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Sie befinden sich hier: BIOBAUERN Beratung Pflanzliche Erzeugung Ackerbau Humushaushalt – Bodenbearbeitung – Fruchtfolge

Humushaushalt – Bodenbearbeitung – Fruchtfolge

Foto: © BIO AUSTRIA

Die geeignete Bodenbearbeitung und Fruchtfolge nehmen Einfluss auf den Humushaushalt und sind wichtig für die Ertragsfähigkeit des Bodens.


Inhalt:
mehr lesen... Humushaushalt
mehr lesen... Geeignete Geräte zur Bodenbearbeitung im biologischen Landbau
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Humushaushalt

Als Humus wird die abgestorbene organische Substanz bezeichnet, die im Boden ab-, um- oder aufgebaut wird. Beim Abbau von Nährhumus, der leicht abbaubaren organischen Substanz, durch die Bodenorganismen werden Nährstoffe für die Pflanzen aufgeschlossen.

Bei der Bodenbearbeitung kommt es immer wieder zu Zielkonflikten. Die Bodenbearbeitung schafft durch Lockerung und Verbesserung der Bodenstruktur optimale Bedingungen
für die nachfolgende Kultur. Durch eine starke Bodendurchlüftung bei der Grundbodenbearbeitung und bei der Hackarbeit wird aber auch der Humusabbau gefördert und damit das Wasser- und Nährstoffhaltevermögen gesenkt.
Es ist nicht möglich einen Humusabbau zu vermeiden. Er wird durch Zunahme von Verkrustungen und Verschlämmungen sowie eine verstärkte Bodenerosion sichtbar.
Daher gilt: Je mehr Hackfrüchte in der Fruchtfolge enthalten sind, desto mehr ist der Humusaufbau zu berücksichtigen. Der Humusaufbau erfolgt durch Bodenruhe (mehrjähriges Kleegras), Grünbrache, Zwischenfrüchte und organische Düngung.

Artikel BIO AUSTRIA Bauerntage 2007 Der Humusgehalt – die wichtigste Kennzahl für die Bodenfruchtbarkeit

Dokument zum Download:

Bauerntage – Tagungsband 2007 – mehr lesen... Zum Bestellshop

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Geeignete Geräte zur Bodenbearbeitung im biologischen Landbau

Die Grundbodenbearbeitung soll als eine nicht wendende Lockerung der Mittelkrume erfolgen. Die natürliche Schichtung des Bodens soll erhalten bleiben.

Der Bereich der Mittelkrume, das heißt der Bereich zwischen 10 bis 30 cm ist für die Pflanzenernährung sehr wichtig. Hier werden die meisten Nährstoffe von der Pflanze aufgenommen. Meist ist aber genau dieser Bereich verdichtet, daher muss bei Beginn der Umstellung die Mittelkrume gelockert werden. Sie schafft Platz für Luft, Wasser und Wurzeln.

Die meisten Pflüge erfüllen die Anforderung einer nicht wendenden Lockerung der Mittelkrume aus mehreren Gründen nicht.

  • Das Traktorrad, das auf der Pflugfurche fährt, verdichtet den Boden.
  • Die Erdbalken können durch die Fliehkräfte beim Drehen nicht genügend gelockert werden.
  • Das tiefe Pflügen zerstört die natürliche Schichtung des Bodenlebens. In den verschiedenen Bodenschichten leben Organismen, die an diese Bodentiefe angepasst sind. Die Organismen können nach dem Wenden ihre speziellen Aufgaben nicht mehr erfüllen.

Geräte für die Grundbodenbearbeitung

  • Wühlpflug: Pflug, bei dem die Streichbleche abgeschraubt werden, der Boden wird nicht mehr gewendet, er wird optimal gelockert.
  • Schichtengrubber: Dieser hat Flügelschare, der Boden kann in größerer Arbeitsbreite gelockert werden
  • Rotorgrubber: Kombination aus Tiefenlockerung (Schichtengrubber) und Saatbettbereitung mit einem Rotorgerät (Zinkenrotor, Kreiselegge)
  • 2-Schichtenpflug: Er lockert krumentief und wendet nur den Oberboden.

