Großes Interesse an Freiland-Haltung

© BIO AUSTRIA NÖ und Wien / S.Wlcek
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Der Fachtag für Freilandschweine-HalterInnen, das von der LK NÖ gemeinsam mit Bio Austria NÖ und Wien organisiert wurde, wurde überraschend gut besucht. Vor allem der aktuelle Stand der „SchweineGesundheitsVerordnung“ wurde neugierig und ängstlich zugleich erwartet.

Mehr als 30 Personen – konventionell und bio, Züchter von seltenen oder „normalen“ Rassen, aus Ober- und Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland – kamen Anfang März ins Waldviertel, um Neuigkeiten vor allem zur „SchweineGesundheitsVerordnung“ zu hören.

SchweineGesundheitsVerordnung: aktueller Stand

Über den aktuellen Stand berichtete Dr. Andrea Höflechner vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Derzeit liegt ein Entwurf vor, der im Frühling 2013 in Anlehnung an die deutsche Schweinehygiene-VO erstellt und in mehreren Sitzungen überarbeitet wurde. Zu diesem Entwurf können noch bis Ende April Änderungswünsche eingebracht werden – Bio Austria wird dazu die spezielle Sicht der Auslauf- und Freilandhaltung einbringen. Dann geht der Entwurf in Begutachtung, muss „gespiegelt“ werden und kann frühestens Anfang 2016 in Kraft treten.

Doppelter Zaun wird kommen

Derzeit ist eine Übergangsfrist von 10 Jahren vorgesehen. Jede neue Freilandschweinehaltung wird genehmigungspflichtig, bestehende Anlagen gelten wahrscheinlich bis zum Ende der Übergangsfrist als genehmigt. Die doppelte Einzäunung wird vorgeschrieben, wobei derzeit keine genaueren Angaben über Art, Höhe, Entfernung etc. der beiden Einzäunungen in der Verordnung enthalten ist.
Eine „Schweinegesundheitskommission“ soll Leitlinien und Handbücher erarbeiten und bei Bedarf die Verordnung überarbeiten können. Bio Austria wird sich dafür einsetzen, dass in dieser Kommission auch ein/e Vertreter/in für „alternative Haltungssysteme“ aufgenommen wird.

Alle Rassen geeignet, aber nicht jedes Gehege …

Ansonsten gab es von mir selbst einen Beitrag zum Management der Freilandschweinehaltung. Die Inhalte reichten vom Gehegemanagement über Hüttengrößen bis Fangeinrichtungen. Ein zweiter Beitrag meinerseits stellte die Frage nach geeigneten Rassen für Freilandhaltung und beantwortete diese, dass alle Rassen für Freiland geeignet sind, aber nicht alle Freilandgehege sind für Schweine geeignet. Und auch nicht jede/r Bauer/Bäuerin für’s Freiland …

Kritische Phasen meistern

Dr. Barbara Leeb vom TGD OÖ ergänzte mit einem Beitrag zum Gesundheitsmanagement im Freiland. Demnach gibt es ein paar kritische Phasen im Leben der (Freiland)Schweine, in denen besondere Maßnahmen notwendig sind, damit die Tiere gesund bleiben. Das ist rund ums Abferkeln, beim Absetzen, beim Mischen verschiedener Ferkelherkünfte für die Mast und beim Eingliedern von Jungsauen. Gegen unverhältnismäßig hohe Spulwurmbelastung helfen Weidewechsel ebenso wie eine konsequent durchgeführte Entwurmungsstrategie.

Turopolje mit Spezialvermarktung

Der Fachtag wurde mit der Besichtigung einer Freilandanlage in Frohnsburg ergänzt. Franz Neuwirth hält dort in mehreren Gehegen direkt neben einem Rad- und Wanderweg drei Zuchtsauen und einen Eber der Speckrasse Turopolje. Deren Ferkel mästet er für den Bio-Spezialitäten-Hersteller Roman Schober in Gars am Kamp. Nachdem er schon mehrere Jahre Freilandhaltung betreibt, konnte Franz viele Erfahrungen und Verbesserungen erzählen, die er oder seine Frau seither gemacht haben.

Beendet wurde der Tag mit einer wunderbaren Speckjause, gespendet von der Bio-Fleischerei Schober. Vielen Dank dafür, Roman!

Webtipps

Informationen zur Afrikanischen Schweinepest:
AGES
Vorstellung der Freiland-Schweinemast des Betriebs Krippel
Fachfilm über die Freilandhaltung am Betrieb Hager
Bio-Fleischerei Schober

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