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Begrünungen leisten viel

Foto: © BIO AUSTRIA / Reisenhofer

Neben positiven Effekten wie Bodenverbesserung, Erosionsverringerung bis hin zu Klimaschutzaspekten dienen sie auch zur Unterstützung und Steuerung der Hauptfruchtfolge.

Wie wichtig ein gut entwickeltes Bodenleben für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist, wird mittlerweile von den meisten Bäurinnen und Bauern erkannt.

Inhalt:
mehr lesen... Energie für die Bodenlebenwesen
mehr lesen... Verbesserung der Nährstoffdynamik
mehr lesen... Unterdrückung oder Förderung des Unkrautes?
mehr lesen... Schutz vor Erosion und für das Grundwasser
mehr lesen... Haupt- und Begrünungsfruchtfolge anpassen
mehr lesen... Vielfalt in Begrünungsmischungen
mehr lesen... Bodenbearbeitung und Anbaumethoden
mehr lesen... Auswahl passender Mischungspartner
mehr lesen... Beratungsblatt Gründüngungspflanzen

Energie für die Bodenlebenwesen
Damit die Bodenlebewesen die gewünschten Leistungen erbringen können, brauchen sie energiereiche Nahrung. Die oft nur einmal im Jahr erfolgende Fütterung mit den Ernterückständen der Hauptfrucht reicht da nicht aus, artenreiche Begrünungen bieten eine wertvolle Ergänzung des Speiseplanes.
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Verbesserung der Nährstoffdynamik
Begrünungspflanzen verbessern durch ihr Zusammenwirken mit dem Boden und den Bodenlebewesen die Nährstoffdynamik des Bodens. Durch das Wachstum der Pflanzen werden einerseits gelöste Nährstoffe aufgenommen, gespeichert und dadurch vor Verlusten geschützt. Andererseits werden in den Speichern des Bodens festgelegte Nährstoffe freigesetzt und damit auch für die Folgefrüchte wieder verfügbar. Dieses Verfügbarmachen von Nährstoffen kann direkt über Wurzelausscheidungen aber auch über Symbiosen mit Mykorrhiza-Pilzen erfolgen.
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Unterdrückung oder Förderung des Unkrautes?
Perfekt angebaute, dichte raschwüchsige Begrünungen hemmen das Aufkommen von Unkraut und verhindern so eine Spätverunkrautung. Die Bodenbearbeitung der Ackerfläche vor dem Begrünungsanbau, der Einbezug von hochwachsenden Arten in die Begrünungsmischung sowie ein rasches und bis in den Spätherbst anhaltendes Wachstum führen zu guter Bodenbeschattung und fördern die Fähigkeit des Bestandes zur Unkrautunterdrückung.
Begrünungen gelingen vor allem auf Grund der Niederschlagsverhältnisse nicht jedes Jahr gleich gut. Ist es nach der Ernte zu feucht, verzögert sich der Anbau und man verliert wertvolle Vegetationszeit. Große Trockenheit ist für den Feldaufgang der Begrünung ungünstig und das Wachstum der dann oft lückigen Begrünung gering.
Ist die Ackerkratzdistel auf der Ackerfläche vorhanden, muß mit guter Saatbeetvorbereitung ein ganz besonders schnell- und hochwachsender lückenloser Pflanzenbestand angestrebt werden. Dieses Ziel kann erreicht werden, wenn zum Beispiel Ackerbohne, Sonnenblume, Lein, Hanf, Gartenkresse, Lihoraps und Senf als „hochtreibende“ Arten der Begrünungspflanzenmischung zugegeben werden. Gelingt es nicht, einen entsprechend konkurrenzstarken Begrünungspflanzenbestand heranzuziehen, ist bei starkem Auftreten der Ackerkratzdistel ein Umbruch der Begrünung mit anschließendem Anbau von Wickroggen oder eines Gemenges von Wintererbse mit Winterweizenstützfrucht besser, als dem Erstarken der Distel im Herbst in einer lückigen Begrünung zuzusehen.
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Schutz vor Erosion und für das Grundwasser
Der Anbau von Zwischenfrüchten verbessert durch Bedeckung und Durchwurzelung des Bodens sowie durch die Aktivierung der Bodenlebewesen die Lebendverbauung des Bodens. Die Verbesserung des Gefüges, der Wasseraufnahmefähigkeit, des Wasserspeichervermögens und der Belastbarkeit des Bodens durch Maschinen sowie eine geringere Verschlämmung der Bodenoberfläche sind die Folge. Dadurch kann der Bio-Landbau das Erosionsrisiko durch Wind und Wasser geringer halten und schützt die Oberflächengewässer.
Wüchsige tiefwurzelnde Herbstbegrünungen holen den gelösten oder leicht aufnehmbaren Stickstoff auch aus tieferen Bodenschichten wieder an die Oberfläche zurück und verhindern dadurch die Verlagerung beziehungsweise Auswaschung dieser beweglichen Stickstofffraktion in das Grundwasser – ein wichtiger Beitrag zum Wasserschutz!
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Haupt- und Begrünungsfruchtfolge anpassen
Eine gut aufeinander abgestimmte Planung der Haupt- und der Begrünungsfruchtfolge hilft die Schwächen der Hauptfruchtfolge zu verringern und berücksichtigt die jeweiligen Standortverhältnisse des Ackers und die Besonderheiten des Jahresklimas. Dementsprechend wäre es zum Beispiel zweckmäßig, bei fehlenden Wasservorräten im Unterboden auf Ackerbohne zu verzichten und stattdessen die trockentolerante Platterbse oder Perserklee anzubauen. Für leguminosenfreie Begrünungen wäre es sinnvoll, unter diesen trockenen Bedingungen zum Beispiel Hafer in der Begrünungsmischung durch Leindotter, Sonnenblume und Buchweizen zu ersetzen.
