Österreich ist mit einem Anteil von 14 % Biobauern und 16 % biologischer Flächenbewirtschaftung in Europa führend.
Der Bio-Markt boomt, die Nachfrage beginnt das Angebot zu übersteigen. Daher wurde die Initiative „Bio sucht Bauer“ von Lebensministerium, Landwirtschaftkammer Österreich und BIO AUSTRIA gestartet. Das Ziel ist, die Bio-Produktion in Österreich zu erhöhen.
Bio wächst weiter
Landwirtschaftsminister Josef Pröll eröffnete den Tag und unterstrich gleich zu Beginn, dass diese Veranstaltung dazu führen solle, dass Bio weiter wächst. „Die Nachfrage nach Bio wird weiter steigen und die Preisentwicklung ist positiv. Wir erarbeiten ein Bio-Aktionsprogramm, das – neben dem ÖPUL – die Entwicklung des Bio-Standortes Österreich vorantreiben soll“, versprach Minister Pröll. Auch werde er weiterhin vehement gegen die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Österreich kämpfen, versprach er weiter.
Bio-Standort Österreich
Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA erläuterte, warum man heute überhaupt von einem Bio-Standort Österreich sprechen kann. „Seit 1995 ist Österreich Spitzenreiter. Bauern, Verarbeiter und Lebensmittelhandel haben sich in Sachen Bio einen Know How-Vorsprung erarbeitet, der uns heute neue Chancen eröffnet.“ Die steigende Nachfrage nach Bio bedeute ein enormes Potential für die Bio-Landwirtschaft. „Wir brauchen heute wieder eine Stimmung wie 1995, als die Erfolgsgeschichte Bio begann.“
Präsident Walfried Wutscher betonte die Rolle des Bauern als Betriebswirt. „Bio ist keine extensive, einfache Form der Landwirtschaft. Der Aufwand und die höhere Qualität muss dem Bauern vergütet werden.
Hans Kreschischnig, Obmann von BIO AUSTRIA Kärnten formulierte als klares Ziel die Absicherung des Marktes österreichischer Bio-Lebensmittel und die Gewinnung weiterer Mitgliedsbetriebe. „Noch vor einigen Jahren hat man befürchtet, dass die gestiegene Bio-Produktion nicht vermarktet werden könnte. Heute beginnt die Nachfrage das Angebot zu übersteigen“.
Bio-Markt
Namhafte Experten großer Kärntner Verarbeitungsbetriebe präsentierten die Biomarkt-Entwicklungen, stellen die jeweilige Marktsituation von Bio-Getreide, Milch, Fleisch bzw. Schweinen dar und zeigten ihre jeweiligen Strategien und kommende Entwicklungsmöglichkeiten auf.
Peter Messner, Unser Lagerhaus: „Es gibt positive Aussichten für Bio-Getreideproduzenten, der Bedarf wird weiter steigen. Es kann von stabilen bis steigenden Preisen ausgegangen werden“.
Auch Wolfgang Kavalar von der Kärntnermilch verweist auf eine positive Bio-Umsatzentwicklung. „Der Bio-Umsatz hat sich im Zeitraum 2001 bis 2007 mehr als verdoppelt, wir wollen den Bio-Umsatz weiter erhöhen. Der durchschnittliche Bio-Milchzuschlag lag 2007 bei 6,73 Cent.“
Von einer guten Entwicklung und großen Marktchancen spricht auch Friedhelm Basler von der BVG Kärntner Fleisch. „Über die BVG wurden 2007 um 11,5 % mehr Bio-Rinder vermarktet als im Vorjahr. Auch heuer rechnen wir mit einem weiteren Absatzplus.“
„Die Preise, die derzeit für Bio-Schweine bezahlt werden, sind ausgezeichnet. Und der Lebensmittelhandel fragt mehr nach, als wir derzeit liefern können“, bestätigt Barbara Stärk von der EZG Bio-Schwein den allgemeinen Trend.
Das Biozentrum Kärnten – Kooperation von BIO AUSTRIA Kärnten und Landwirtschaftskammer Kärnten – richtet seine Ressourcen auf die Initiative „Bio sucht Bauer“ aus. Das Ziel ist, interessierten Landwirten fundierte Beratung und In-formation anzubieten, damit möglichst viele Bauern auf Bio umsteigen. Christian Perkounig, Geschäftsführer des Biozentrum Kärnten rief zur Zusammenarbeit auf. „Das Biozentrum Kärnten ladet alle ein, gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten.“
Rückfragehinweis:
Biozentrum Kärnten
Mag. Christian Perkounig
Geschäftsführung
M 0676/842 214 320
E christian.perkounig@bio-austria.at
Am Bild zu sehen: v.l.n.r.: Hans Kreschischnig, Obmann von BIO AUSTRIA Kärnten und Landwirtschaftsminister Josef Pröll