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Beikrautregulierung

Foto: © BLE, Bonn/Thomas Stephan
Foto: © BLE, Bonn/Thomas Stephan

Treten in Pflanzenbeständen vermehrt bestimmte Unkräuter auf, so ist dies meist eine Folge falscher pflanzenbaulicher Maßnahmen. Es ist notwendig, die Ursachen dieser Verunkrautung zu erkennen, wenn möglich, sie zu beheben und damit das Problem zu lösen.

Im biologischen Landbau werden keine unkrautfreien Bestände angestrebt. Ziel der Regulierungsmaßnahmen ist es, die Unkräuter so unter Kontrolle zu halten, dass sie die Produktion möglichst wenig beeinflussen. Pflege- und Erntemaßnahmen sollen möglichst wenig gestört werden. Deswegen spricht man von Beikrautregulierung statt von Unkrautbekämpfung oder -vernichtung.

Schäden durch Beikräuter

  • Konkurrenz zu Kulturpflanzen um Wasser, Nährstoffe oder Raum
  • Bodenbearbeitung, Pflege und Ernte sind beeinträchtigt
  • Zwischenwirt für Pflanzenkrankheiten
  • günstigeres Mikroklima für Pflanzenkrankheiten
  • Aberkennung von Saatgut

Positive Eigenschaften von Beikräutern

  • Bodenbedeckung und Erosionsschutz
  • verbesserte Bodenstruktur durch Lebendverbauung und Schattengare
  • Aufschluss von Nährstoffen und Bindung von Nährstoffüberschüssen
  • Nahrung für Mikroorganismen nach dem Absterben
  • Zeigerpflanzen für Bodeneigenschaften
  • Lebensraum und Nahrung für Nützlinge

Vorbeugende Beikrautregulierungsmaßnahmen

Beikräuter sind in ihren Keimzeiten, ihrem Wachstumsrhythmus und ihrer Vermehrung bestimmten Kulturpflanzen angepasst.
Das Einhalten einer vielseitigen Fruchtfolge ist daher die beste vorbeugende Regulierungsmaßnahme. Vielseitige Fruchtfolgen bringen auch eine vielseitige Artenzusammensetzung bei den Unkräutern. Diese Bestände lassen sich problemloser mechanisch regulieren.
Vor allem der Feldfutterbau/Grünbracheanbau mit Klee, Kleegras und Luzerne ist ein wirkungsvolles Fruchtfolgeglied im biologischen Landbau.
Der Zwischenfruchtanbau trägt vor allem durch die Bodenbearbeitung bei rechtzeitiger Aussaat und günstigen Witterungsbedingungen durch Beschattung und Schnitt zur Unkrautreduzierung bei. Vom Mähdrescher verteilte Unkrautsamen werden zum Keimen angeregt, die Pflanzen können sich aber gegen schnell wachsende Zwischenfrüchte nicht durchsetzen.
Untersaaten sind zur Unkrautunterdrückung nicht geeignet. Dichte Getreidebestände beeinträchtigen die Entwicklung der Untersaaten und führen zu lückigen Beständen, in denen sich die Quecke gut vermehren kann.
Die richtige Bodenbearbeitung ist als vorbeugende Maßnahme sehr wichtig. Strukturschäden und Verdichtungen im Boden schwächen die Kulturpflanzen und fördern einzelne angepasste Unkräuter wie Distel, Quecke oder Windhalm. In lockeren, garen und humusreichen Böden entwickeln sich die Kulturpflanzen zügiger, Unkräuter werden zurückgedrängt.

Folgende Bodenbearbeitungsverfahren haben sich in der vorbeugenden Unkrautregulierung bewährt

Die Stoppelbearbeitung trägt zur Reduktion von Wurzelunkräutern bei.
Nach der Stoppelbearbeitung Unkräuter und Ausfallsamen keimen lassen, erneut bearbeiten und nochmals keimen lassen eventuell wiederholen (Unkrautkur).
Bei starkem Unkrautdruck kann auf eine wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug nicht verzichtet werden, die Bearbeitungstiefe ist auf die vorhandenen Unkräuter und die Bodenart abzustimmen.
Im Frühjahr ist ein oberflächliches Vorarbeiten mit der Egge oder Schleppe vor der Saat sinnvoll, um die erste Unkrautgeneration zum Keimen zu bringen.

Direkte Beikrautregulierung

Nach der Saat der Kulturpflanzen können Beikräuter mit Hilfe von mechanischen und thermischen Regulierungsmaßnahmen zurückgedrängt werden, wenn die Kulturpflanzen einen Wachstumsvorsprung haben.
Im Getreide werden vor allem Striegel, in Hackkulturen Hacken und Bürsten, in Kulturen mit langsamer Jugendentwicklung z.B. Gemüse Abflammgeräte eingesetzt.

Beratungsblätter finden Sie im Downloadcenter