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Gesunder Boden

Foto: © BAL-Gumpenstein/Buchgraber

Ein gesunder Boden ist daher ein zentrales Anliegen im biologischen Landbau.

BIO AUSTRIA Zeitung 1/06, S 16 – 20, Der Boden: Lebensträger der Erde

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Man spricht von einem gesunden oder garen Boden, wenn die einzelnen Bodenbestandteile wie mineralische Teile, Hohlräume und organische Bestandteile, von Mikroorganismen und Wurzelresten zu einem Krümel zusammengefügt werden. Die Bodenbewirtschaftung im biologischen Landbau zielt daher darauf ab, die Bodengare zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.

Inhalt:
mehr lesen... Warum muss die Bodenbearbeitung umgestellt werden?
mehr lesen... Wie kann die Bodenstruktur verbessert werden?
mehr lesen... Urgesteinsmehl
mehr lesen... Bodenpraktiker
mehr lesen... Bodenuntersuchungen am Bio-Betrieb

Warum muss die Bodenbearbeitung umgestellt werden?

Fehler in der Fruchtfolge und Bodenbearbeitung können im biologischen Landbau nicht durch eine ausgleichende Düngung mit Stickstoffdüngern beziehungsweise dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln behoben werden.
Bei der Bodenbearbeitung im konventionellen Landbau wird oft der Pflug in Kombination mit zapfwellengetriebenen Geräten zur Oberbodenbearbeitung eingesetzt. Meist führt diese Art der Bodenbearbeitung zu einem schlechten Bodenzustand, nur die obersten 10 cm sind noch locker, darunter ist die Mittelkrume im Bereich von 10 bis 30 cm stark verdichtet, daher ist jede Bearbeitung des Bodens bei nassem Zustand zu unterlassen. Ebenso ein längeres Offenhalten des Bodens. Alle diese Maßnahmen beeinträchtigen den Humusaufbau und führen zu Nährstoffverlusten.
Weiters soll bei der Bodenbearbeitung auf die Erhaltung der natürlichen Bodenschichtung Rücksicht genommen werden. Die Bodenorganismen, die in verschiedenen Schichten angesiedelt sind, können ihre Aufgaben nur dort erfüllen.

Wenn gute Erträge ohne leichtlösliche Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel erzeugt werden sollen, muss der Boden selbst mit Hilfe des Bodenlebens ausreichende Erträge erbringen. Bei Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutz ohne Änderung der Bodenbewirtschaftung sinken die Erträge rasch.

Pflanzen mit tiefen und fein verteilten Wurzeln sind eine wichtige Vorraussetzung für die natürliche Bodenfruchtbarkeit, weil sie Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten aufnehmen und Futter für das Bodenleben sind.

BIO AUSTRIA Zeitung, 1/06 S 24 bis 25, Zum richtigen Zeitpunkt

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Wie kann die Bodenstruktur verbessert werden?

  • Wurzelmasse, Pflanzenrückständen und organischer Düngung versorgen das Bodenleben mit Energie.
  • Der Zwischenfruchtanbau schafft ein ausgeglichenes Bodenklima und schützt die Bodenkrümel vor Wasser- und Winderosion und vor Austrocknung.
  • Eine ausgewogene Fruchtfolge fördert den Humusgehalt. Die Humusbilanz wird hauptsächlich beeinflusst von der Menge der Ernterückstände, der Wurzelmasse und der Dauer der Bodenruhe. Fruchtfolgeglieder, wie mehrjähriges Kleegras oder Luzerne, fördern den Aufbau und den Erhalt von Humus.
  • Der Einsatz von Gesteinsmehlen, wie Diabas oder Basalt fördert die Krümelbildung.
  • Die Kalkung fördert die Bildung von Primäraggregaten, der Anhäufung von Einzelteilchen. Einzelteilchen können nämlich von den Mikroorganismen nicht zusammengehalten werden. Im Bio-Landbau ist der Einsatz von kohlesaurem Kalk erlaubt.

BIO AUSTRIA Zeitung, 1/06 S 22 bis 23, Was der Regenwurm alles kann!

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Urgesteinsmehl

Für die meisten Pioniere war es selbstverständlich in den Ställen, auf dem Düngerlager in den Kulturen und im Grünland Steinmehl einzusetzen.
Gesteinsmehle fördern die Krümelstruktur durch die Verbindung von Tonkristallen mit Lebendsubstanz, schließen Spurenelemente auf und regulieren den pH-Wert. Durch ihren hohen Quarzanteil verstärken sie die Wirkung von Silicium im Bodenbildungsprozess.

Das Urgesteinsmehl

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Bodenpraktiker

In allen Bundesländern werden seit 2007 Bodenpraktiker für das Ackerland und für das Grünland ausgebildet. Mit dieser Ausbildung hat BIO AUSTRIA den schonenden Umgang mit dem Boden wieder ins Zentrum der Bio-Landwirtschaft gerückt. Die Bodenpraktiker geben ihr Wissen an die Bio-Bauern in den Arbeitsgruppen von BIO AUSTRIA weiter.