Geräte für die Oberbodenbearbeitung
Die Oberbodenbearbeitung, das heißt die Bearbeitung des Bodens bis maximal 15 cm Tiefe zur Stoppelbearbeitung und Saatbettbereitung, wird auch im biologischen Landbau mit den üblichen Geräten durchgeführt. Hier steht die Schonung der Krümelgare im Vordergrund. Dabei gilt der Grundsatz, dass gezogene Geräte bodenschonender als Zapfwellengeräte sind, weil damit der Boden an seinen natürlichen Risslinien auseinanderbricht.
Zapfwellengeräte sollten immer mit niedriger Drehzahl gefahren und auf Stützrädern abgestützt werden, damit kein Bearbeitungshorizont entsteht.

Artikel BIO AUSTRIA Bauerntage 2008 Bodenbearbeitung – Wasser schonend und Humus mehrend

Dokument zum Download:

Bauerntage – Tagungsband 2008
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Fruchtfolge

Eine richtig geplante und konsequent eingehaltene Fruchtfolge stellt den Schlüssel zur Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und damit zur nachhaltigen Sicherung befriedigender Erträge dar.

Ziele der Fruchtfolge

  • Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit
  • maximale Stickstoffbindung
  • Unkrautregulierung
  • Vorbeugung gegen Krankheiten und Abwehr gegen Schädlinge
  • Nährstoffmobilisierung

Es ist wichtig, den Gesamtzusammenhang von Fruchtfolgen zu sehen. Einzelne Kulturarten können nicht nach rein markt- oder betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgetauscht werden, sondern erfüllen ihre jeweilige Aufgabe in der Rotation.

Fruchtfolgefehler können im biologischen Landbau nicht mehr korrigiert werden, da Korrekturmaßnahmen wie leichtlösliche Stickstoffdünger und chemische Pflanzenschutzmaßnahmen nicht eingesetzt werden.
Die Bedeutung einer vielseitigen Fruchtfolge ist auch in den Richtlinien des Verbandes BIO AUSTRIA niedergeschrieben.
mehr lesen... Zu den Richtlinien

Grundsätze der Fruchtfolge

  • Leguminosenanteil in der Fruchtfolge mindestens 25 % Leguminosen, maximal 60 % Getreide
  • Anbau von Tiefwurzlern nach Flachwurzlern
  • so oft wie möglich Zwischenfrüchte oder Untersaaten
  • Wechsel zwischen wurzelarmen z.B. Sommergerste und wurzelreichen z.B. Feldfutter Pflanzen
  • Aufeinanderfolge von Stickstoffmehrern und Stickstoffzehrern
  • Pflanzen mit langsamer Jugendentwicklung zum Beispiel Mais nach unkrautunterdrückenden Beständen stellen wie Kleegras oder Grünbrache.
  • Wechsel zwischen Winterungen und Sommerungen
  • Wechsel von Blattfrüchten und Halmfrüchten

Kulturpflanzenverhältnis (Angaben in %)

Betriebstyp

Leguminosen

Getreide

Hackfrucht

Zwischenfrüchte

Milchviehbetrieb

30-50

30-50

5-15

20-50

Marktfruchtbetrieb
(gemischte Tierhaltung)

25-40

40-60

10-20

20-50

Marktfruchtbetrieb
(mit Schweinehaltung)

20-35

50-60

15-25

40-60

Marktfruchtbetrieb
(viehlos)

25-30

40-60

20-30

40-60

Mehr Information über die Praxis des biologischen Landbaus erhalten Sie in den Einführungskursen zum biologischen Landbau.
mehr lesen... Zu den Terminen

Unsere Bio-Berater unterstützen Sie bei der Planung und Erstellung einer geeigneten Fruchtfolge auf Ihrem Betrieb.
mehr lesen... Zu den BeraterInnen

BIO AUSTRIA Zeitung, 4/07, S 20 - 21, Was Leguminosen bringen
Dokument zum Download:

BIO AUSTRIA Zeitung, 4/07 S 14 - 16, Fruchtfolge: Planen, abstimmen und korrigieren

Dokument zum Download:

BIO AUSTRIA Zeitung, 4/06 S 16 - 17, Wurzelleistung maximieren

Dokument zum Download:

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Literatur – Fruchtfolge:

Futter- und Körnerleguminosen im ökologischen Landbau, ISBN 978-3-7040-2032-1

Beikrautregulierung

Treten in Pflanzenbeständen vermehrt bestimmte Unkräuter auf, so ist dies meist eine Folge falscher pflanzenbaulicher Maßnahmen. Es ist notwendig, die Ursachen dieser Verunkrautung zu erkennen, wenn möglich, sie zu beheben und damit das Problem zu lösen.

