Gruppenhaltung ferkelführender Sauen
Die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen im Bio-Landbau wird in der Praxis oft sehr kontroversiell diskutiert.
Schwierigkeiten können sich bei dieser Art der Haltung vor allem durch verstärktes Auftreten fremdsaugender Ferkel und damit verbundenen Störungen beim Säugeakt ergeben. Dies kann zu geringerem und uneinheitlichem Wachstum der Ferkel bzw. auch zu Verletzungen und Infektionen führen.
Einfluss unterschiedlicher Buchtensysteme auf Produktionsleistung
Im Rahmen einer Studie, die an der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft durchgeführt wurde, wurden zwei verschiedene Buchtensysteme (Kojen- versus Einzelbuchten) untersucht und ihre Wirkung auf Produktionsleistung und Tierverhalten verglichen:
- Während des vorliegenden Versuchs traten keine Ferkelverluste auf, die durch die Gruppenhaltung verursacht worden waren. Auch die Synchronität der Säugeakte lag auf einem hohen Niveau.
- Zwischen den beiden Buchtenvarianten konnten keine Unterschiede festgestellt werden. Vor- und Nachteile beider Aufstallungssysteme (hinsichtlich Stressbelastung der Tiere, Arbeitsaufwand, Strukturierbarkeit und Verschmutzungsanfälligkeit der Buchten) sollten aber trotzdem als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden.
Wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Gruppenhaltung
Unabhängig von der Buchtenvariante müssen bei der Planung Faktoren berücksichtigt werden, die bei einer Einzelhaltung von Sauen weniger Bedeutung haben:
- Einzelfressstände für Sauen, um eine tierindividuelle Fütterung zu ermöglichen
- attraktive, eingestreute Liegeplätze für Sauen
- ein ausreichend großes, beheiz- und verschließbares Ferkelnest
- kompakter und übersichtlicher Grundriss der Bucht
- Vermeidung von Engstellen im Umfeld von Trog und Tränke
- tierindividuelle Verhaltensweisen (Muttereigenschaften und Aggressionspotential der Muttersauen)
- Beobachtungsgabe und Erfahrung des Betreuungspersonals
Der Artikel ist im Tagungsband der Bayrischen LfL ungekürzt nachzulesen:
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www.lfl.bayern.de






