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Taste the waste - Essen im Müll?

© BIO AUSTRIA NÖ / A. Karl-Barth

Die Biobäuerinnen und Biobauern der BIO AUSTRIA Arbeitsgruppe Melktal plus luden in Zusammenarbeit mit dem CineMank am 14. November zum Filmabend „taste the waste“ mit anschließender Diskussion.
Rund 170 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und sorgten für einen übervollen Kinosaal.

In unserem Müll findet man überwältigende Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, oft originalverpackt, zum Teil mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Der deutsche Filmemacher Valentin Thurn hat den Umgang mit Lebensmitteln international recherchiert und kommt zu erschreckenden Ergebnissen: die Menge an Essen, die in Europa weggeworfen wird, würde zwei Mal reichen, um alle hungernden Menschen der Welt zu ernähren. Das Essen im Müll hat aber noch weitere Folgen: die entstehenden Klimagase (v.a. Methan) der vergärenden Lebensmittel haben einen bedeutenden Einfluss auf die Erderwärmung.
Der Film zeigt aber auch, dass ein Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die diesem Irrsinn mit neuen Ideen und viel Engagement entgegen treten. So werden z.B. „Mülltaucher“ vorgestellt, die ihre Nahrungsmittel zu einem großen Teil aus dem Abfall anderer Menschen beziehen und damit diesen Missstand aufzeigen und dagegen protestieren. In Amerika und auch in Europa entstehen Kooperativen zwischen Bauern und Konsumenten, bei denen die Verantwortung von beiden Seiten getragen wird und eine gegenseitige Unterstützung stattfindet.

Im Anschluss an den Film moderierte Biobauer Franz Wieländer eine Podiumsdiskussion. Christine Krampl stellte das Modell der Sozialmärkte in NÖ vor. Sozial bedürftige Menschen können im SOMA günstig Supermarktware kaufen, die sonst im Müll landen würde.
Birgit Ponath, Info-Biobäuerin und Betreiberin des bioCatering, betonte, wie wichtig es ist, den Konsumenten den Bezug zu Lebensmitteln wieder nahe zu bringen. Besonders die Kinder liegen ihr am Herzen. In Kochkursen und Workshops in Schulen vermittelt sie die Freude am Kochen und Selbermachen. Beim bioCatering werden übriggebliebene Speisen regelmäßig an ein Sozialprojekt von Ute Bock und die Gruft in Wien geliefert.
Monika Pichler, Küchenleiterin vom Landespensionistenheim Mank setzt zunehmend auf den Einsatz von Bioprodukten. Privat als Biobäuerin betreibt sie einen Hofladen in der Nähe von Mank.
Einen Blick auf die regionale Situation warf GVU Melk Obmann und Bürgermeister DI Martin Leonhardsberger: im Bezirk Melk besteht der Restmüll zu 10 % aus weggeworfenen Lebensmitteln, was einer Menge von rund 1.400 Tonnen jährlich entspricht. BGM Leonhardsberger setzt auf Bewusstseinsbildung. Neben anderen Maßnahmen zur Müllvermeidung, motiviert der Abfallverband bei Veranstaltungen zur Restlküche und verteilt Rezeptvorschläge.

Abschließend bedankte sich Gabi Zeinzinger, Arbeitsgruppenleiterin der AG Melktal plus, bei den zahlreichen BesucherInnen und lud zum Verkosten von Biospezialitäten, zur Verfügung gestellt von den Biobäuerinnen und Biobauern der Region.

am Bild: vlnr: Renate Wutzl vom CineMank, Birgit Ponath, Monika Pichler, Franz Wieländer, Gerti Heher, Christine Krampl, Gabi Zeinzinger, BGM DI Martin Leonhardsberger



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