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Wie leben Bio-Schweine?

Foto: © Leeb

Mit der biologischen Schweinehaltung hat sich viel zu Gunsten der Tiere verändert. Sie setzt ein hohes Maß an Wissen und Engagement voraus, ausgeklügelte Haltungssysteme und Betreuung sind notwendig.

Haltung der Bio-Mastschweine

Bio-Mastschweine haben mit bis zu 2,7 m² Gesamtfläche mehr als dreimal soviel Platz wie ihre konventionellen Artgenossen und leben in Ställen, die ausreichend mit Stroh eingestreut werden. Die Buchten im Stall sind strukturiert und lassen eine Trennung von Ausscheidungs-, Liege- und Fressbereich zu. So werden zum Ruhen und Schlafen Schlafnester angelegt, zum Ausscheiden suchen Schweine eigene Plätze auf. Den Tieren ist ein ständig begehbarer Auslauf zur Verfügung zu stellen, der mit Möglichkeiten zum Wühlen (z.B. Stroh-, Heuraufen) auszustatten ist. Bis zur Schlachtung mit etwa 130 kg brauchen Bio-Schweine etwa 130 bis 140 Tage, um einiges länger als konventionell üblich.

Haltung der Bio-Muttersauen

Trächtigkeit
Die Trächtigkeit verbringen Bio-Muttersauen in Gruppen von etwa vier bis 70 Sauen. Ein mit Stroh eingestreuter Liegebereich, eine Aktivitätsfläche und ein befestigter Auslauf ins Freie kennzeichnen die österreichische Bio-Haltung. Gruppenhaltung ist für konventionelle Sauen erst ab 2013 verpflichtend vorgeschrieben. Der zusätzliche Auslauf bleibt den Bio-Schweinen vorbehalten, er bietet den Tieren Frischluft, Stimulierung durch verschiedenste Umweltreize, Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeit und regt zum Kot- und Harnabsatz an. Dadurch bleibt die Luft im Stallinneren sauberer.

Abferkelung
In der Bio-Muttersauenhaltung werden die Tiere in freien Abferkelbuchten und nicht im Kastenstand gehalten. Diese stellen eine wesentliche Verbesserung zur Haltung im Abferkelkäfig dar. Entsprechend dem Normalverhalten kann sich die Sau umdrehen und den Kot- vom Liegebereich trennen. Durch Ferkelnester werden die verschiedenen Temperaturbedürfnisse von Sau und Ferkel berücksichtigt. Das angebotene Stroh nutzt die Sau vor der Geburt zum Nestbau. Es bietet Ferkeln von klein an Beschäftigung und beugt so wesentlich dem Schwanzbeißen vor.

Ferkelaufzucht
Den Ferkeln werden die Spitzen der Zähne nicht prophylaktisch abgeschliffen, der Schwanz darf nicht kupiert werden. In der konventionellen Ferkelaufzucht sind dies praxisübliche Maßnahmen. Bio-Ferkel saugen mindestens sechs Wochen bei der Mutter, in der konventionellen Schweinehaltung längstens vier Wochen. Dies bringt dem Bio-Bauern einiges weniger an Ferkeln pro Sau und Jahr.

Fütterung
Bio-Schweine werden primär mit betriebseigenem Bio-Getreide, Eiweiß- und Ölfrüchten gefüttert, dazu kommen Raufutter in Form von Heu, Gras oder Silage, was dem Bedürfnis der Tiere nach Beschäftigung nachkommt.

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