Das Thema für die BioVersität 2008Alte Kulturpflanzen und Tierrassen haben Zukunft
Spitzenköche sind längst auf den Geschmack gekommen
Spitzenköche sind längst auf den Geschmack gekommen: Alte Gemüseraritäten oder Fleischspezialitäten von alten Haustierrassen bieten völlig neue Genüsse. Dabei bedeutet die Wiederentdeckung unserer alten, regionalen Züchtungen weit mehr als nur eine zusätzliche Bereicherung am Speiseplan: Sie sorgen einerseits für eine unverwechselbare regionale Identität und garantieren andererseits die lebensnotwendige Vielfalt unserer Pflanzen und Tiere für eine zukünftige Landwirtschaft. Weniger als 30 Pflanzenarten übernehmen dreiviertel der Welternährung
Weniger als 30 Pflanzenarten übernehmen heute 75 % der Welternährung. Im vergangenen Jahrhundert verschwanden weltweit an die 250.000 Pflanzensorten. Um 1900 wuchsen in Österreich ca. 3.000 bis 5.000 Apfelsorten – heute nur mehr 400 bis 500. Nur eine klägliche Auswahl gelangt bis in die Supermarktregale. In den Ländern der 3. Welt schaut es nicht weniger dramatisch aus. In Indien wurden um 1900 noch etwa 30.000 lokale Reissorten angebaut. In den späten 1970er Jahren nur mehr 12 Sorten auf ¾ aller Anbauflächen. Mit der zunehmenden Industrialisierung und Rationalisierung verschwand Kulturpflanzenvielfalt in atemberaubendem Tempo - die FAO schätzt, dass in den letzten 100 Jahren rund 75 % der Sorten unwiederbringlich verloren gegangen sind! 40 Nutztierrassen allein in Österreich gefährdet
Nicht nur viele Wildtiere stehen in Österreich auf der „Roten Liste“, sondern leider auch zahlreiche landwirtschaftliche Nutztiere direkt vor unserer Haustüre. Natürlich sind nicht die Kuh, das Schaf oder das Huhn bedroht. Bedroht sind einzelne Rassen! Allein in Österreich sind über 40 Nutztierrassen gefährdet und damit auch ihre wertvollen Eigenschaften wie Robustheit, Resistenz gegen diverse Krankheiten, etc. Tierrassen und Pflanzensorten als tausendjährige Kulturleistungen unserer Bauern
Es ist erst ein paar tausend Jahre her, dass Menschen auf die Idee kamen, sich nicht allein auf das Sammeln und Jagen zu verlassen. Durch Nutzung und Auslese entwickelten die Bauern & Bäuerinnen die Vielfalt von Kulturpflanzen und Nutztieren. Wiederbeleben der kulturellen Vielfalt
Die von Menschenhand entwickelte Vielfalt an Pflanzen und Tieren in der Landwirtschaft war das Ergebnis eines schöpferischen Umgangs mit der Natur. Nicht nur um das blanke Überleben zu sichern, sondern auch als Ausdruck von Genuss, Lebensfreude und Esskultur. |