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BIOBAUERN
Wichtige homöopathische ArzneimittelDie Homöopathie ist eine Medizin, die den kranken Organismus durch das Anregen von Regulationsprozessen zur Heilung führen kann, deshalb spricht man von Regulationsmedizin.
1. Das richtige Arzneimittel
Das ganze Tier oder der ganze Mensch muss beobachtet werden, um möglichst viele auffällige Krankheits- und Verhaltenssymptome zu sammeln. Es reicht nicht aus, zu sagen: Das Kalb hat Durchfall! Der Durchfall kann flüssig oder breiig sein, er kann sehr oft abgesetzt werden oder nur zweimal pro Tag. Der Stuhl kann richtig aus dem After herausschießen oder im Liegen unbemerkt abgehen. Ist der After gerötet und wund (dann ist der Durchfall „scharf”)? Welche Farbe hat der Stuhl: gelblich, grün, schwarz, braun, blutig, schaumig, mit Schleimfetzen, etc? Wie ist der Geruch? 2. Das Wesen in den Mittelpunkt stellen
Eine zweite Möglichkeit zur passenden homöopathischen Arznei zu kommen, erfolgt über die Erkennung des Typus des Tieres (oder Menschen). Ist es ein dickes oder dünnes Tier, ruhig oder schreckhaft, jung oder alt, träge oder überaktiv, steht es hoch in der Leistung oder nicht, ist es krankheitsanfällig oder sehr robust, neigt es zu bestimmten Krankheiten etc.. 3. Beispiel: Calcium carbonicum
Bei diesem Arzneimittel handelt es sich um die homöopathische Zubereitung des Austernschalenkalkes. Besonders in der Rinderpraxis ist Calcium carbonicum ein häufig gebrauchtes Mittel. Man kann sich darunter eine typische schwere Fleckviehkuh vorstellen: Grobknochig mit großem Kopf und ausladenden Hörnern wirkt sie schwerfällig und nicht sehr aktiv (Ansatztyp). Beim Weidegang fällt auf, daß sie wenig bewegungsfreudig ist, sie bleibt stehen wo man sie hingestellt hat. Sie zeigt einen kräftigen Knochenbau, hat aber schwache Gelenke und oft einen Hängebauch. Das Tier ist träge und nicht für Höchstleistungen zu haben, aber es bringt bei guter Betreuung eine konstante Leistung ohne große Probleme. Es hat eine schlaffe weiche Haut und eine starke Behaarung. Die Gliedmaßen und der Schwanz sind häufig auffallend kalt. Im Verhalten gegen den Menschen ist dieses Tier ruhig und anhänglich. Es braucht eine gewisse Betreuung und Anlehnung um sich sicher zu fühlen. Es lässt sich ohne Probleme melken, besamen und umstallen. Der gutmütige Blick und das gutmütige Wesen machen den Umgang unproblematisch, obwohl es ab und zu auch störrisch sein kann, nicht aber aggressiv. 4. Wann soll man das Mittel Calcium carbonicum geben?
5. Beispiel: Phosphorus
Der homöopathische Phosphor-Typ ist in vielem genau das Gegenteil vom oben besprochenen Calcium carbonicum-Typus. In unserer Vorstellung erscheint eine typische Schwarzbunte Kuh in ihrer lebhaften Art. Sie ist sehr schreckhaft und reagiert auf jedes Geräusch. Sie ist eine sensible Hochleistungskuh mit einem zierlichen, feinknochigen Körperbau. Sie ist schlank und hochbeinig mit schmalem Brustkorb. Trotz guter Fütterung wird sie nie fett (Umsatztyp). Die Tiere sind immer in Bewegung und überaktiv. Sie ermüden rasch, sind aber nach kurzer Rast gleich wieder fit. Haut und Haar sind fein und seidig. Der Kopf ist zierlich und die Hörner sind dünn, spitz und waagrecht. 6. Wann soll man das Mittel Phosphor geben?
7. Konstitutionstyp eindeutig erkennen
Natürlich gibt es noch sehr viele andere Charakter- und Konstitutionstypen, wie jeder Landwirt im täglichen Umgang mit seinen Tieren leicht feststellen kann. Es ist daher ratsam, für jedes (Zucht)Tier im Stall eine Art „Charakterkarte” zu führen, wo die bisher durchgemachten Krankheiten (auch als Kalb) und die typischen Verhaltenseigenschaften festgehalten werden.
Autorin: Dr. Elisabeth Stöger |