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Kostendeckende Milchproduktion

Foto: © BIO AUSTRIA

Hohe Preise für Bio-Kraftfutter sowie Überschüsse auf dem Milchmarkt verlangen Strategien zur kostendeckenden Milchproduktion.

Einige Bio-Betriebe haben für sich schon Antworten gefunden.

Der Milchviehbetrieb von Familie Lederer im Kärntner Mölltal

Der Betrieb wird seit fast 15 Jahren biologisch bewirtschaftet. Von den 27 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche werden 7 ha für Kleegras und 2,5 ha für Silomais genutzt. Gemolken werden 25 Schwarzbunt-Kühe mit einer durchschnittlichen Leistung von 7000 kg. Obwohl die Weidehaltung schon immer Tradition hatte, wurde sie seit dem Umzug in den neuen Laufstall in Form einer Koppelweidehaltung noch weiter intensiviert.

Grundfutter wichtigste Futtermittel
Grundfutter ist das wichtigste Futtermittel im Betrieb. Mit Kraftfutter wird sparsam umgegangen, es wird nur zu Beginn der Laktation eingesetzt. Pro Kuh und Jahr werden etwa 650 kg Kraftfutter verfüttert. Dem Betriebsführer besonders wichtig ist die individuelle Verfassung jeder einzelnen Kuh. So wird die tägliche Kraftfuttermenge auch an die jeweilige Kondition der Tiere angepasst. „Man muss die Tiere zuerst anschauen, ob sie Kraftfutter brauchen oder nicht und dann dementsprechend füttern.“
Für die Weidehaltung werden am Betrieb 3 ha arrondierte Weidefläche genützt. Sobald der erste Aufwuchs geerntet wurde, steht die Fläche von Mai bis Oktober den Kühen als Weide zur Verfügung. In zehn Koppeln unterteilt, wechseln die Kühe täglich die Koppel. Jede Koppel ist mit einer Tränke ausgestattet. Eine Zufütterung im Stall mit Heu, Gras- und Maissilage ist aufgrund des relativ großen Tierbesatzes je Koppel notwendig. Um den Kühen in den heißen Sommermonaten Hitzestress zu ersparen, setzt der Betrieb auf die Nachtweide und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Um auch im Winter gute Leistungen aus dem Grundfutter zu erzielen, legt die Familie sehr viel Wert auf beste Qualität des Grundfutters. „Drei bis vier Schnitte pro Jahr liefern hochwertiges Futter und sparen somit teures Kraftfutter, ist Roland Lederer überzeugt.
Neben der Grundfutterqualität sind es aber auch die robusten Kühe, die mit einer möglichst langen Nutzungsdauer von fünf bis sechs Laktationen und optimalen Haltungsbedingungen zum Erfolg des Bio-Milchviehbetriebes beitragen.

Bio-Betrieb von Günter Pötscher aus Ahorn im Mühlviertel

Bewirtschaftet werden 35 ha Grünland, 5 ha Getreideanbaufläche und 4,5 ha Wald. Von den 35 ha Grünland sind 15 ha weidefähig um den Hof arrondiert.
Aufgrund der enorm gestiegenen Kraftfutterpreise entschied sich Günter Pötscher Anfang 2008, die Kraftfutterrationen der Milchkühe stark zu reduzieren. Im Jahr 2007 verfütterte er noch rund 1400 kg Kraftfutter pro Kuh und Jahr, ehe für die Kühe die „Getreide-Fastenzeit“ begann, wie Günter Pötscher die Zeit seit der Umstellung nennt. Er verfüttert nur noch die Hälfte der damaligen Kraftfutterration. „Wir geben maximal 5 kg Kraftfutter pro Kuh und Tag zu Laktationsbeginn in absinkender Menge bis zirka zur Laktationshälfte“, so Pötscher.
Interessant sind die Auswirkungen dieser radikalen Reduktion: Trotz der hohen Kraftfuttereinsparung sank die Milchleistung der Kühe um nur 460 kg pro Kuh: von durchschnittlich 7660 kg auf 7200 kg.
Was die Fruchtbarkeit betrifft, sind positive Auswirkungen zu beobachten. Die Kühe sind in einer optimalen Kondition, kalben leicht ab und sind gesund. Der Besamungsindex liegt momentan bei 1,7 und verbessert sich zusehends.
Um die Nährstoffdichte im Futter zu erhöhen, wurde die Anzahl der Schnitte auf den geeigneten Grünlandflächen um einen Schnitt auf drei bis vier Mal pro Jahr gesteigert. „Eine hohe Nährstoffdichte und beste Qualität des Grundfutters sind ganz wichtig bei der Silage- und Heuernte“, ist der Betriebsleiter überzeugt. Neben gutem Grundfutter werden auch ausreichend Mineralstoffe und Viehsalz verfüttert.
Wurden die Kühe früher erst im Spätsommer ausgetrieben, so kommen sie nun schon zeitig im Frühjahr auf die Kurzrasenweide. Je nach Grasnachwuchs wird die Größe der Weidefläche variiert, bis im Herbst ganze 15 ha zur Verfügung stehen. „Da die Weide direkt vom Stall erreichbar ist, können die Kühe rund um die Uhr auf die Weide. Nur bei extremer Nässe lassen wir die Kühe nicht hinaus, da sonst auf den Hängen zu hohe Trittschäden entstehen. Dann wird Grünfutter im Stall beigefüttert“, so Pötscher. Heu wird den Tieren ad libitum angeboten.

Kontakt:
DI Michaela Kürner, BIO AUSTRIA Kärnten
Bio-Beratung, Rinder und Grünland
DI Michaela Kürner
T +43(0)463/332 63-19
M +43(0)676/83 555 491
E michaela.kuerner@bio-austria.at

Severin Freudenthaler, LK Oberösterreich
Bio-Berater der LK für OÖ, Umstellungsberatung
Severin Freudenthaler
T +43(0)50/69 02-14 42
E severin.freudenthaler@lk-ooe.at



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