Wenn Rinder husten
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Foto: © BLE, Bonn/Thomas Stephan
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Nicht nur Menschen sind im Herbst und Winter von Erkältungen und Grippe geplagt. Auch für unsere Rinder ist jetzt die typische Grippezeit.
Bei der Kälber- oder Rindergrippe handelt es sich um eine Saisonkrankheit. Der Stall ist voll, das Stallklima zu feucht und warm, draußen dominieren Nebel und Feuchtigkeit. Wenn noch staubige, verpilzte Einstreu oder kalte Zugluft dazukommen, dann ist die Körperabwehr überfordert.
Symptome der Rindergrippe
Die Schleimhäute der Atemwege werden gereizt und geschwächt. Zum anfänglichen Reizschnupfen gesellt sich ein infektiöser Schnupfen. Oft bleibt die Infektion nicht auf die Nase beschränkt, sondern gelangt über die Luftröhre weiter in Bronchien und Lunge. Mattigkeit, Niedergeschlagenheit und Fressunlust mit Nasenausfluss und Speicheln sind die ersten Symptome. Das Fieber steigt oftmals über 41°C. Schwere Erkrankungen sind an der angestrengten, pumpenden Atmung mit gestreckter Kopf-Hals-Haltung und Breitstellung der Vorderbeine erkennbar. Zäher Schleim kann das Atmen behindern und zum Husten reizen. Die Infektion ist ansteckend und breitet sich rasch von Tier zu Tier aus, daher Vorsicht beim Tierzukauf und bei Stallbesuchen. Tiere mit hohem Fieber und eitrigem Nasenausfluss gehören unbedingt in tierärztliche Behandlung.
Begleitende Maßnahmen
- Die Tiere brauchen genügend Frischluft und Licht.
- Die Stalltemperatur soll bei 12 bis 20°C liegen, die Luftfeuchtigkeit bei 60 bis 80 %.
- Auf Lüften ohne Zugluft muss geachtet werden.
- Für Kälber, die frieren, soll man eine Wärmelampe aufhängen.
- Die Tiere müssen ausreichend trinken, denn durch das Fieber besteht ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf.
- Warme Brustwickel oder eine Inhalation mit ätherischen Ölen oder Heublumen bringen Kälbern Linderung.
- Ätherische Öle können auch mehrmals täglich mit einem Sprüher oder Zerstäuber im ganzen Stall verteilt werden.
Heilpflanzen, die beruhigen und lösen
Zu Beginn der Entzündung im Atmungstrakt sind jene Heilpflanzen angezeigt, die eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute haben, also etwa Eibischwurzel und Spitzwegerichkraut. Das Isländische Moos (Volksname „Graupen“) enthält beruhigende Schleimstoffe für die Atemwege und appetitanregende Bitterstoffe für den Magen.
Krampfhafter Husten ist typisch für Virusinfektionen. Von alters her ist der Thymian für seine Wirksamkeit bei diesen Fällen bekannt. Ein halber bis ein Liter Thymiantee, fünf Minuten zugedeckt ziehen gelassen, mit etwas Honig gesüßt, soll den Tieren zweimal täglich angeboten werden. Eine gute Kombination mit Thymian stellt die Schlüsselblume oder die Pestwurz dar.
Buchtipp
Kräuter für Nutz- und Heimtiere: Ratgeber für die Anwendung ausgewählter Heil- und Gewürzpflanzen.
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