FAQs zu BIO und EHEC
Viele Konsumenten und Konsumentinnen sind aufgrund der EHEC-Erkrankungswelle verunsichert. Die FAQs geben Antwort auf die wichtigsten Fragen.
Wie sicher ist Bio?
Zusätzlich zu den allgemein gültigen gesetzlichen Vorgaben, wie Tierschutzgesetz, Wasserschutzrecht, Cross Compliance, Codex Alimentarius, Düngemittelverordnung, u.a. finden im Bio-Bereich in jeder Stufe – beginnend bei der Produktion auf den landwirtschaftlichen Betrieben, der Verarbeitung, dem Handel bis hin zum Verkauf – weitere unabhängige Kontrollen statt. Die Kontrollen werden von unabhängigen, akkreditierten Kontrollstellen mindestens einmal jährlich auf jedem Betrieb durchgeführt. BIO AUSTRIA-Betriebe halten darüber hinaus weitere strenge Richtlinien ein, die ebenfalls von unabhängigen Kontrollstellen einmal jährlich überprüft werden.
Sind Bio-Produkte aus dem Ausland wirklich Bio?
Auf europäischer Ebene gibt es einen einheitlichen gesetzlichen Standard für die Produktion, Verarbeitung, Vermarktung, Kennzeichnung und Kontrolle von Bio-Produkten. Das heißt, dass z.B. ein Produkt aus Frankreich nach demselben gesetzlichen Standard erzeugt ist wie ein Produkt aus Österreich. Einige Mitgliedsstaaten und private Bio-Markeninhaber wie Bio-Verbände, Verarbeiter und Handelsketten haben Regelungen, die in einzelnen Bereichen über diesen gesetzlichen Standard hinausgehen. Gründe dafür liegen in der Berücksichtigung regionaler und struktureller Begebenheiten sowie in einem unterschiedlichen Verständnis der Prinzipien und Werte in der Bio-Erzeugung. So müssen BIO AUSTRIA-Betriebe beispielsweise ihren gesamten Betrieb auf die biologische Wirtschaftsweise umstellen, und nicht nur, wie die EU-Bio-Verordnung es erlauben würde, nur einzelne Betriebszweige (z.B. biologische Ackerflächen und konventionelle Weingärten).
Sind Bio-Produkte, die weit transportiert wurden, noch nachhaltig?
Nur 5 % der Energiebilanz eines Lebensmittels stammen aus dem Transport vom Erzeuger bis zum Supermarkt. Mit über 50 % hat die Landwirtschaft den weitaus größten Anteil am Energieverbrauch von Lebensmitteln, daher kann hier am effektivsten Energie eingespart werden. Bei biologischer Wirtschaftsweise werden bis zu zwei Drittel des CO2 Verbrauchs eingespart, z.B. durch Verzicht auf leichtlösliche mineralische Düngemittel (die auf synthetischem Stickstoff und damit auf Erdöl basieren) und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und bei BIO AUSTRIA zusätzlich durch Verzicht auf importierte Futtermittel aus Übersee für die Tierproduktion.?Auch die Heizung und Beleuchtung von Gewächshäusern, die Lagerhaltung, Verarbeitung und Verpackung sind sehr energieaufwändig. Daher verzichten BIO AUSTRIA-Bauern auch auf künstliches Licht und die Beheizung ihrer Gewächshäuser mit fossiler Energie.
Generell gilt die Faustregel, dass die Gemüseproduktion im beheizten Glashaus im Schnitt zehnmal umweltschädlicher ist als ein entsprechendes Freilandprodukt (Quelle: Christian Salmhofer, Klimabündnis Kärnten).
Ein Kilo Tomaten in einem beheizten Gewächshaus benötigt eine Energiezufuhr, die fast 10 kg CO2 Äquivalenten entsprechen. Selbst Tomaten, die per Flugzeug von den Kanarischen Inseln kommen, haben mit ca. 7 kg CO2 Äquivalenten einen niedrigeren Energieverbrauch als heimische Treibhaustomaten (per Kilo)! Heimische Freilandtomaten benötigen nur etwa 0,1 kg CO2 Äquivalente pro Kilo, werden sie biologisch aufgezogen, reduziert sich der Energieverbrauch nochmals um die Hälfte.
Der eindeutige Gewinner beim Energiesparen und in punkto Nachhaltigkeit ist der Bio-Landbau, optimal sind biologische Produkte der Saison aus der Region.
Warum Gemüse und Obst aus dem Ausland?
Viele Gemüsearten wie zum Beispiel Gurken, Tomaten oder Paprika sind sehr wärme-empfindlich, gedeihen bei unserem Klima nur in den Sommermonaten und werden daher die restliche Zeit importiert.
Um Umwelt und Klima zu schonen, beheizen BIO AUSTRIA Bäuerinnen und Bauern die Glashäuser, wie erwähnt, nur mit erneuerbaren Energieformen und verzichten auf den Einsatz von künstlichem Licht. Das ist der Grund, weshalb bei konventionellem heimischen Gemüse die Erntezeit früher beginnt als bei biologischem - Tomaten, Gurken und Melanzani von BIO AUSTRIA-Betrieben kommen beispielweise gerade jetzt auf den Markt.
Ist Bio seinen Preis wert?
Die biologische Wirtschaftsweise ist um einiges aufwändiger als die konventionelle. Die Erträge auf den Äckern sind beispielsweise durch den Verzicht auf leichtlösliche mineralische Düngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel um 20 bis 40 % geringer.
