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Weidehaltung: Herausforderungen meistern – Chancen nutzen

Foto: © LFZ Raumberg Gumpenstein

Am einzelnen Betrieb wird das Ausmaß der Weidehaltung maßgebend durch das Angebot von geeigneten Flächen beeinflusst. Jedoch sind es oft andere Gründe wie Futterverluste, Grünlandverunkrautung oder Arbeitsintensität, die gegen die Weide sprechen. Durch eine an den Betrieb angepasste Weidehaltung sollte dem gegengelenkt werden.

Weidehaltung auf Bio-Betrieben
In den letzten Wochen und Monaten haben sich bzgl. der Weidehaltung auf Bio-Betrieben gemäß EU Bio-Verordnung zahlreiche Diskussionen und Gespräche entwickelt – auch auf Ministeriumsebene. Wie es nun abzusehen ist, wird ab 2014 zumindest ein Teil der Herde (Gruppe) geweidet werden müssen, sofern ausreichend stallnahe und weidefähige Flächen für eine Gruppe am Betrieb vorhanden sind. Eine Unterbrechung der Weidehaltung an Tagen, an denen die Witterungsbedingungen und der Bodenzustand einen Austrieb nicht erlauben, ist durch die Verordnung gedeckt. Im Laufe der nächsten Wochen wird es dazu noch genauere Informationen geben.

Vorbereitungen zum Weidebeginn
Bei den gesetzlichen Regelungen ist es wichtig, dass durch einen gewissen Spielraum auch betriebsindividuelle Überlegungen in der Ausübung und Form der Weidehaltung Platz finden. Neben der Auswahl der Flächen (Hangneigung, Wasserverhältnisse, Bodentyp) sollte auch überlegt werden, welches Weidesystem für den Betrieb passend ist. Vor allem Kriterien wie Flächenausstattung, Bodenverhältnisse, Pflanzenbestand und Arbeitszeitaufwand sollen jedenfalls in der Entscheidung mit berücksichtig werden, ob letztendlich die Portions-, Koppel- oder Kurzrasenweide umgesetzt wird. Grundsätzlich ist bei nassen Bodenverhältnissen und bei überwiegend schnittgenutzten Wiesen eine großflächige Beweidung zu bevorzugen, da sich das Gewicht der Tiere besser über die Fläche verteilt und somit die Grasnarbe mehr geschont wird. Daneben kann durch die Kurzrasenweide das tägliche Weiterzäunen eingespart werden. Die Koppelweide steht aus Sicht der Arbeitsintensität zwischen der Portions- und Kurzrasenweide. Dieses Weidesystem kann bei uneinheitlichen Flächen von Vorteil sein, wenn dadurch ein gleichmäßigeres abgrasen der Fläche erzielt werden kann.

Parallel zum Weidesystem spielt die Weidestrategie eine wichtige Rolle. Dabei spielen nicht nur die Größe der vorhandenen Flächen, sondern auch mögliche einzelbetriebliche Situationen (z.B. offener Silo, Fütterungssystem) in die Entscheidung mit hinein. Grundsätzlich ist zu klären, mit welchen Tieren eine Weide aufgebaut wird und wie hoch der Weidegrasanteil in der Ration sein sollte. Daraus ergibt sich für den Betrieb dann eine Stunden- bzw. Halbtagesweide mit Zufütterung im Stall (Energie-/Eiweißergänzung durch junges Weidegras), bis hin zur Ganztagesweide.

