Inhalt:
Ziele des abgestuften Wiesenbaus
Der Schnittzeitpunkt im Grünland
Grünlandpflege
Grünlandbeikräuter
Grünlandverbesserung
Düngung des Dauergrünlandes
Ziele des abgestuften Wiesenbaus
Die Einstufung der Grünlandbestände erfolgt nach dem Prinzip der standortangepassten Grünlandnutzung, oder des abgestuften Wiesenbaus, nach Dr. Walter Dietl, Forschungsanstalt Zürich, Schweiz. Ein Betrieb hat nach diesem System Grünlandflächen mit unterschiedlichen Nutzungsintensitäten.
Grünland ökologisch angepasst nutzen
- wie es den Klima-, Boden- und Geländeverhältnissen auf Dauer entspricht
- dass die vielfältigen Pflanzen- und Tierarten nachhaltig gesichert werden
Grünland wirtschaftlich sinnvoll nutzen
- hohe Erträge an geeigneten, fruchtbaren Standorten mit ertragreichen Pflanzenbeständen
- gehaltreiches, gut verdauliches Futter für Tiere mit hohen Leistungen
- gehaltärmeres Futter, auch Ausgleichsfutter, für weniger anspruchsvolle Tiere
mit Grünlandbewirtschaftung soziale Leistungen erbringen
- nachhaltige Sicherung der Ertragsfähigkeit und Schönheit der Kulturlandschaft
- sinnvolle bäuerliche Arbeit und das Bemühen um gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung
BIO AUSTRIA Zeitung, 2/08 S 22 - 23, Bewirtschaftung dem Standort anpassen
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Artikel Bauerntage: Wüchsige, stabile Wiesen – die Basis eines erfolgreichen Bio-Grünlandbetriebes
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Futterbaulicher Wert der Arten
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Der Schnittzeitpunkt im Grünland
Ein „früher“ Schnitt bewirkt
- einen hohen Eiweißgehalt des Futters
- geringen Rohfasergehalt
- wenig „reife“ Pflanzenarten
- geringe Strukturwirkung
- eventuelle Verdrängung von Leitpflanzen ? zum Beispiel ein früher erster Schnitt, Silageschnitt, kann das Leitgras Glatthafer so stark schädigen, dass es weitgehend verschwindet und durch das echte Labkraut ersetzt wird.
Ein „später“ Schnitt bewirkt
- höheren Anteil an Obergräsern, Abnahme von Untergräsern und Leguminosen
- geringeren Eiweißgehalt
- weniger Stärke, mehr Zellulose
- hohen Rohfasergehalt
- durch Reife optimierter pH-Wert
- ausreichende Speicherdauer
- Erhalt der Artenvielfalt, zum Beispiel Glatthafer
Häufiger Schnitt und intensive Düngung
- durch die Steigerung der Schnitthäufigkeit und den hohen Stickstoffeinsatz können wenig angepasste Obergrasarten zum Beispiel das Knaulgras gefördert werden. Dabei entsteht Stengelfutter, das durch Lichtentzug die Untergräser verdrängt und eine lückige Narbe bewirkt.
- Die Düngung und die Schnittführung sind so aufeinander abzustimmen, dass es zu keiner Nährstoffunter- oder Nährstoffüberversorgung kommt.
Je vielseitiger die Grünlandnutzung, umso vielseitiger ist die Zusammensetzung des Bestandes. Ein Wechsel zwischen frühem Grünfutter-, Silage- oder Heuschnitt und Beweidung schafft Wachstumsbedingungen, die vielen verschiedenen Pflanzenarten entgegenkommen.
