Diözesaner Umweltpreis 2014 zeigt Engagement der NÖ Pfarren

Niederösterreichs Pfarren passen auf die Schöpfung auf! Das wurde bei der 5. Umweltpreisverleihung durch das Land NÖ und der Diözesen St. Pölten und Wien bei einem Festakt im NÖ-Landhaus in St. Pölten wieder bewusst. Die Pfarren Dorfstetten, Horn, Absdorf, Schwadorf und das Jugendzentrum Steppenwolf in St. Pölten sowie die evangelische Pfarre Mödling überzeugten die Jury in den verschiedenen Kategorien am meisten.

 

„Wenn eine Pfarre angefangen hat, sich mit Ökologie und Schöpfungsverantwortung zu beschäftigen, zieht es weitere Kreise. Sowohl im Handeln der Pfarre als auch in der Bevölkerung. Und damit ist der NÖ-Umweltpreis ein Gewinn für alle: für die Natur und für die ganze Gesellschaft“, würdigte Bischof Klaus Küng die vielen Initiativen der Pfarren.

„Die Bewahrung der Schöpfung ist unser aller Auftrag. Es freut mich, dass wir nun schon zum 5. Mal die besten Projekte gemeinsam auszeichnen dürfen“, so Umweltlandesrat Stephan Pernkopf. Er habe gemerkt: Je aktiver Pfarren sind, desto mehr Umweltinitiativen gingen davon aus.

„Die Schöpfungsverantwortung ist uns Christen in die Wiege gelegt“, betonte der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland. Das sei kein Randthema, sondern zähle zu den zentralen Bereichen. Man könne gar nicht genug für die Schöpfung tun.

Der Wiener Weihbischof Franz Scharl sagte, die Kirchen müssten sich auch einen Spiegel vorhalten: „Wie lebe ich? Wie macht das die Kirche?“ Beim Thema Klimaerwärmung verwies er auf die Eigenverantwortung aller und Christen müssten andere motivieren, mehr zu tun.

Sophie Schinnerl von der Katholischen Aktion St. Pölten betonte: „Ökologie ist in der Kirche nicht nur ein Randthema. Viel Nachhaltiges habe sich in den Pfarren schon etabliert, gerade von der Jugend gingen zahlreiche Initiativen aus.

Pfarre Horn: Nachhaltigkeit wird groß geschrieben
„Der Pfarrheurige in Horn lockte die Gäste nicht nur mit dem gemütlichen Beisammensein und dem köstlichen Essen, sondern auch mit Nachhaltigkeit“, so die Jury. Seit Jahren werde in der Pfarre Horn schon auf Bio-Speisen und Abwaschen statt Wegwerfen gesetzt. Weiters sei aufgefallen, dass es ein vollwertiges vegetarisches Gericht gibt – eine Seltenheit bei Festen dieser Dimension. Durch die mehrmalige Teilnahme am Umweltpreis der Diözese hat sich in der Pfarre ein Arbeitskreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“ gebildet. Von diesem ausgehend gibt es im wöchentlichen Pfarrbrief in regelmäßigen Abständen Tipps, wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann.

Jugendzentrum Steppenwolf in St. Pölten: 72 Stunden ohne Kompromiss
Das Jugendzentrum Steppenwolf war heuer bereits zum fünften Mal Schauplatz eines 72 Stunden – Projektes. 72 Stunden ohne Kompromiss stand heuer unter dem Motto Nachhaltigkeit und Fairness. Aus alten Waschmaschinentrommeln, alten Autoreifen, Gartenschläuchen und dergleichen wurden einzigartige Lampen gefertigt, ebenso neue Sitzgelegenheiten für den Außenbereich. Es mache einfach Sinn, aus Dingen, die andere wegschmeißen, etwas Brauchbares, Neues zu machen, so die Jugendlichen. Den Bienen wurde ein Nützlingshotel für den Außenbereich gebaut.

Pfarre Dorfstetten: Heizen mit Bioenergie
Der Neubau einer Heizungsanlage für die Pfarre Dorfstetten war nötig geworden. Der Pfarrkirchenrat entschied sich in Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Diözese für die Errichtung einer Hackgutanlage für den gesamten Pfarrbereich (Pfarrhof, Pfarrheim und Kirche). Auf Ersuchen der Gemeinde wurden auch die nebenstehende Volksschule und der örtliche Kindergarten, sowie das Forsthaus angeschlossen. So ist es ein Nahwärmeheizwerk geworden. Versorgt wird das Heizwerk zur Gänze mit Hackgut aus dem eigenen Pfarrwald, so bleibt die Wertschöpfung im Ort.

Evangelische Pfarrgemeinde St. Pölten
Die Kirche und das Pfarrhaus wurden erst kürzlich neu renoviert. Die Pfarre hat sich dabei an die Energierichtlinien gehalten und ausgeführt, soweit sie bei einem denkmalgeschützten Altbau möglich ist. Die Pfarre legt wert darauf alle Feste und Veranstaltungen schöpfungsgerecht durchzuführen und ihren Gemeindemitgliedern nachhaltiges Leben vor Augen zu führen, dazu trägt auch der kleine Bio-Garten bei.

Unterstützt wurde der Umweltpreis von:
Land Niederösterreich; BIO AUSTRIA NÖ und Wien; Qualitätsprogramm Gutes vom Bauernhof; Weltladen St. Pölten; Energie und Umweltberatung Niederösterreich (EnU).
Veranstalter: Katholische Aktion

am Bild:
Superintendent Paul Weiland, Landesrat Dr. Stephan Pernkopf und BIO AUSTRIA NÖ und Wien Obmannstellvertreter Franz Hlavka gratulierten VertreterInnen der evangelischen Pfarrgemeinde St. Pölten und überreichten einen Biokorb von BIO AUSTRIA NÖ und Wien