Grüner Bericht zeigt: Bio-Schweine bleiben stabil

Die Tabellen des Grünen Berichts aus dem Jahr 2014 zeigen für den Schweinesektor: Konventionelle Schweinehalter werden immer größer, Bio-Schweinehalter bleiben gleich groß – oder besser gesagt gleich klein.

Der „Grüne Bericht“ ist eine Zusammenstellung von Daten und Fakten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, der jährlich herausgegeben wird (Siehe dazu den Grünen Bericht 2014). Darin finden sich unter enorm vielen Tabellen (zum Download) auch solche zur Biologischen Landwirtschaft und zum österreichischen Schweinebestand. Aus diesen Tabellen errechnet sich der Anteil der Bio-Schweine an allen Schweinehaltern: Er lag 2014 bei 2,4 Prozent.

Im Westen Eigenversorgung

Vor allem in Salzburg und Tirol werden Bio-Schweine zur Eigenversorgung gehalten. So finden sich zum Beispiel über 16 Prozent aller Bio-Schweinehalter in Salzburg, sie halten aber mit durchschnittlich 2,7 Schweinen nur etwa zwei Prozent aller Bio-Schweine. In Tirol werden vier und in Vorarlberg etwa sieben Schweine pro Bio-Betrieb gehalten. Das sind im Vergleich zum Burgenland „kleine“ Bestände. Ein Hinweis dazu: Unter der „Anzahl Schweine“ sind immer „Anzahl Schweinerüssel“ – also die Summe aus Sauen, Ferkeln und Mastschweinen – gemeint, eine Trennung zum Beispiel in Sauen und Mastschweine existiert (leider) nicht.

Im Osten Mast für den Markt

Im Burgenland wurden 2014 im Durchschnitt 56 Bio-Schweine pro Schweinehalter gehalten, knapp gefolgt von den Niederösterreichern, die 51 Bio-Schweine hielten. Hier zeigt sich, dass sich Bio-Schweine vor allem in Bio-Getreideanbaugebieten sammeln. Dagegen spielen die „klassischen“ Maisanbau-Regionen – in denen sich konventionelle Schweine konzentrieren – in der Bio-Landwirtschaft kaum eine Rolle: In der Steiermark werden „nur“ 11 und in Oberösterreich „nur“ 21 Bio-Schweine je Betrieb gehalten.

Groß ist relativ

Über die letzten 10 Jahre hinweg zeigt sich, dass Bio-Schweinebetriebe vor allem im Ober- und Niederösterreich „gewachsen“ sind, während jene in Salzburg, Tirol oder Kärnten gleich (klein) geblieben sind. Im Durchschnitt über ganz Österreich blieben Bio-Schweineherden gleich groß: nämlich etwa 21 Bio-Schweine pro Schweinehalter. „Groß“ ist dabei relativ: Jene durchschnittlich 51 Schweine im niederösterreichischen Bio-Betrieb sind wenig im Vergleich zum konventionellen Kollegen: Dort wurden im Vorjahr 137 Schweine pro Betrieb gehalten. Und in Oberösterreich wurden mit 177 (konventionellen) Schweinen achtmal so viele Tiere gehalten wie am Bio-Schweinebetrieb. Selbst die „größten“ Bio-Schweinehalter – die Burgenländer – halten also gerade einmal halb so große Herden wie der österreichische Durchschnitt.

Weniger Selbstversorger

Auffallend bei Bio-Betrieben ist der „schweinische“ Rückgang im Grünland: Während in den Bundesländern Salzburg, Steiermark, Kärnten oder Vorarlberg die Anzahl aller Bio-Betriebe seit 2005 leicht zunahm, ging die Anzahl der Bio-Schweinehalter um etwa ein Drittel zurück. Offenbar halten immer weniger Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen Schweine für den Eigenbedarf – was wegen geringerer Vielfalt am Bio-Betrieb zu bedauern ist. Zu hoffen ist freilich im Gegenzug, dass diese Bio-Familien nur noch Bio-Schweinefleisch kaufen!

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