Vorsorge gegen Gentechnik
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Foto: © Bio Ernte Steiermark
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6330 freiwillige Erklärungen machen Steiermark zum Paradebeispiel.
Ansuchen zur Bewilligung von Gen-Saatgut können rechtlich korrekt angelehnt werden.
Dass sich die steirischen Bauern und Hausgartenbesitzer gegen einen Anbau von transgenen Pflanzen aussprechen, zeigt ihre Initiative am Projekt „Landkarte für eine gentechnikfreie Steiermark“. Mit über 6300 unterschriebenen Gentechnikfrei-Erklärungen konnte erreicht werden, dass unter den derzeitigen gesetzlichen Voraussetzungen, flächendeckend kein Anbau von GVO-Pflanzen in der Steiermark möglich ist. Auf Grund dieses wichtigen und großen Erfolges kann die Existenz des Biolandbaus und der gentechnikfreien konventionellen Landwirtschaft langfristig gesichert werden.
Jetzt gilt es, diese Position zu stärken und auszubauen. Daher können sich auch weiterhin an der Erhaltung unserer Lebensgrundlage interessierte Bauern und Hausgartenbesitzer aktiv am Projekt beteiligen und eine Gentechnikfrei-Erklärung unterschreiben. Denn, je dichter das Netz an GVO-freien Betrieben ist, umso stärker kann man sich im Bemühen um eine gentechnikfreie Steiermark positionieren und umso schwieriger wird es für die Gentechnik-Lobby, sich hier niederzulassen.
Wo geht die Reise hin?
Die extrem niedrigen Agrarpreise in beinahe allen Sparten und die Abhängigkeiten von großen Konzernen nehmen massiv zu. Wollen wir diesen Wettlauf mitmachen – oder gehen wir bewusst einen ökologischen, regionalen und gentechnikfreien Weg?
Die 50 GVO-freien Regionen Europas fordern künftig die Selbstbestimmung zur Gentechnikfrage. Das heißt, jede Region, jedes Land muss die eigene Region als gentechnikfrei erklären können. Weiters wird die Kennzeichnung tierischer Produkte gefordert, sowie eine strenge Regelung des Transportes von GVO-Futtermitteln.
Österreich und speziell die Steiermark sind anders!
Diese Andersartigkeit gilt es in Europa zu nutzen. Österreich ist mit über 20.000 Bio-Bauern auf einer Gesamtfläche von über 383.000 ha Spitzenreiter in der EU. Zudem wird im biologischen Landbau auch in der Fütterung gänzlich auf die Gentechnik verzichtet. Aber auch außerhalb der Bio-Landwirtschaft gibt es bereits eine Vielzahl von Vermarktungsprojekten die den Weg der Gentechnikfreiheit einschlagen. So sind bereits 16 Molkereien, 8 Fleisch- und Eierproduzenten sowie 6 Bäckereien von der ARGE Gentechnikfrei zertifiziert. Österreich und natürlich als Vorreiter die Steiermark mit einem hohen Bio-Anteil und einer bisher noch klein strukturierten Landwirtschaft braucht keine Gentechnik. Wir sollten die Chance nutzen und unsere Andersartigkeit in einen Vorteil für Landwirtschaft und Tourismus umwandeln.
Fakten
- Weltweit werden derzeit 148 Millionen Hektar, das entspricht 8 % der Gesamtfläche, mit gentechnisch verändertem Saatgut bestellt mit stark steigender Tendenz, davon befindet sich der Großteil in den USA.
- In Europa ist der Anbau rückläufig. Derzeit werden lediglich 91.500 Hektar mit gentechnisch verändertem Saatgut der Maissorte Monsanto 810 angebaut. Dies entspricht einem Maisanteil von 1,2 %, wobei sich die größten GVO-Maisflächen in Spanien befinden, einige in Tschechien, Portugal, Rumänien und der Slowakei. Bezogen auf die gesamteuropäischen Flächen macht der GVO-Anteil nur 0,21 % aus. Anbauverbote gibt es derzeit in Österreich, Ungarn, Luxemburg, Griechenland, Frankreich und Deutschland.
- Tatsache ist mittlerweile auch, dass es durch GVO-Saatgut keine Mehrerträge gibt, im Gegenzug sich aber zunehmend resistente Super-Unkräuter entwickeln, die nur mit einem hohen Chemieeinsatz bekämpfbar sind.
- Laut John Fagan, Leiter einer amerikanischen Zertifizierungsfirma könnten aktuell 6,4 Millionen Tonnen gentechnikfreier Soja nach Europa geliefert werden – zum Vergleich: Österreich importiert jährlich rund 500.000 Tonnen Soja.
- Durch das Projekt „Landkarte für eine GVO-freie Steiermark“ konnten 6330 Verzichtserklärungen gesammelt werden, davon 1.500 Gartenbesitzer.
- Über 125.000 Feldstücke wurden in die Landkarte für eine GVO-freie Steiermark eingetragen.
- Mit dem notwendigen Schutzabstand von 1.000 m bei Mais ergibt sich damit eine flächendeckende Gentechnikfreiheit in der Steiermark.
- Vorstellung des Projektes beim Alpe Adria Biosymposion in Marburg
- Präsentation des Projektes und Information und Beratung für ähnliche Aktivitäten in Kärnten und im Burgenland
Weitere Infos:
DI Wolfgang Kober
T +43 (0)316/8050-7146
E wolfgang.kober@ernte.at
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