Die Bio-Richtlinien fordern größere Stall- und Auslaufflächen für die Tiere, damit sich diese ihren natürlichen Bedürfnissen gemäß bewegen können. Eine Bio-Kuh im Laufstall etwa hat doppelt so viel Platz wie eine Kuh in der herkömmlichen Landwirtschaft – größere Stallflächen bedeuten aber auch höhere Investitionskosten im Stallbau.
Bio-Tiere wachsen langsamer, Bio-Masthühner beispielsweise mindestens doppelt so lange bis sie schlachtreif sind. Das führt zu viel höheren Futterkosten, weniger Durchsatz im Stall und somit zu höheren Produktionskosten für die Bauern.
Die Verarbeitung von Bio-Produkten erfolgt oft in kleineren Chargen und händisch, die Bio-Zutaten sind teurer, was auch hier höhere Produktionskosten bedingt.
In Summe müssen Bio-Produkte daher für die KonsumentInnen teurer als konventionelle Vergleichsprodukte sein, wenn sie den Erzeugern ein wirtschaftliches Überleben sichern sollen.
Wie wird im Bio-Landbau gedüngt und warum?
Pflanzen brauchen für ihr Gedeihen Licht, Luft, Wasser und Nährstoffe. Im Bio-Landbau werden die Pflanzen nicht direkt gedüngt, sondern durch die Aktivität der Wurzeln und der Bodenlebewesen (vom Regenwurm bis zum Einzeller), ernährt. Bio-Bauern achten daher darauf, die Aktivität des Bodenlebens zu erhöhen, indem sie dieses ausreichend und kontinuierlich mit organischer Substanz in Form von Gründüngung, Mist, Kompost, Gülle, Jauche, Pflanzenwurzeln usw. füttern. Pflanzen können die Aktivität des Bodenlebens über die Wurzelausscheidungen fördern und so auch schwer lösliche Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten verfügbar machen. Ziel ist, mit diesen Maßnahmen die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu steigern und den Humusgehalt zu erhöhen. Denn Humus ist der größte Nährstoff- und Wasserspeicher. Bio-Bauern schließen die Nährstoffkreisläufe in ihrem Betrieb und bringen keine Fremdenergie in Form von leicht löslichen mineralischen Düngemitteln („Kunstdünger“) in den Betriebskreislauf. Bei Gemüse, Kräutern und Beerenobst ist für BIO AUSTRIA-Bauern in der Vegetationszeit aus hygienischen Gründen der Einsatz von Wirtschaftsdüngern wie zum Beispiel Frischmist, Gülle und Jauche verboten.
Die Verseuchung mit EHEC-Keimen ist ein Hygieneproblem
Nach Einschätzung aller Fachleute handelt es sich bei der aktuellen Verseuchung mit EHEC-Keimen um ein Problem der Lebensmittelverarbeitung und -hygiene und nicht um ein Problem der biologischen Wirtschaftsweise – weder in der Produktion am Acker noch in der Kette der Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Produkten. Möglicherweise wurde das kontaminierte Gemüse beim Waschen oder beim Verpacken mit verunreinigtem Wasser besprüht.
Nur Bio schaut aufs Ganze!
Die biologische Wirtschaftsweise ist eindeutig die nachhaltigste Form der Landwirtschaft. Es gibt keine andere Form der Landwirtschaft, die nur ansatzweise die Systemleistungen zu erbringen vermag, die die Biobauern und Biobäuerinnen tagtäglich für die Umwelt, den Boden, die Pflanzen und die Tiere verwirklichen.
Bio-Landbau sorgt für mehr naturnahe Flächen, hat eine vielfältigere Fauna und Flora, schützt den Boden und betreibt artgerechte Tierhaltung. Nur die biologische Landwirtschaft fördert das gesamte Ökosystem, verbessert die Qualität von Grund- und Oberflächenwasser, trägt zum Klimaschutz bei und übernimmt noch Umweltkosten dazu (vgl. Artikel von Urs Niggli in BIO AUSTRIA Zeitung 2/10, Die Leistungen der Biolandwirtschaft).
Wie ist Bio gekennzeichnet?
Seit Juli letzten Jahres – mit einer Übergangsfrist bis Mitte 2012 – sind alle verpackten Bio-Produkte verpflichtend wie folgt zu kennzeichnen:
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EU-BIO-LOGO Kontrollstellencode: z.B. AT-BIO-301 AT-BIO-301 ist der Code der österreichischen Kontrollstelle Austria Bio Garantie Herkunftshinweis: ist unmittelbar unter dem Kontrollstellencode anzuführen z.B. „Österreichische Landwirtschaft“ oder „EU-Landwirtschaft“ |
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Beispiele für bekannte Bio-Markenzeichen in Österreich
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AMA-Biozeichen mit Ursprungsangabe
Landwirtschaftliche Rohstoffe müssen zu 100 % |
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AMA-Biozeichen ohne Ursprungsangabe
Garantiert die biologische Landwirtschaft und den |
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BIO AUSTRIA
Verband der Österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern, |
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Demeter Demeterbund, geschütztes Markenzeichen für biologisch-dynamisch erzeugte Produkte. |
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Ja! Natürlich Eigenmarke der REWE International AG, erhältlich bei Billa, Merkur, Bipa, Adeg und Sutterlüty |
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Zurück zum Ursprung Eigenmarke der Hofer KG |
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Natur*pur Eigenmarke von Spar Österreichische Warenhandels AG |
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Austria Bio Garantie Eine Bio-Kontrollstelle in Österreich |
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