DI Dr. Christian Vogl (Institut für ökologischen Landbau der Universität für Bodenkultur) teil, die live per Internet vom Kommunikationszentrum-KB5 in Kirchbach (Stmk.) an über 30 Außenstellen in Österreich, Deutschland und der Schweiz übertragen wurde.
Unter dem programmatischen Titel „Die Rückkehr der Vielfalt: Warum unseren alten Gemüsesorten und Tierrassen die Zukunft gehört“ setzte sich Ao.Univ.Prof. Vogl mit der Zukunft des Essens auseinander.

Ao.Univ.Prof. Vogl: „Vielfalt der Marken statt Vielfalt der Sorten“
Die Vielfalt auf den "globalen" Tellern ist enorm, könnte man meinen. Doch wie so oft trügt auch diesbezüglich der Schein: Längst ist der bunte Mix Mix aus aller Welt ein EInheitsbrei. Und wenn das Angebot einzelne auch überfordern mag, nimmt die Vielfalt weltweit ab.

"Es ist vor allem eine Vielfalt der Marken, der Verpackungen und der Werbeslogans. Doch die regionale Vielfalt schwindet und damit auch die globale" - so Univ.Prof. Christian Vogl.

Vielfalt des Essens nimmt dramatisch ab

  • weltweit sind mehr als 4.800 Kulturpflanzenarten bekannt
  • knapp über 100 machen ca. 90% der weltweiten Nahrungsmittelernte aus
  • 30 Arten liefern 95 % der Energie (Kalorien) und Proteine
  • Reis, Weizen und Mais machen 60 % der Kalorien- und 56 % der Proteinlieferanten aus
  • seit der Entdeckung Amerikas gingen dort geschätzte 75 % der heimischen Kulturpflanzenarten verloren
  • USA: 95 % der Kohlsorten, 91 % der Maissorten, 94 % der Erbsensorten und 81 % der Tomatensorten verschwanden in den letzten 100 Jahren
  • Indien: 30.000 Reissorten wurden bis in die 1950er Jahre angebaut – heute 50
  • Deutschland: Verlust von über 90 % der Sorten in den letzten 100 Jahren
  • weltweit: 75 % der Sorten in den letzten 100 Jahren verloren gegangen
  • in den letzten 100 Jahren 16 % der 3.831 bekannten Rassen von Esel, Büffel, Ziege, Rinder, Schwein, Schaf, Pferd ausgestorben, 83 % davon in Europa bzw. ehemaliger UdSSR
  • von den 3.213 bestehenden Rassen gelten 475 als selten (im Vergleich dazu gelten 647 wilde Säugetiere als gefährdet)
  • Es gibt in Österreich mindestens 40 gefährdete Haustierrassen (einige, die bereits als ausgestorben gelten, könnten noch entdeckt werden).

Biologische Vielfalt contra Gentechnik
Im Rahmen der zweitägigen BioVersität-Zukunftswerkstatt entwarf BIO AUSTRIA in Kooperation mit Arche Noah, Arche Austria, Slow Food und dem Institut für ökologischen Landbau der Universität für Bodenkultur acht BioVersitäts-Zukunftsthesen.
Eine der zentralen Thesen:

  • Der Begriff „Biodiversität“ wird in den kommenden Jahren neben „Klimaschutz“ und „ökologischer Fußabdruck“ eine besondere Rolle in der gesellschaftspolitischen Diskussion rund um Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion einnehmen.

Für die biologische Landwirtschaft stellt daher der Erhalt der biologischen Vielfalt eine unverzichtbare Alternative zum Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft dar.
Rund 60 TeilnehmerInnen - Biobäuerinnen, Biobauern, Wissenschafter und ExpertInnen aus ganz Österreich nahmen an der Zukunftswerkstatt teil.

BioVersität-Zukunftsthesen als Download:

BioVersität-Maßnahmen als Download:

Universität Graz und BIO AUSTRIA: Pionierarbeit bei elektronischer Bildungsoffensive
Mit der Universität Graz hat BIO AUSTRIA einen idealen Partner für die BioVersität-Schlussvorlesung gefunden. Das elektronische Bildungsangebot der Universität Graz im Rahmen der Montagsakademie ermöglicht die technischen Voraussetzungen, um die Themen der BioVersität per Internetübertragung bzw. Streaming in zahlreiche Außenstellen von ländlichen Gemeinden bzw. in andere Städte zu übertragen.
mehr lesen... Zu den Übertragungsstellen der BioVersität-Vorlesung:

Radio Helsinki überträgt BioVersität-Vorlesung
Eine Aufzeichnung in Audioversion der BioVersität-Vorlesung vom 25. Februar 2008 wird am Montag, dem 3. März um 10:00 Uhr auf Radio Helsinki, dem alternativen Grazer Stadtradio, ausgestrahlt.
mehr lesen... www.helsinki.at

BioVersität-Vorlesung als DVD erhältlich
Die Vorlesung von Ao.Univ.Prof DI Dr.Christian Vogl ist bei BIO AUSTRIA als DVD zum Preis von EUR 10,- plus Portokosten erhältlich.
Bestellung bei lothar.greger@bio-austria.at

Weitere Informationen im Internet

BioVersität-Projektleitung
Mag. Lothar Greger
BIO AUSTRIA, Abt. Öffentlichkeitsarbeit
T 01/403 70 50-240
M 0676/842 214 240
E lothar.greger@bio-austria.at

BIO AUSTRIA – Öffentlichkeitsarbeit
Wilfried Oschischnig
T 01/403 7050-214
M 0676/842 214 214
E wilfried.oschischnig@bio-austria.at

BIO AUSTRIA – die Biobauern Österreichs:
mehr lesen... www.bio-austria.at

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