Optimale Schnitthöhe der Wiese von 6 bis 8 cm bewirkt
- bessere Unterlüftung des zu trocknenden Grüngutes (kürzere Trocknungsdauer)
- weniger Verschmutzung mit nachfolgender Fehlgärung und Mykotoxinbildung
- geringere Narbenschädigung, dadurch dichtere Grünlandnarbe und weniger Lücken
- keine Schädigung der Basalknospen und des Vegetationskegels
- auf Dauer größere Artenvielfalt
- größere Assimilationsfläche, daher schnelleres Nachtreiben
- Arten mit geringem Wurzelspeichervermögen werden gefördert, dadurch gibt es mehr Konkurrenz zu Wurzelunkräutern
- fördert horstbildende Arten, Kräuter und Obergräser bleiben erhalten
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Grünlandpflege
Schleppen und Striegeln
Es werden zwei Ziele verfolgt: Einebnen und Verteilen von Maulwurfshügeln und Kuhfladen sowie Bestockungsanregung der Gräser und Aufrauen des Bodens zur Verbesserung des Gasaustausches.
Mäuseregulierung
Milde Winter und ausgeräumte Landschaften lassen Mäuseschäden oft zum Problem werden. Die natürlichen Feinde der Mäuse können gefördert werden durch:
- Sitzstangen für Greifvögel: im Herbst in einem Verbund 70 m x 70 m, einer Stangenhöhe von 1,50 m sowie einer Querlattenbreite von 25 cm bis 45 cm in Hauptwindrichtung aufstellen.
- die Grünlandbestände sollten nicht länger als 10 cm bis 15 cm in den Winter gehen, um die Deckung für die Mäuse gering zu halten.
Weidepflege
Ein periodisches Nachmähen der Flächen kann ein Ausbreiten unerwünschter Kräuter und Gräser verhindern.
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Grünlandbeikräuter
Ähnlich wie auf dem Acker sind auch auf dem Grünland bestimmte Kräuter, die zur natürlichen Artenausstattung unseres Grünlandes zählen, durch bestimmte Bewirtschaftungsmaßnahmen zu Unkräutern „herangezüchtet“ worden.
Um die Beikräuter regulieren zu können, ist es wichtig ihre Ansprüche, Biologie und Vermehrung zu kennen.
Ein wichtiges Beikraut ist zum Beispiel der Ampfer!
Biologie und Bedeutung des Ampfers
- typischer Lichtkeimer; wenn die Grünlandnarbe lückig ist, hat er beste Keimbedingungen
- liebt schwere, staunasse und verdichtete Böden
- mag Böden mit hoher Stickstoffversorgung
- Samen bleiben bis zu 50 Jahre keimfähig im Boden, ebenso in Gülle und Mist
- bildet mächtige Wurzelstöcke als Reservestoffspeicher und ein großes Samenpotenzial von bis zu 20.000/Pflanze aus
Vorbeugende und direkte Ampferregulierungsmaßnahmen, die zu einer dichten Grasnarbe führen wie
- kein Befahren bei nassem Boden
- keine ätzenden Wirtschaftsdünger, Gülle soll aufbereitet werden und in kleinen Mengen ausgebracht werden.
- mäßige Düngung, maximal 15 m3 Gülle/Gabe
- höherer Schnitt, mindestens 5 cm bis 7 cm
- vielseitige Nutzung, Wechsel zwischen Schnitt und Beweidung
- Wechsel zwischen frühem und spätem Schnitt
- Ausbringen von Nachsaaten zur Verbesserung der Artenvielfalt und Narbendichte
- bei Einzelpflanzen: Ausstechen des Wurzelstocks und Entfernen der Pflanzen vom Feld;beim Stechen darauf achten, dass mindestens 10 cm der Wurzellänge ausgegraben werden, weil die Wurzel unterhalb von 10 cm keine Erneuerungsknospen mehr hat.Das Aussamen des Ampfers muss verhindert werden!
- Stellen, an denen Ampfer ausgestochen wurde, müssen nachgesät werden.
- Nachmähen: etwa zwei Wochen nach dem 1. und 2. Schnitt die Ampferstöcke mit der Sense tief herausmähen und liegenlassen.
- Weidewirtschaft genau planen: genügend große Koppeln, 3 ar/Kuh sind für eine schonende Narbenbehandlung Voraussetzung. Die Weideführung mit Koppeleinteilung erfolgt nach dem Grundsatz: kurze Freßzeit, lange Weideruhe!