Folgende Bio-Bauern können für Vorträge oder für Feldbegehungen angefragt werden:

Hannes Doppelbauer – Wels, Oberösterreich
M 0699/104 909 76
Themen:

  • Pfluglose Bodenbearbeitung
  • Reduzierte Bodenbearbeitung als Antwort auf Trockenheit und Starkregen

Georg Doppler – Waizenkirchen, Oberösterreich
T 07277/22 42
M 0676/842 214 515
Themen:

  • Als Bodenpraktiker bei Feldbegehungen zum Thema nachhaltiger Ackerbau
  • Minimalbodenbearbeitung, Mischfruchtanbau, Untersaaten, Frühsaaten
  • Zwergsteinbrand – was nun?
  • Meine Antwort auf den Klimawandel: Reduzierte Bodenbearbeitung und Mischfruchtanbau (Spezial: auch im Feuchtgebiet?)
  • Erfolgreiche Mutterkuhhaltung am Bio-Ackerbaubetrieb

Stefan Edlmayr – Niederneukirchen, Oberösterreich
T 07224/71 83
M 0676/911 64 49
Themen:

  • Bodenfruchtbarkeit
  • Fruchtfolge
  • Zwischenfrüchte
  • Düngeraufbereitung
  • Wurzelunkräuter
  • Bodenbearbeitung

Sie interessieren sich für die Ausbildung zum Bodenpraktiker?
Mehr über die nächsten Termine und die Anmeldung erfahren Sie bei den Ansprechpartnern in den Bundesländern
Burgenland: E franz.traudtner@bio-austria.at
Kärnten: E helmut.wutte@bio-austria.at
Niederösterreich: E robert.schneider@bio-austria.at
Oberösterreich: E josef.gruber@bio-austria.at
Salzburg: E markus.danner@bio-austria.at
Steiermark: E wolfgang.angeringer@bio-austria.at
Tirol: E christina.ritter@bio-austria.at
Vorarlberg: E michael.kuehne@lk-vbg.at

Die Inhalte des Ausbildungslehrganges
Die Ausbildung dauert 9 Tage, davon werden einige Tage im Freiland, das heißt am Acker und auf der Wiese stattfinden. Um auf Besonderheiten der Bodenbewirtschaftung im Acker- und Grünland eingehen zu können, gibt es zwei Varianten der Ausbildung:

Die Referenten sind erfahrene und anerkannte Bio-Landbau- und Bodenexperten, sie sind Wissenschaftler, Bauern und Berater, zum Beispiel Helga Wagner, Wilfried Hartl, Jürgen Friedel, Rudi Votzi, Walter Dietl und viele andere.

Abschlussarbeiten
Als BIO AUSTRIA - Mitglied haben Sie Zugang zu einigen Abschlussarbeiten des Zertifikatslehrgangs.
mehr lesen... Zu den Abschlussarbeiten

BIO AUSTRIA bedankt sich bei den Absolventen herzlich für die Zustimmung zur Veröffentlichung! Die Arbeiten sind Beispiele für die persönliche Auseinandersetzung der Kursteilnehmer mit den Kursinhalten unter ihren praktischen Anbaubedingungen beziehungsweise eigenen Erfahrungen, Überlegungen und Überzeugungen.

  • Erwin Appenzeller: Humusaufbau durch aktive Förderung der Bodenlebewesen und des Ton-Humuskomplexes
  • Hans Aufreiter: Humusaufbau in Kräuterkulturen & Betriebsbeschreibung
  • Johannes Doppelbauer: Wie gehe ich als Biobauer mit den Folgen von Trockenheit und Starkregen um?
  • Georg Doppler: Reduzierte Bodenbearbeitung & Mischfruchtanbau als Antwort auf den Klimawandel?
  • Stefan Edlmayr: Bodenfruchtbarkeit auf Schweinebetrieben
  • Josef Hechinger: Bodenbearbeitung & Geräteeinsatz – Erfahrungsbericht eines Praktikers
  • Andreas Huber: Kann Humusaufbau unser Klima retten?
  • Fritz Keinrath: Wie zerstört Kunstdünger unsere Böden
  • Rupert Kocher: Wirtschaftsdüngeraufbereitung & Düngung am eigenen Betrieb
  • Reinhard Kram: Biologischer Landbau auf meinem Betrieb & Einsatz von Urgesteinsmehl
  • Paul Mayr: Erosionsschutz im Ackerbau
  • Felix Meier: Betriebsvorstellung & Entwicklung der Fruchtfolge
  • Franz Stritzinger: Die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit

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Bodenuntersuchungen am Bio-Betrieb

Die Frage, ob chemische Bodenuntersuchungen im Bio-Landbau überhaupt sinnvoll sind, welche Parameter untersucht und wie oft Bodenuntersuchungen gemacht werden sollen, beschäftigt viele Bio-Bauern. Das Merkblatt Bodenuntersuchung am Bio-Betrieb gibt Antworten auf diese Fragen.

mehr lesen... Merkblatt Bodenuntersuchung am Bio-Betrieb

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Sie können auch die BIO AUSTRIA - Zeitschrift mit dem Schwerpunkt "Boden" bestellen!
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Auch Beratungsblätter zum Thema Boden können Sie bestellen:
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Literatur

  • Bodenfruchtbarkeit von Hans Peter Rusch, OLV-Verlag
  • Die Geheimnisse der fruchtbaren Böden, Erhard Henning ISBN 3-922201-09-1
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Kommentare zu diesem Artikel

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