Im biologischen Landbau werden keine unkrautfreien Bestände angestrebt. Ziel der Regulierungsmaßnahmen ist es, die Unkräuter so unter Kontrolle zu halten, dass sie die Produktion möglichst wenig beeinflussen. Pflege- und Erntemaßnahmen sollen möglichst wenig gestört werden. Deswegen spricht man von Beikrautregulierung statt von Unkrautbekämpfung oder -vernichtung.

Schäden durch Beikräuter

  • Konkurrenz zu Kulturpflanzen um Wasser, Nährstoffe oder Raum
  • Bodenbearbeitung, Pflege und Ernte sind beeinträchtigt
  • Zwischenwirt für Pflanzenkrankheiten
  • günstigeres Mikroklima für Pflanzenkrankheiten
  • Aberkennung von Saatgut

Positive Eigenschaften von Beikräutern

  • Bodenbedeckung und Erosionsschutz
  • verbesserte Bodenstruktur durch Lebendverbauung und Schattengare
  • Aufschluss von Nährstoffen und Bindung von Nährstoffüberschüssen
  • Nahrung für Mikroorganismen nach dem Absterben
  • Zeigerpflanzen für Bodeneigenschaften
  • Lebensraum und Nahrung für Nützlinge

Vorbeugende Beikrautregulierungsmaßnahmen

  • Beikräuter sind in ihren Keimzeiten, ihrem Wachstumsrhythmus und ihrer Vermehrung bestimmten Kulturpflanzen angepasst.
  • Das Einhalten einer vielseitigen Fruchtfolge ist daher die beste vorbeugende Regulierungsmaßnahme. Vielseitige Fruchtfolgen bringen auch eine vielseitige Artenzusammensetzung bei den Unkräutern. Diese Bestände lassen sich problemloser mechanisch regulieren.
    Vor allem der Feldfutterbau/Grünbracheanbau mit Klee, Kleegras und Luzerne ist ein wirkungsvolles Fruchtfolgeglied im biologischen Landbau.
  • Der Zwischenfruchtanbau trägt vor allem durch die Bodenbearbeitung bei rechtzeitiger Aussaat und günstigen Witterungsbedingungen durch Beschattung und Schnitt zur Unkrautreduzierung bei. Vom Mähdrescher verteilte Unkrautsamen werden zum Keimen angeregt, die Pflanzen können sich aber gegen schnell wachsende Zwischenfrüchte nicht durchsetzen.
  • Untersaaten sind zur Unkrautunterdrückung nicht geeignet. Dichte Getreidebestände beeinträchtigen die Entwicklung der Untersaaten und führen zu lückigen Beständen, in denen sich die Quecke gut vermehren kann.
  • Die richtige Bodenbearbeitung ist als vorbeugende Maßnahme sehr wichtig. Strukturschäden und Verdichtungen im Boden schwächen die Kulturpflanzen und fördern einzelne angepasste Unkräuter wie Distel, Quecke oder Windhalm. In lockeren, garen und humusreichen Böden entwickeln sich die Kulturpflanzen zügiger, Unkräuter werden zurückgedrängt.

Folgende Bodenbearbeitungsverfahren haben sich in der vorbeugenden Unkrautregulierung bewährt

  • Die Stoppelbearbeitung trägt zur Reduktion von Wurzelunkräutern bei.
  • Nach der Stoppelbearbeitung Unkräuter und Ausfallsamen keimen lassen, erneut bearbeiten und nochmals keimen lassen eventuell wiederholen (Unkrautkur).
  • Bei starkem Unkrautdruck kann auf eine wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug nicht verzichtet werden, die Bearbeitungstiefe ist auf die vorhandenen Unkräuter und die Bodenart abzustimmen.
  • Im Frühjahr ist ein oberflächliches Vorarbeiten mit der Egge oder Schleppe vor der Saat sinnvoll, um die erste Unkrautgeneration zum Keimen zu bringen.

Direkte Beikrautregulierung

  • Nach der Saat der Kulturpflanzen können Beikräuter mit Hilfe von mechanischen und thermischen Regulierungsmaßnahmen zurückgedrängt werden, wenn die Kulturpflanzen einen Wachstumsvorsprung haben.
    Im Getreide werden vor allem Striegel, in Hackkulturen Hacken und Bürsten, in Kulturen mit langsamer Jugendentwicklung z.B. Gemüse Abflammgeräte eingesetzt.

mehr lesen... Zu den Beratungsblättern

BIO AUSTRIA Zeitung, 4/07 S 24 - 25, Ein Schaden kommt selten allein

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Beratungsunterlagen Biologischer Ackerbau

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