Neuer Obmann von BIO AUSTRIA Burgenland
Am Samstag, dem 7. März 2009, wurde ich von der Vollversammlung von BIO AUSTRIA Burgenland zum Obmann gewählt.
Meine Ziele und Visionen lauten folgendermaßen:
1) In jedem Dorf mindestens ein Bio–Betrieb
2) 100 % Biofütterung für Biobäuerinnen und Biobauern
3) Praxisgerechte Bioberatung
Zu 1):
Die Tatsache, dass es nicht in jeder kleinen Region (Ortschaft) einen biologischen Betrieb gibt, ist der Grund für diese Aussage. Unser Ziel einer flächendeckenden Verteilung der biologischen Flächen im ganzen Burgenland hat mehrere Vorteile:
Zum einen hat eine ordnungsgemäße biologische Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Betrieben Vorbildcharakter, was Bodenschutz, Wassermanagement und CO2-Einsparung betrifft, und zum anderen kann es uns im Kampf gegen die unnötige Gentechnik helfen. Falls es zu einer Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen bei uns kommen sollte, dann hat der Freisetzer dafür Sorge dass es zu keiner Kontamination von GT–freien Flächen kommen kann. Dies geht nur mit Abständen zu biologischen oder gentechnikfreien Flächen. In einer Region, wo flächenhaft Biolandbau betrieben wird, wird es dann unmöglich, GVO anzubauen.
Zu 2):
Eine Vorschrift, dass Biobäuerinnen und Biobauern verpflichtend mit Biolebensmitteln “gefüttert” werden müssen, wäre ein Eingriff in die Menschenrechte. Trotzdem ist mir der 100 %–ige Einsatz von hochwertigen biologischen Erzeugnissen am Speiseplan der BIO AUSTRIA–Mitglieder(Innen) und anderer Bio–ErzeugerInnen ein persönliches Anliegen. Und wenn wir diese 100 % auch noch durch einen großen Teil aus heimischen Bioprodukten besetzen können, dann haben wir sehr viel für die heimische (Land–)Wirtschaft und für den Klimaschutz getan.
Zu 3):
Die Beratung bei BIO AUSTRIA Burgenland ist in der Vergangenheit eher in Richtung Umstellerberatung gegangen. Die Tatsache, dass mit Herbstantrag 2009 (sprich Mehrfachantrag 2010) ein letztmaliger Einstieg (Umstieg in höherwertige Maßnahme) in die Biologische Landwirtschaft laut ÖPUL 2007 möglich ist, wird uns in naher Zukunft nur mehr wenig neue Biobauern und Biobäuerinnen bescheren.
Darum müssen wir etwas für die langjährigen Mitglieder tun. Aufgrund des überraschenden Ausstieges unserer geschätzten Kollegin Dr. Christina Pilz haben wir aber bereits mit Franz Traudtner einen Nachfolger gefunden. Ich wünsche Christina auf diesem Wege alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass sie als Fachfrau der biologischen Landwirtschaft erhalten bleibt.
In diesem Sinne wünsche ich allen BIO AUSTRIA–Bäuerinnen und Bauern alles Gute für das neue Wirtschaftsjahr und dass es bald abtrocknen möge.
Rainer Fanzler,
Obmann von BIO AUSTRIA Burgenland
M 0676/84 22 14 513