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Biomaps 2019

Umstellung

Foto: © BIO AUSTRIA/Theurl
Foto: © BIO AUSTRIA/Theurl

Das Interesse für den Bio-Obstbau ist wieder stärker zu spüren, da einerseits mit 2015 eine neue Öpul-Periode begonnen hat und zusätzlich der konventionelle Markt mit vielen Herausforderungen zu kämpfen hat. Der wirtschaftliche Aspekt ist zwar wichtig, sollte aber bei einer Umstellung nicht an erster Stelle stehen.

Die wichtigste Voraussetzung ist die richtige Einstellung und Überzeugung für die biologische Wirtschaftsweise. Gerade beim Obstbau, wo es sich um Dauerkulturen handelt und die Umstellungszeit 36 Monate beträgt, sollte die Entscheidung gut überlegt und vorbereitet sein.

Grundlegende Unterschiede zum IP-Obstbau

  • KEIN Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel
    Der biologische Pflanzenschutz (PS) bedient sich natürlich vorkommender Substanzen für die Regulierung von Krankheiten und Schädlingen. Dafür sind eine Beobachtungsgabe und das richtige Bauchgefühl von Vorteil. Maßgeblich entscheidend für die Intensität des Pflanzenschutzes sind in erster Linie die Standort- und Sortenwahl. Die PS-Themen in der Bio-Apfelproduktion sind weitgehend abgeklärt. Beim Steinobst sind die Bekämpfung von Monilia und speziell bei der Kirsche die Kirschfruchtfliege die größten Herausforderungen. Da insbesondere der Stein- und Beerenobstbereich bisher nur als Nischen vertreten sind, gibt es auch im PS-bereich nur begrenzte Möglichkeiten.
  • KEIN Einsatz von Herbiziden; Bodenbearbeitung und Freihalten des Baumstreifens nur mechanisch
    Betreffend Bodenbearbeitung haben sich das Pellenc Tournesol Hackgerät und zunehmend auch der Ladurner Kreiselkrümler bzw. Scheibensysteme durchgesetzt. Bei den Mähgeräten, die größtenteils über den Sommer im Einsatz sind, zählen der Greenmaster und der Vimas-Öko Cleaner zu den Favoriten.
  • KEIN Einsatz von N-Mineraldünger
    Hauptsächlich werden pelletierte organische Dünger eingesetzt, die eher langsam wirken und eine gute Nahrungsgrundlage für die Mikroorganismen im Boden bieten. Für eine stabile Bodenstruktur wird zusätzlich die Ausbringung von Kompost empfohlen.
  • Höherer Aufwand
    Die aufwändigere Bodenbearbeitung, eine intensivere händische Ausdünnung und die Regulierung von Krankheiten und Schädlingen führen zu mehr Arbeitsstunden.
  • Geringfügige Qualitätsverluste werden toleriert (Fruchtberostung und kleine Schalenfehler); Bio-Obst wird immer als Klasse 2 verkauft;
  • Höhere Auszahlungspreise, aber niedrigere Erträge

Steinobst

Aufgrund der geringen Bio-Steinobst-Flächen sind auch die Erfahrungen im Bereich der Produktion sehr gering und schwer vergleichbar. Als alternative Kulturen sind am ehesten Zwetschke und Pfirsich zu nennen. Jedoch waren die Versuche, den Bio-Zwetschkenanbau in der Steiermark zu forcieren, bisher nicht erfolgreich.

Beerenobst

Der Anbau von Bio-Himbeeren, -Brombeeren, -Johannisbeeren, -Heidelbeeren, etc. für die Tafelobstproduktion gehört zur Königsdisziplin im Bio-Obstbau.
Eine einfachere Möglichkeit, die auch die Fläche von 180 ha Bio-Strauchbeeren in der Steiermark erklärt, ist die Verwendung von Bio-Beeren, speziell schwarze Johannisbeere und zunehmend Aronia, für den Verarbeitungsbereich. Besonders die Aroniabeeren haben derzeit einen großen Beliebtheitsgrad aufgrund des hohen Vitamin C-Gehaltes bzw. weiterer gesundheitsfördernder Pflanzenstoffe.

Information durch Beratung

Umfassende Information zur Umstellung erhalten Sie von den Bio-Beratern
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