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BIO AUSTRIA Bauerntage 2008 – Wer hoch wächst, muss tief wurzeln!

Foto: © BIO AUSTRIA

Unter diesem Motto standen die BIO AUSTRIA-Bauerntage 2008 Ende Jänner in Puchberg bei Wels. Die hohe Nachfrage nach Bio-Produkten braucht ihre Wurzeln, um Grundsätze, Qualität und Glaubwürdigkeit weiterhin sicherzustellen.

Die BIO AUSTRIA-Bauerntage sind die größte Weiterbildungsveranstaltung für den Bio-Landbau in Österreich und das Interesse daran ist groß. Rund 600 Tagungsteilnehmer diskutierten mit Referenten aus Wirtschaft, Forschung und Praxis und nutzten diese Tage, um sich auszutauschen und sich zu begegnen.

Regionalität zählt
Die Zahlen und Fakten zum gegenwärtigen Bio-Boom präsentierte Jörg Moser, der sich mit Strategieentwicklungen beschäftigt. Die weltweite Bio-Anbaufläche beträgt mittlerweile über 30 Millionen Hektar, in Europa werden Bio-Produkte auf einer Fläche von knapp 7 Millionen Hektar mit einem Umsatz von 19 Milliarden Euro produziert. In Europa werden somit auf einem Viertel der weltweiten Anbaufläche dreiviertel des weltweiten Umsatzes erzielt.
Angesichts der Angebotsvielfalt ist die „Region“ ein hilfreiches Mittel, um Transparenz und Vertrauen für den Konsumenten zu gewährleisten.

Qualitatives Wachstum und Fairness sind wichtig
Mit der zunehmenden Konventionalisierung als Schattenseite des Bio-Booms beschäftigten sich Thomas Lindenthal und Ruth Bartel-Kratochvil von der Universität für Bodenkultur in Wien. Sie vertraten die Meinung, dass wirtschaftliche Überlegungen auf Kosten der Werte und Prinzipien des Bio-Landbaues zunehmend in den Vordergrund rücken. Diese Entwicklung betrifft alle Bereiche, auch die Verarbeitungs- und Vermarktungsbranche. Sie meinen, der Bio-Landbau müsse einem qualitativen Wachstum, Fairness und Regionalität wieder mehr Platz einräumen.

BIO AUSTRIA - Ware als Leistung
Christoph Gleirscher, Geschäftsführer von BIO AUSTRIA, stellte ausgehend von den Werten und Leistungen der Biobauern und Biobäuerinnen den BIO AUSTRIA - Standard vor und betonte, dass gerade dieser ein wesentlicher Eckstein für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Bio-Landbaues in Österreich ist. Damit ist auch eine Mitgestaltung am Markt leichter möglich. Alle Mitgliedsbetriebe von BIO AUSTRIA müssen sich ihrer Leistung bewusst sein, auch dass sie damit ein besonderes Produkt erzeugen: die BIO AUSTRIA - Ware.

Produkte brauchen eine Seele
Zwei herausragende Unternehmer am Bio-Markt, Josef Zotter von der Schokoladen Manufaktur Zotter aus der Steiermark und Claus Hipp, Pionier in der Bio-Verarbeitung, stellten dem Publikum ihre Visionen und Grundsätze vor. Für Josef Zotter sind Produkte dann etwas wert, wenn sie etwas kosten. „Produkte müssen gut schmecken, die Bio-Qualität ist selbstverständlich,“ so Josef Zotter. Für Claus Hipp ist der Bio-Landbau die Achtung der Schöpfung und des Schöpfers. Es sei wichtig, nicht von den eigentlichen Grundsätzen des biologischen Landbaues abzukommen und sich an die Lehren der Begründer wie an Hans Müller zu erinnern.

Fachwissen auch gefragt
Von Dienstag bis Donnerstag standen wieder viele Fachtage am Programm. Der Bogen spannte sich von der Erzeugung, über die Betriebs- und Arbeitswirtschaft bis hin zur Vermarktung. Neben den bewährten Angeboten wie den Ackerbau-, Schweine- oder Regionalvermarktertag gab es heuer erstmals eine Veranstaltung für Pferdehalter, einen Stallbau- und Bäuerinnentag. Auch Exkursionen ergänzten das umfangreiche Bildungsprogramm.

Hier können Sie eine Auswahl der Präsentationen von den Bauerntagen 2008 downloaden - nur für BIO AUSTRIA Mitglieder möglich.
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