- Förderung des Ampferblattkäfers
Fachartikel zum Ampfer
BIO AUSTRIA Zeitung, 4/08 S 28, Den Ampfer im Griff
Dokument zum Download:
BIO AUSTRIA Zeitung, 5/06 S 26 - 27, Den Ampfer geht es immer schlechter
Dokument zum Download:
BIO AUSTRIA Zeitung, 5/06 S 28, Ampfer, aufgepasst! (Artikel zum Ampferstecher Wuzi)
Dokument zum Download:
BIO AUSTRIA Zeitung, 1/05 S 34, Ampfer im Visier (Artikel zum Ampferkäfer)
Dokument zum Download:
Das Merkblatt Ampferregulierung informiert umfassend zu diesem Thema!
Zum Merkblatt
Grünlandverbesserung
Viele Bauern haben bei der Umstellung Angst vor verunkrauteten, lückigen Beständen, Ampferproblemen und Ertragsrückgängen.
Durch gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen können diese Folgen verhindert werden.
Umbruchlose Grünlandverbesserung – Nachsaat
Bei der Grünlandnachsaat muss die Konkurrenzkraft der alten Grasnarbe geschwächt sowie die Neuansaat unterstützt werden. Nachsaaten erfolgen mit Dauergrünlandnachsaatgeräten, die überbetrieblich eingesetzt werden.
Mischungen zur Nachsaat
Die Zusammenstellung ist abhängig vom Ausgangsbestand, vom Klima und von der Bodenbeschaffenheit. Wichtig ist ein sehr hoher Kleeanteil, vor allem Weißklee; Rotklee und Schwedenklee sichern in den ersten Jahren den Ertrag und gehen dann stärker zurück.
BIO AUSTRIA Zeitung, 2/08 S 22 - 23, Grünland erneuern
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Düngung des Dauergrünlandes
Die Düngung des Dauergrünlandes erfolgt ausschließlich in der Vegetationsperiode, je flüssiger der Dünger, desto weniger spät im Herbst ist der Dünger auszubringen. Düngung und Nutzung sind aufeinander gut abzustimmen.
Kalk und Grunddünger
Die Regulierung des pH-Wertes ist eine Grundvoraussetzung aller sonstigen Bewirtschaftungsmaßnahmen. Jeder Standort hat einen für die langfristige Ertragsfähigkeit optimalen pH-Wert, der zwischen 5,0 bis 6,5 liegt. Kalk wird sehr stark ausgewaschen, Kohlensaurer Kalk kann zur Regulierung des pH-Wertes eingesetzt werden. Eine Düngung
mit Kohlensaurem Kalk soll jedoch nur nach einer Bodenuntersuchung und nach einer Rücksprache mit der Beratung erfolgen.
In den ersten Jahren der Umstellung gibt es normalerweise keine Probleme mit der Phosphor- und Kaliversorgung, nach einigen Jahren kann sich das aber ändern. Denn häufig ist es so, dass in Gemischtbetrieben organische Dünger stärker auf dem Ackerland ausgebracht werden. So erfolgt ein dauernder Nährstoffexport vom Grünland zum Acker, die Nährstoffgehalte des Grünlandes gehen dann zurück. Eine Bodenuntersuchung im Abstand von 5 Jahren gibt Aufschluss über die Nährstoffversorgung, bei einer A- oder B-Versorgung bei Phosphor kann nach einer Genehmigung der Bio-Kontrollstelle mit Hyperphosphat oder Hyperkorn aufgedüngt werden.
Wirtschaftsdünger
Bei den Wirtschaftsdüngern ist eine direkte Nährstoffwirkung über pflanzenverfügbare Nährstoffe und eine indirekte Wirkung über Bodenbelebung beziehungsweise Verbesserung der Narbenqualität und Durchwurzelung zu unterscheiden.
Bei einer regelmäßigen Düngung mit Wirtschaftsdüngern ist in der Regel keine Zudüngung mit anderen, im Bio-Landbau erlaubten, Düngemitteln notwendig.
Mehr zur Düngung
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