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BIOBAUERN
Mastitisprobleme: Grundsätzliches zur EuterentzündungEuterentzündungen sind neben Fruchtbarkeitsstörungen und Klauenproblemen die häufigsten Abgangsursachen bei Kühen. Dabei handelt es sich bei allen diesen Erkrankungen um typische Faktorenerkrankungen, d.h. erst das Zusammenwirken verschiedener krankmachender und belastender Umstände führt zu diesen sichtbaren Schäden.
1. Die häufigsten Ursachen
Eine Mastitis wird durch Bakterien oder Hefen verursacht, wobei aber auf jeden Fall zuerst die Abwehrkraft des Tieres so herabgesetzt sein muss, dass diese Krankheitserreger ins Euter eindringen und sich dort auch noch vermehren können. Diese resistenzschwächenden Faktoren können jeder für sich recht harmlos erscheinen, aber sie summieren sich eben. 2. Akute Mastitis
Das Erkennen einer akuten Euterentzündung ist meist kein Problem: das entsprechende Euterviertel ist vergrößert, rot, heiß und schmerzhaft. Das Berühren des entzündeten Viertels ist der Kuh oft unangenehm und mag zu heftigen Abwehrreaktionen führen, sie duldet das Melken kaum. Die Milch ist mit Flocken durchsetzt oder wird überhaupt wässrig oder eitrig. Bei sehr heftigem Verlauf, wie zum Beispiel bei der Coli-Mastitis, liegt zuerst eine Allgemeinstörung vor: die Kuh frisst eine Mahlzeit kaum und hat bereits Fieber, bevor noch die Milch verändert ist. Oft besteht auch Schüttelfrost, heftige Atmung und Verdauungsstörung. Dies kommt dadurch zustande, dass bei einer tiefgreifenden Mastitis viele Abbauprodukte der Entzündung über den Blutkreislauf in den Körper gelangen und somit das Fieber und die Leberbelastung bedingen. 3. Chronische-subklinische Mastitis
Diese Art der Mastitis entsteht entweder aus einer nicht ausgeheilten akuten Mastitis oder sie entwickelt sich selbständig schleichend. Dabei sind die Euterveränderungen wenig dramatisch, es kann eine leichte Schwellung vorliegen oder es sind Knoten zu tasten. Die Milch sieht wenig verändert aus, manchmal sind Flocken sichtbar. Oft bemerkt der Melker die Erkrankung überhaupt nicht und wird erst durch ein Schreiben der Molkerei darauf aufmerksam gemacht. Der Schalmtest zeigt aber untrüglich an, wenn ein Euterviertel nicht in Ordnung ist. Die subklinischen Mastitiden stellen eigentlich das größte Problem dar, da sie zu spät bemerkt werden und auch schwer zu therapieren sind. In manchen Betrieben sind 40 % der Kühe davon betroffen. Zur Erkennung eignen sich Schalmtest und Milchprobe. 4. Tests, um chronische Mastitis zu erkennenSchalmtest. Der Schalmtest ist ein einfach durchzuführender Test zur Ermittlung der Zellzahl in der Milch. Ein erhöhter Zellgehalt in der Milch ist ein Zeichen für Reizungs- oder Entzündungsprozesse im Euter. Bei diesen Zellen handelt es sich zum Teil um Epithelzellen aus den Milchgängen des Euters und zum Teil um Abwehrzellen (weiße Blutkörperchen) aus dem Blut. Die Milch eines gesunden Euters weist nicht mehr als 100.000 Zellen auf. Wenn beim Schalmtest eine Schlierenbildung zu erkennen ist, dann sind bereits mehr als 150.000 Zellen in der Milch, bei einer Gelbildung sind es über eine Million Zellen. Mit dem Schalmtest kann man sehr gut subklinisch erkrankte Euterviertel herausfinden, d.h. kranke Euterviertel ohne äußerlich sichtbare Anzeichen.
Milchprobe. Wenn Bakterien oder Hefen im Euter vermutet werden, dann ist die Untersuchung einer Milchprobe notwendig. Diese ist steril zu entnehmen – nachdem vorher die Zitzen mit Alkohol gereinigt wurden – und möglichst rasch in die entsprechende Untersuchungsanstalt zu bringen. Dort wird die Milch ausgestrichen und bebrütet, wenn Bakterien nachgewiesen werden, kann danach ein Hemmstofftest gemacht werden. Nach diesem Ergebnis richtet sich eine eventuelle antibiotische Behandlung. 5. Mögliche Behandlungen
Egal welche Therapieart man wählen will, es gilt als Grundsatz der Mastitistherapie: Je früher die Therapie begonnen wird, umso höher sind die Heilungsraten.
Daneben gibt es aber noch eine Reihe unterstützender und alternativer Maßnahmen: 6. Vorbeugung vermindert Risiko der ErkrankungEine gewissenhafte und engagierte Stall- und Euterhygiene ist die Grundvoraussetzung für einen gesunden Tierbestand:
7. Verboten im Biolandbau
Das Zitzentauchen mit jodhältigen Präparaten oder mit chemisch-synthetischen Desinfektionsmitteln ist in der biologischen Landwirtschaft nicht erlaubt!
Autorin: Dr. Elisabeth Stöger |