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Homöopathie bei Durchfall

Foto: ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Eine genaue individuelle Beobachtung des kranken Tieres ist die Chance aber auch die Schwierigkeit der Homöopathie. Am Beispiel Durchfall wird deutlich, was es alles zu Beobachten gibt.

mehr lesen... 1. Beschaffenheit des Kots

mehr lesen... 2. Art des Kotabsetzens

mehr lesen... 3. Sonstiges Verhalten der Tiere

mehr lesen... 4. Wichtige homöopathische Mittel gegen Durchfall

1. Beschaffenheit des Kots

Der Stuhl kann breiig oder flüssig sein. Die Kotfarben variieren von dunkel-braun über ockerfarben, gelb und weiß bis zu grün, rot und schwarz, wobei manchmal Blut, Schleimfetzen oder andere Beimengungen zu bemerken sind.
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2. Art des Kotabsetzens

Weiters spielt die Art des Kotabsatzes eine wichtige Rolle. Der Durchfallkot kann in hohem Bogen heraus schießen (Hydrantenstuhl) oder er rinnt unbemerkt aus dem After weg. Auch die Häufigkeit des Kotabsatzes soll beachtet werden. Manche Tiere setzen auf einmal große Haufen ab, andere viele kleine Batzen, bei einzelnen Tieren besteht der Durchfall nur nachts oder am frühen Morgen oder nur tagsüber. Ob sich das Tier in der Krankheit vom Verhalten her ruhig oder unruhig zeigt, ist ein sehr bedeutendes Symptom.
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3. Sonstiges Verhalten der Tiere

Der Durst und das Trinkverhalten sind ebenfalls individuelle Zeichen, trinkt das Tier viel oder wenig, viel auf einmal oder häufig in kleinen Schlucken, spielt es mit der Tränke herum? Manche Durchfalltiere haben Bauchschmerzen oder Koliken, sie stehen gekrümmt da oder schlagen mit den Beinen gegen den Bauch. Mancher Patient greift sich kalt an, andere warm und einige haben Durchfall mit Fieber. Eine weitere Beobachtung zeigt, dass Durchfalltiere sehr erschöpft sein können und mit eingesunkenen Augen daliegen, dagegen sind welche trotz länger bestehendem Durchfall noch immer frisch und munter. Bedeutend ist auch der Typ des Tieres. Ist es schlank und hochbeinig, immer neugierig und leicht zu erschrecken oder ist es schwerfällig, mit kräftigem Knochenbau und langsamer Reaktion.
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4. Wichtige homöopathische Mittel gegen Durchfall:

  • Podophyllum. Das homöopathische Arzneimittel Podophyllum ist ein typisches Durchfallmittel. Der Stuhl schießt in hohem Bogen aus dem After heraus und ist dünn wie Wasser. Die Farbe ist gelb bis grün und der Kot stinkt mehr oder weniger. Der Patient presst auch nach dem Kotabsatz noch, er steht gekrümmt da und hat einen offensichtlichen Drang. Vor lauter Pressen kann sogar ein Mastdarmvorfall entstehen. In der Krankheit besteht großer Durst. Nach dem Fressen oder Milchtrinken ist der Durchfall schlimmer. Besser geht es im Liegen in Bauchlage oder durch Reiben des Bauches. Wenn ein Durchfall dieser Art besteht, gibt man das Podophyllum D6 mehrmals bis zu Besserung.
  • Calcium carbonicum. Wenn das Kalb oder Ferkel grobknochig und träge ist, wenn es schwerfällig aufsteht und mühsam laufen lernt, schwach mit kalten Füßen, dann denken wir an das Arzneimittel Calcium carbonicum. Diese Tiere haben eine sauer riechenden, käsigen Stuhl. Sie vertragen die Milch schlecht und scheiden sie unverdaut wieder aus. Sie neigen auch zu sauer riechendem Schweiss und Haarausfall. Oft kommt noch ein dicker Blähbauch mit lauten Darmgeräuschen dazu und der Durchfall wechselt mit Verstopfung ab. Solche Jungtiere trinken schlecht oder haben überhaupt keine Sauglust. Aus diesem tristen Zustand kann man sie mit einer Gabe Calcium carbonicum C 30 herausholen und man wird eine positive Entwicklung damit einleiten.
  • Pulsatilla. Jeder Bauer hat schon ein Durchfallkalb (-ferkel, -lamm, etc.) im Stall erlebt, das auffällig anhänglich, ja fast schon lästig ist und es seine Streicheleinheiten fordert. Es reagiert auf die geringste Überfütterung von Milch mit Durchfall bei weitern bestehender Sauglust. Dabei fällt ins Auge, dass jeder Kot anders aussieht, einmal gelb, dann grauweiß, einmal fettig, dann trocken, die Kontinuität besteht in der Wechselhaftigkeit. Solche Tiere sind sehr gerne an der frischen Luft und haben im warmen Stall mehr Beschwerden. Alle diese Verhaltensweisen und Symptome führen zum Arzneimittel Pulsatilla hin. Eine Gabe einer C 30 wird diesem Patienten nicht sein liebes anhängliches Wesen verändern, aber insgesamt zu mehr Stabilität führen.
  • Phosphor. Es gibt äußerst schreckhafte, geräuschempfindliche Tiere, die immer auf die Umgebung reagieren. Sie sind lebhaft und unruhig mit auffällig großem Durst. Beim Trinken wird kaltes Wasser dem wärmeren deutlich vorgezogen. Wenn ein solches Tier Durchfall hat, ist es dabei lebhaft und wach, trotz dünnem und teils schleimigen Kotes. Bei diesen Patienten besteht guter Appetit, vor allem tagsüber. Oft sind richtige Morgendurchfälle zu bemerken bzw. der Durchfall entsteht durch Aufregung (fremde Geräusche, Untersuchung, Umstallen,...). Gerade solche Patienten neigen zu fieberhaften Erkrankungen, Lungenentzündungen und Leberstörungen. Mit Phosphor C 30 kann dieses Tier in seiner ganzen Konstitution unterstützt werden, sowohl bei Durchfall, als auch bei übertriebener Unruhe oder anderen Erkrankungen.
  • Arsenicum album. Wenn ein Tier vom Durchfall so sehr geschwächt ist, dass es nicht mehr aufstehen kann, so ist die Krankheit schon lebensbedrohlich. Die große Schwäche und das Fieber stehen im Vordergrund. Bei genauerer Beobachtung kann die Ruhelosigkeit wahrgenommen werden: das Tier zappelt hin und her, trotz der hochgradigen Erschöpfung kann es nicht ruhig liegen. Weiters fällt uns das häufige Trinken von kleinen Schlucken auf. Der Patient greift sich kalt an und fühlt sich in der Wärme besser, er ist abgemagert und wirkt ängstlich. Die Haare sind glanzlos, abgebrochen und schuppig. Wenn diese Symptome vorgefunden werden, soll sofort Arsenicum album D 12 gegeben werden.
  • Nux vomica. Zuletzt soll auf das Arzneimittel Nux vomica hingewiesen werden: Ein zu rascher Futterwechsel oder zuviel, nicht artgerechtes und falsch zusammengesetztes Futter oder gar verdorbenes Futter können leicht einen heftigen Durchfall auslösen. Dabei haben die Tiere Bauchschmerzen und Koliken, wollen sich nicht berühren lassen und pressen dauernd auf Kot. Viele Winde gehen ab. Das Tier wirkt insgesamt unwirsch und grantig. Dieser Zustand lässt sich mit Nux vomica D6 deutlich bessern.

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Autorin: Dr. Elisabeth Stöger
Die Inhalte stammen von Dr. Elisabeth Stöger, Tierärztin am FiBL Österreich.
Sie wurden erstmals in der BIO AUSTRIA - Zeitung veröffentlicht und liegen hier in gekürzter Fassung vor.
Kontakt: elisabeth.stoeger@aon.at



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