Bio-Landbau sichert Ernährung und schützt das Klima
Die Behauptung, mit mehr intensiver Landwirtschaft und weniger Bio-Landwirtschaft würde die Versorgung der Bevölkerung verbessert und der Klimawandel gebremst ist für Martin Tragler, Obmann von BIO AUSTRIA Oberösterreich und die Biobauern schlichtweg nicht haltbar.
Die Biobauern leisten nicht nur einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Nach einer amerikanischen Studie bringt der Bio-Landbau im Durchschnitt die gleich hohen Erträge wie der konventionelle Landbau.
Die amerikanische Studie zeigt, dass der Bio-Landbau die Ernährung der derzeitigen und zukünftigen Bevölkerung ausreichend sicherstellen kann, ohne dass eine Ausweitung der Fläche nötig wäre und ohne schädliche Folgewirkungen auf Wasser, Boden und Klima. Zwei von den Wissenschaftern berechneten Modelle legen nahe, daß der Kalorienbedarf der derzeitigen Weltbevölkerung mit biologischer Landwirtschaft gedeckt werden kann, ohne dass zusätzliche Flächen nötig würden, in einem Modell ergäbe sich sogar eine höhere Produktion.
2001 wurden weltweit 82 Millionen Tonnen synthetische Stickstoffdünger verwendet. Geht man – wie die Autorinnen der Studie – im Bio-Landbau von einer biologischen Düngung ausschließlich durch den Anbau von Leguminosen aus, wird ebenfalls genügend Stickstoff im Boden fixiert, um einen ausreichenden Ertrag sicher zu stellen – und das ohne die vielen weiteren Möglichkeiten des Bio-Landbaues zur Fixierung von Stickstoff im Boden. Bio-Landbau ist also eine ernst zu nehmende Alternative und hat das Potential, mehrere Themen in und um die Landwirtschaft und die Klimadiskussion gleichzeitig zu lösen.
Bio-Landbau ist Weltmeister im Klimaschutz!
Ein Biobauer verzichtet nämlich auf chemische Düngemittel, er verwendet auch keine importierten Futtermittel. Allein dadurch spart ein Biobauer gegenüber der herkömmlichen Landwirtschaft mindestens 60% der CO2-Emissionen pro Hektar. Und im Gegensatz zur Mais- Monokultur baut der Bio-Landbau den Boden auf und nicht ab. Der Humus ist geschenkter Klimaschutz. Jeden Tag entsorgt der Bio-Boden CO2 gratis. Gründüngungen und andauernde Bodenbedeckung durch Pflanzen halten die Böden fruchtbar und verringern die Abgabe von Kohlendioxid aus dem Boden.
Gleichzeitig erfolgt durch die biologische Bodenbewirtschaftung der Aufbau von wertvollem Humus, so dass CO2 langfristig im Boden gebunden wird. Experten schätzen, dass weltweit rund 400 – 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff von landwirtschaftlichen Böden durch eine biologische Bewirtschaftung aufgenommen werden könnten.
Reduktion der Treibhausgasemissionen im biologischen Ackerbau
- 60 % Kohlendioxid (CO2)
- Methan (CH4)
- Lachgas (N2O)
Bio-Landbau spart flächenbezogen bis zu 60% an fossilen Energieträgern
Der weitaus geringere Energieaufwand der biologischen Landwirtschaft wird vor allem durch den Verzicht auf leicht lösliche, mineralische Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie durch eine geschlossene Kreislaufwirtschaft mit einem weitgehenden Verzicht auf Futtermittelimporte mit langen Transportwegen und einem reduzierten Kraftfutteranteil in der biologischen Fütterung erreicht.
Dadurch ermöglicht der Bio-Landbau flächenbezogene Einsparungen an fossilen Energieträgern von bis zu 60 Prozent im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft.
Rückfragehinweis:
BIO AUSTRIA Oberösterreich
Mag. Martin Tragler
T 0676/84 22 14 - 509
E martin.tragler@bio-austria.at