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Kühe: Trockenstellen und Geburt

Foto: © BLE, Bonn/Dominic Menzler

Das Trockenstellen der Kühe und Geburten im Kuhstall sind selbverständliche Vorgänge, die bei einem normalen Verlauf keine tierärztliche Hilfe benötigen. Trotzdem gibt es natürlich allgemeine Grundregeln, die eingehalten werden sollen.

mehr lesen... 1. Euterkranke Kuh niemals trockenstellen

mehr lesen... 2. Umstellung der Fütterung

mehr lesen... 3. Kontrolle und Zitzenverschluss

mehr lesen... 4. Homöopathische Hilfe

1. Euterkranke Kuh niemals trockenstellen

Das Trockenstellen der Kuh ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche nächste Laktation. Die Kühe benötigen eine Ruhepause, um das Euter wieder gut anzubilden und um ausreichend Nährstoffe für das Kalb, das in den letzten zwei Monaten am stärksten wächst, zu Verfügung stellen zu können. Demnach soll die Trockenstehzeit etwa acht Wochen, jedenfalls aber nicht weniger als 50 Tage betragen. Eine Woche vor dem Trockenstellen soll unbedingt ein Schalmtest von allen vier Eutervierteln gemacht werden. Eine euterkranke Kuh darf niemals trockengestellt werden, da sich sonst die krankmachenden Bakterien ideal vermehren können und eine massive Euterentzündung vorprogrammiert ist! Der Schalmtest gibt einen Überblick über den Gesundheitszusand des Euters, wobei es aber normal ist das alle Euterviertel eine leichte gleichmäßige Erhöung der Zellzahl anzeigen (typisch für altmelkende Kühe). Wenn allerdings ein Euterviertel ”aus der Reihe tanzt” oder Flocken in der Milch sind, dann ist eine Milchprobe einzusenden und es ist noch genug Zeit zum Behandeln des Tieres vor dem Trockenstellen.
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2. Umstellung der Fütterung

Es ist auf eine ausreichende Rohfaserversorgung zu achten und eine starke Reduktion von Eiweiß und Energie ist notwendig (langsamer Kraftfutterentzug). Die trockenstehenden Kühe müssen extra gefüttert werden und dürfen nicht mit den laktierenden mitfressen. Kühe, die zu gut gefüttert werden, verfetten stark in der Trockenstehzeit und haben eine schwerere Geburt mit allen Komplikationen zu erwarten. Sie sind aufgrund ihrer verminderten Fitness auch anfälliger für Euterentzündungen und Stoffwechselstörungen nach der Geburt. Auch eine Überfütterung mit Mineralstoffen bewirkt Gesundheitsprobleme: der Körper der Tiere wird durch das ständige Mineralstoffangebot träge und kann dann beim Einschießen der Milch nicht genung Kalzium aus den Knochen mobilisieren. Die Folge ist das Festliegen nach der Geburt. Auch Kalbinnen müssen in der Zeit vor der Geburt eher kurz gehalten werden und dürfen nicht verfetten.
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3. Kontrolle und Zitzenverschluss

Trockenstehende Kühe sollen einmal pro Woche am Euter kontrolliert werden, da es sehr bösartige Euterentzündungen in dieser Zeit geben kann (z.B. Holsteinsche Euterseuche v.a. bei Weidegang). Geschwollene Sprunggelenke in der Trockenstehzeit sind oft ein Zeichen für eine Euterentzündung.
Oft liest man Empfehlungen, dass das Trockenstellen am Vormittag erfolgen soll, damit die Geburt nicht nachts kommt. Ob das Melken langsam beendet wird oder von einer Mahlzeit auf die andere, das ist der Erfahrung jedes einzelnen überlassen, beide Möglichkeiten werden praktiziert. Das letzte Ausmelken muss auf jeden Fall aber sehr gründlich erfolgen und eine genaue Reinigung der Zitzen gehört dazu. Um den Strichkanal möglichst gut zu verschließen, kann man danach die Zitze in Holzteer oder in ein Tauchbad, das die Zitze abschließt, tauchen. Dies hat sich auch bei Kalbinnen gewährt.
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4. Homöopathische Hilfe

Natürlich muss bei jeder Rindergeburt die Lage des Kalbes kontrolliert werden, bevor an eine homöopathische Behandlung zu denken ist. Eine Gebärmutterverdrehung oder eine total falsche Lage des Kalbes kann nur mechanisch berichtigt werden.
Wenn allerdings die Lage des Kalbes normal und das Wasser schon gegangen ist und die Kuh oder die Kalbin immer noch fressend und wiederkauend dasteht, dann darf man an das homöopathische Mittel Pulsatilla denken. Es wird wirken, wenn sich die Geburt hinzieht ohne dass der Allgemeinzustand gestört ist und das Tier etwas ängstlich wirkt. Auf Zureden und Trost spricht die Kuh gut an. Die Wehen sind schwach und unregelmäßig oder zuerst normale Wehen werden immer schwächer. Die Tiere sind liebenswürdig und zeigen keinen Durst. Nach überstandener Geburt sind sie sehr mütterliche Kühe, die das Kalb gut annehmen und auch als Ammenkühe geeignet sind. Neben Pulsatilla stehen selbstverständlich einige andere homöopathische Arzneimittel zur Unterstützung der Geburt zur Verfügung, dabei sind immer die momentanen Symptome nach den Grundregeln der Homöopathie zu erfassen.
In unklaren Situationen kann man nur den Rat geben, lieber früher als zu spät eine geeignete Hilfe zu holen.
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Autorin: Dr. Elisabeth Stöger
Die Inhalte stammen von Dr. Elisabeth Stöger, Tierärztin am FiBL Österreich.
Sie wurden erstmals in der BIO AUSTRIA - Zeitung veröffentlicht und liegen hier in gekürzter Fassung vor.
Kontakt: elisabeth.stoeger@aon.at



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