Frühzeitiger Austrieb – ein Schlüssel zum Erfolg
Hohe Futterverluste, höherer Flächenbedarf, lückige Bestände und Verunkrautung sind unter anderem oft Gründe, durch die sich ein Betrieb in seiner Entwicklung gegen die Weide entscheidet. Doch genau diesen Problemen kann bzw. sollte man bereits im Frühjahr entgegenwirken. Durch zeitiges Austreiben wird der Grundstein für eine erfolgreiche Weidehaltung gelegt. Das Überweiden des jungen Pflanzenbestandes fördert die Bestockung der Gräser sowie die Wurzelbildung. Besonders rasenbildende Untergräser (z.B. Wiesenrispe) werden dadurch stark gefördert, wodurch die Trittverträglichkeit der Grasnarbe zunimmt. Gleichzeitig werden in diesem Stadium auch unliebsame Pflanzen wie Ampfer, Bärenklau oder Hahnenfuß noch verbissen und hintangehalten. Da sich der Weidebeginn bereits um jenen Zeitpunkt bewegen sollte, an dem die ersten Betriebe in der Region zum Wiesenabschleppen beginnen, wird mit einer Stundenweide begonnen. Je nach Weidestrategie wird bei der Halb- oder Ganztagesweide in den ersten 2-3 Wochen die Weidedauer schrittweise erhöht.
In der fortlaufenden Weidesaison ist es dann wichtig, die Grasaufwuchshöhe im Auge zu behalten. Bei der Koppelweide kann man diese durch die Koppelgröße bzw. -anzahl übers Jahr regulieren, bei der Kurzrasenweide muss je nach Graszuwachs bei gleichem Tierbesatz Fläche dazu- oder weggenommen werden.
Der Weidebestand sollte nicht über 20 cm hinauswachsen. Das Futter wird dann vertreten und verschmutzt, außerdem beginnen die Tiere mit der Futterselektion. Weidereste und Futterverluste wären die Folge. Bei der Kurzrasenweide sollte eine durchschnittliche Aufwuchshöhe von 5-7 cm erreicht werden.
Wird eine Fläche nach vorangegangener Schnittnutzung beweidet, sollte auch auf ein rechtzeitiges Bestoßen geachtet werden, wobei der Effekt der Grasnarbenbildung durch Bestockung im Frühjahr am Höchsten ist.

Pflanzenbestand beobachten
Weideflächen weisen im Vergleich zu Schnittwiesen einen anderen Pflanzenbestand auf. Dies muss auch bei beginnender Weide auf bisher schnittgenutzten Flächen berücksichtigt werden. Um das Ziel eines ertragreichen und trittverträglichen Weidebestandes zu erreichen, müssen rasenbildende Gräser (Wiesenrispe, bei Beweidung auch engl. Raygras) den Platz jener Pflanzen einnehmen, die durch die Beweidung zurückgedrängt werden. Sind diese Rasengräser im Ausgangsbestand kaum oder gar nicht vorhanden, kann eine Etablierung durch eine Übersaat sinnvoll sein. Dies kann mittels Feinsämereienstreuer direkt auf die beweidete Fläche erfolgen. Ein Weiterweiden auf dieser Fläche bewirkt ein Anpressen des Saatguts und gleichzeitig werden durch das Kurzhalten des vorherrschenden Bestandes die Wachstumsbedingungen für die Wiesenrispe verbessert. Um das Risiko eines Ausfalls der Übersaat zu vermindern, ist eine Aufteilung der Saatmenge auf 2-3 Termine im Jahr günstig.

Termine und Veranstaltungen zum Thema Weide:

Weidetag
Wann: 05. April 2011, 9:00 Uhr
Wo: Braunau, 5120 St. Pantaleon, Pirach 6, Betrieb Kinzl
Inhalte: Weidepflanzenbestand, Weidesysteme und Futterqualität,Bestandesführung, Parasitenbelastung auf der Weide, …
Referenten: LFZ Raumberg Gumpenstein (DI Walter Starz, Johann Häusler, Dr. Andreas Steinwidder, Dr. Leopold Podstatzky)
Anmeldung: LFI: 050/6902-1500 oder info@lfi-ooe.at (bis spätestens 26.3.)
Kursbeitrag: gefördert 25 €

Bio Grünlandtag Mostviertel
Wann: 12. April 2011, 9:00 Uhr
Wo: NÖ, Biberbach und Allhartsberg
Inhalte: Weidepflanzenbestand und richtige Pflege; Züchtung, Fütterung und Leistung bei Weidehaltung, Grünlandnachsaat (mit Maschinenvorführung)
Referenten: LFZ Raumberg Gumpenstein (DI Walter Starz, Dr. Andreas Steinwidder, …)
Anmeldung: BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien
Kursbeitrag: Mitglieder 15 € (Nicht-Mitglieder 20 €)

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Kontakt:
Referat Bio-Landbau
Stefan Rudlstorfer
T 050/6902-1449
E stefan.rudlstorfer@lk-ooe.at



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