Die Hauptaufgabe von Leguminosen im Zwischenfruchtbau ist es, Luftstickstoff zu fixieren. Zusätzlich zu der Symbiose mit den Luftstickstoff-fixierenden Bakterien können Leguminosen auch Verbindungen mit nützlichen Mykorrhiza-Pilzen im Wurzelbereich eingehen, durch die eine optimale Versorgung mit Phosphor und anderen Mineralien erreicht wird.
Ist der Nitrat-Stickstoffgehalt im Boden hoch, ist der Anbau von Begrünungsmischungen mit Leguminosen nicht sinnvoll, da diese dann Stickstoff aus dem Boden aufnehmen und wenig Stickstoff aus der Luft fixieren werden. Weiters verstärkt ein hoher Gehalt an Nitratstickstoff im Boden das Risiko einer Erkrankung von Leguminosen. Wenn Stickstoffeintrag in den Acker nicht benötigt wird, ist der Anbau einer leguminosenfreien Mischung auch wegen der geringeren Saatgutkosten günstiger.
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Vielfalt in Begrünungsmischungen
Die Mischungen sollten mindestens fünf auf die jeweiligen Standortverhältnisse angepasste Arten enthalten.
Allgemein sollten Arten, die als Hauptfrucht angebaut werden, in Zwischenfruchtmischungen gemieden werden. Besonders muss die Selbstunverträglichkeit der Leguminosen beachtet werden, um Leguminosenkrankheiten und -schädlingen vorzubeugen. Durch die Verwendung und den Wechsel artenreicher Mischungen kann dieses Risiko minimiert werden. Werden in der Hauptfruchtfolge Körnerleguminosen angebaut, sollte auf sie in der Begrünung verzichtet werden. Vielfältige Begrünungsmischungen bieten darüber hinaus den Vorteil, verschiedene Bodenzonen zu erschließen und sich gegenseitig in ihrer Wirkung zu ergänzen. Während beispielsweise Bodenverdichtungen in strukturgeschädigten Ackerflächen vor allem von tiefer wurzelnden Arten aufgelockert werden, stabilisieren solche mit feiner Wurzelverteilung die Bodenstruktur.
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Bodenbearbeitung und Anbaumethoden
Die Bio Forschung Austria untersucht gemeinsam mit Praktikern, dem Maschinenring Hollabrunn und BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien seit einigen Jahren unterschiedliche Anbaumethoden, Sämaschinen, Begrünungsmischungen und verschiedene Aussaattermine, um einen umfassenden Überblick über den Einsatz verschiedener Anbausysteme im Begrünungsanbau sowie deren landwirtschaftlichen Nutzen und Kosten zu geben.
Ist die Sämaschine mit zwei Säkästen oder einem Säkasten mit zusätzlichen Feinsamenstreuer ausgestattet, erzielt eine getrennte Aussaat der großkörnigen Leguminosen in fünf bis sieben cm Tiefe und eine seichte Ablage der Feinsämereien insgesamt einen besseren Feldaufgang und damit eine höhere Wirtschaftlichkeit der Zwischenfrucht. Bestens bewährt haben sich im Begrünungsanbau Zinkensämaschinen, da diese einen schnellen und kostengünstigen Anbau gemeinsam mit der Bodenbearbeitung erlauben.
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Auswahl passender Mischungspartner
Eine zweckmäßige Zusammenstellung der Zwischenfruchtmischung mit mindestens fünf Kulturarten hilft, die gewünschten Leistungen einer Begrünung zu erreichen. So dienen schnellwachsende Arten wie Buchweizen, Leindotter, Ölrettich, Senf oder Sommerraps der frühen Unkrautunterdrückung und dem Erosionsschutz. Diese werden kombiniert mit Arten, die zwar langsamer anwachsen, aber zu einem kräftigen Biomasseaufbau fähig sind, wie beispielsweise Körnerleguminosen, Sonnenblume oder Hafer. Auch eine Mischung von Tief- und Flachwurzlern zur besseren Ausnützung der Bodenvorräte ist sinnvoll. Bei einem Leguminosenanteil über 20 % in der Fruchtfolge sind auch leguminosenfreie Mischungen erforderlich, um die Übertragung von Leguminosenkrankheiten und die Förderung von Leguminosenschädlingen zu vermeiden. Bei hoher Verfügbarkeit von Stickstoff oder bei geplanter Gülledüngung müssen ebenfalls Mischungen ohne Leguminosen angebaut werden. Zwischenfrüchte mit leguminosenfreien Pflanzenmischungen erreichen die meisten gewünschten Ziele des Zwischenfruchtbaues mit Ausnahme der Fixierung von Stickstoff aus der Luft. Nur geprüftes Saatgut von geeigneten Arten ermöglicht eine starke und rasche Jugendentwicklung und einen gesunden leistungsfähigen Pflanzenbestand.
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Beratungsblatt Gründüngungspflanzen
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Verfasser:
Michaela Hofer, Wilfried Hartl, Bio Forschung Austria
Robert Schneider, BIO AUSTRIA Niederösterreich & Wien
Karl Riedl, Maschinenring Hollabrunn



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