|
Sie befinden sich hier:
KONSUMENTEN
Barbara Soritz im Interview zur Terra MadreBarbara Soritz ist Vorstandsmitglied von BIO AUSTRIA, Züchterin einer alten Schafrasse und Mitglied der Arche Kommission. In einem Interview reflektiert sie die erste Terra Madre in Wien.
Erste Terra Madre Wien Barbara Soritz zur Terra Madre
Umsatzmäßig und von der Frequenz der Besucher her hat der Markt meine Erwartungen erfüllt. Was die Organisation und Betreuung anbelangt, war ich sehr positiv überrascht – so bin ich selten auf einem Markt betreut worden! Auch meine KollegInnen waren sehr positiv überrascht!
Da gibt es eine gewisse Unschärfe, wobei man unterscheiden muss: beim Arche-Produkt geht es um die einfache Nennung eines Produkts als hochgefährdet. In dieser Stufe geht es noch nicht um den Produzenten, von daher ist es schwierig, spezielle Produktionsbedingungen daran zu knüpfen. Erst in der Presidio-Stufe geht es um einzelne ProduzentInnen und da müssen biologische Produktionsrichtlinien eingefordert werden.
Die Internationale Kommission, die ja schlussendlich entscheidet, ob die eingereichten Produkte nominiert werden oder nicht, hat sehr genaue Vorstellungen. Die biologische Produktionsweise ist oberstes Ziel, aber noch nicht verpflichtend verankert. Claus Holler (BIO AUSTRIA Großküchen- und Gesundheitsexperte, Anm d. Redaktion) und ich sind ja in der Kommission, und wir haben dort klar deponiert, dass „biologisch“ ein geschützter Begriff ist, der nur im Zusammenhang mit einer Zertifizierung benutzen werden darf - dieses Bewusstsein hat es so vorher nicht gegeben. Es muss klar in Richtung biologische Produktionsrichtlinien gehen, aber wir fordern das nicht schon morgen, das ist eine Entwicklung.
Einerseits spricht die Vielfalt einfach einen Teil unserer Grundidee an. BIO AUSTRIA ist ja auch, gemeinsam mit Slow Food, Arche Austria und Arche Noah, Projektträger der „Arche des Geschmacks“ (reicht bei der Internationalen Kommission Arche-Produkte und Presidi-Projekte ein, Anm. d. Redaktion). Und es ist wichtig, dass BIO AUSTRIA dabei ist, denn wir bringen einen wichtigen Aspekt, nämlich die Bio-Landwirtschaft, in die Terra Madre ein. Durch uns wird das Profil geschärft und das Augenmerk auf die Produktionsrichtlinien gelenkt, was vorher bei Slow Food Wien nicht so war.
Carlo Petrini (Gründer von Slow Food, Anm. d. Red.) ist ja ein Visionär, es geht ihm um viel mehr als Essen. Petrini ist grundpolitisch, es geht ihm um die bäuerliche Unabhängigkeit, um die Stärkung des Kleinbäuerlichen.
Es sollen laufend Produkte nominiert werden, daher macht es Sinn, wenn diese regelmäßig präsentiert werden, auch in Österreich. Alle zwei Jahre findet die Internationale Terra Madre in Turin statt. In den Jahren dazwischen wäre der ideale Zeitpunkt für die Terra Madre Austria.
Selbstverständlich! Allerdings möchten wir bis dahin mit der Wurst und Wolle der Krainer Steinschafe als Presidi vertreten sein, die Fleischvermarktung braucht keine Unterstützung mehr.
Neue Wiener Deklaration als Download
Downloads
|
|