Anzeige
Weide Eingriffe
Biomaps 2019
Anzeige
Weide Eingriffe

Zierpflanzen-Richtlinien

Bei der Delegiertenversammlung vom 05.Dezember 2012 wurden folgende, ab 01. Jänner 2013 für alle BIO AUSTRIA Betriebe geltenden, Zierpflanzenbaurichtlinien beschlossen.

Zierpflanzenbaurichtlinie – gültig für alle BIO AUSTRIA Betriebe ab 01.01.2013!

4. Gartenbau und Dauerkulturen

(Anbau, Verarbeitung, Lagerung)

4.6 Topfkräuter, Zierpflanzen und Stauden

Neben den allgemeinen Richtlinien (Kapitel 1) und den Richtlinien zum Pflanzenbau (Kapitel 2.1 bis 2.6) gelten zusätzlich folgende Bestimmungen:

4.6.1 Humuswirtschaft

Durch die Art der Bewirtschaftung muss eine positive Humusbilanz erzielt werden. Es wird empfohlen den Humusgehalt der Böden alle fünf Jahre zu überprüfen.

4.6.2 Düngung – zusätzlich zum Richtlinienpunkt 2.1

Vor jedem Zugang von organischen Düngemitteln ist eine Genehmigung von BIO AUSTRIA notwendig.
Beim Zugang organischer Dünger konventioneller Herkunft ist die Menge so zu bemessen dass die Gesamtstickstoffmenge von 170 kg/ha landwirtschaftliche Nutzfläche – den hofeigenen Dünger mit eingeschlossen – nicht überschritten wird. Die genehmigbare Menge beträgt bei folgenden Kulturen pro ha und Jahr:

  • Stauden: maximal 60 kg Njw/Hektar und Jahr
  • Zierpflanzen Freiland: maximal 80 kg Njw/Hektar und Jahr
  • Zierpflanzen im geschützten Anbau: maximal 110 kg Njw/Hektar und Jahr
  • Berechnungsbasis ist der jahreswirksame Stickstoff (Njw) gemäß ÖPUL 2007.

4.6.3 Erden und Substrate

4.6.3.1 Torfeinsatz
Der Einsatz von Torf zur Anreicherung der Böden mit organischer Substanz ist verboten. In Topfsubtraten muss der Einsatz von Torf auf ein Minimum beschränkt werden und darf zu folgenden maximalen Prozentsätzen eingesetzt werden:

  • Zierpflanzen, Balkonblumen, Baumschule: max. 50%
  • Stauden: max. 30%
  • In Aussaat- und Jungpflanzen-, sowie Topfkräutersubstraten: max. 70%

4.6.3.2 Erden und Zuschlagstoffe
Die verwendeten Erden und Zuschlagstoffe zu Substraten (z.B. Fertigerden, Rindenprodukte, Fertigkomposte und Kompostmaterial) dürfen ausschließlich Zusätze enthalten, die nach den BIO AUSTRIA-Richtlinien zum Pflanzenbau (siehe 2.1.5) zugelassen sind. Synthetische Zuschlagsstoffe wie Styromull oder Hygromull auf Böden und in Substraten sind verboten.

4.6.3.3 Dämpfen von Flächen und Erden
Dämpfen im Freiland ist verboten. Nach Maßgabe der Beratung ist Dämpfen bei
Anzuchterde und Substrat im Folientunnel oder Glashaus erlaubt.

4.6.4 Beheizung

Im Winter (1. Dezember bis 28. Februar) dürfen die Kulturflächen lediglich frostfrei (höchstens 10 °C) gehalten werden. Jung- und Topfpflanzenproduktion bzw. die ausschließliche Beheizung mit nachweislich erneuerbarer Energie (nachwachsende
Rohstoffe, Hackschnitzel, Sonnenenergie) und Abwärmenutzung (Agrogasanlagen etc.) sind davon ausgenommen.
Auf eine ausreichende Wärmedämmung der Glashäuser ist zu achten.

4.1.5 Kulturgefäße und Verpackungmaterialien, Folien und Vliese

Grundsätzlich ist der Einsatz verrottbarer Materialien anzustreben. Verpackungsmaterialien, Folien und Vliese aus PVC oder Styropor sind nicht zulässig. Es wird empfohlen neue Töpfe bzw. Kulturgefäße aus verrottbaren Materialien inzusetzen.
Gebrauchte Folien, Vliese usw. sind dem Recycling zuzuführen.

Rückfragehinweis:

© Magdalena Possert

Mag. Barbara Waldner

BIO AUSTRIA, Agrarpolitik und Internationale Beziehungen

Referentin

T: +43 1 403 70 50-217

F: +43 1 4037050-190

M: +43 676 842 214 217

Theresianumgasse 11, A-1040 Wien