Bio-Vorbild Wien
Am 4. April fand im Berliner Abgeordnetenhaus eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Gesunde Ernährung von der KITA bis zur Uni“ statt, zu der Claus Holler von BIO AUSTRIA als Experte geladen war.
Aus deutscher Sicht erscheint die Situation in den öffentlichen Einrichtungen Wiens paradiesisch: während in Berlin gerade mal 10 Prozent Bio-Anteil erreicht werden, sind es in Wien über 50 Prozent. Darüber, wie die Umsetzung funktioniert und welche politischen Entwicklungen nötig waren, berichtete BIO AUSTRIA Ernährungsexperte Claus Holler.
Bio darf nicht am Preis scheitern
Angesichts der Tatsache, dass fast in der gesamten industrialisierten Welt immer mehr LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen über Hyperaktivität und Konzentrationsmangel der Kinder klagen, Allergieerkrankungen und Fehlernährungen steigen, ist es verwunderlich, dass nicht mehr unternommen wird, um unseren Kindern von Anfang an die bestmögliche Ernährung zu sichern. Regionales Bio der Saison, frisch zubereitet, ist das Optimum für Nach- und Umwelt, dennoch wird für „cook & chill“, die Aufwärmküche, in Berlin mehr Geld in die Hand genommen als für gesunde Lebensmittel – 10 Cent pro Essen nämlich („Begründung“: der höhere Energiededarf)!
Folge dieser Politik ist, dass immer mehr Kühlräume abgebaut und Frischeküchen durch Aufwärmküchen ersetzt werden. In Österreich, wo „cook & chill“ zwar nicht gefördert, bio aber auch nur gefordert wird, ist von dieser Entwicklung - bisher jedenfalls - nichts zu merken. Die Mehrkosten für biologische Lebensmittel werden durch geschickten Wareneinkauf und effizientes Küchenmanagement ausgeglichen.
Eltern fordern gesunde Ernährung
Gemeinsam mit der grünen Opposition fordern Berliner Elternvertreter von der Stadtregierung mehr biologische, frische Lebensmittel in Kindergärten und Schulen nach Wiener Vorbild. „Gesunde, frische Ernährung muss uns etwas wert sein. Den Staat kosten Krankheiten, hervorgerufen durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel, viel Geld. Dieses könnte viel besser vorbeugend für gesunde, frische Lebensmittel an unseren Schulen und Kindergärten investiert werden“, so Claus Holler, Ernährungsexperte von BIO AUSTRIA.
Cook & Chill entfremdet
Ein wichtiger Aspekt der Aufwärmküche darf nicht übersehen werden, betont Claus Holler. Nicht nur der Nährwert der Lebensmittel leidet unter „cook & chill“, die Kinder verlieren auch jeden Bezug zu den Lebensmitteln. Oft wissen sie gar nicht mehr, wie bestimmte, alltägliche Lebensmittel aussehen, und sie lernen nicht mehr, wie diese zubereitet werden können. Es gilt zu verhindern, dass eine ganze Generation heranwächst, die keine Ahnung von der genussvollen Zubereitung frischer Speisen hat!
Veranstaltung auf youtube:
Film auf youtube
Kontakt:
Claus Holler,
BIO AUSTRIA Gemeinschaftsverpflegung/Gesundheit und Ernährung
T +43(0)1/403 70 50-232
M +43(0)676/842 214 232
E claus.holler@bio-austria.at






