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Mutter Erde – Geliehen und kein Spekulationsobjekt

Ein spannender Vortrag von der FH Vorarlberg

Vortrag von Dr. Hans Eder
Als die Spanier Anfang des 16. Jahrhunderts begannen, die Welt der Indigenas zu erobern (nicht zu „entdecken“) stießen sie nicht nur auf deren Gold, sondern auch auf einen ihrer kulturellen Wesenselemente: die Pachamama. Sie verstanden weder Inhalt noch Bedeutung. Setzten sich darüber hinweg oder übersetzten sie schlicht mit „Madre Tierra“ (Mutter Erde). Die „Mutter Erde“ wird seit der Kolonialzeit bis heute durch den modernen „homo oeconomicos“ weitgehend als Spekulationsobjekt betrachtet oder als Produktionsfaktor verzweckt. Die Hybris dessen erlebt man in Lateinamerika in Form der neo-liberalen ungezügelten Agro-Industrialisierung der „Neuen Grünen Revolution“. Kennzeichnend dafür ist die Harmonisierung (inter)nationaler politischer, wirtschaftlich-kultureller und wissenschaftlicher Interessen. Damit einher geht eine unvorstellbare Expansion der Brandrodungen, Anbau gentechnisch-veränderten Saatgüter (v.a. Soja), Dezimierung der kulturellen Vielfalt und BioDiversität – bei gleichzeitig steigenden Aktienkursen der involvierten Konzerne und der Ausbreitung von Pandemien durch Stressfaktoren diverser Lebewesen. Das zur Ratifizierung anstehende Freihandelsabkommen der EU mit dem MERCOSUR wir diesem Prozess einen besonderen „Wachstumsschub“ verleihen. Dieser „Zivilisationsprozess“ der „Entwicklungsgesellschaft“ braucht dringend einen radikalen Wandel, der an der „Radix“ der Pachamama – der Mutter Erde beginnt. Dazu bedarf es einer fundamentalen Option für Ökologisierung und Förderung des Biolandbaus als Teil einer anderen Agri-Kultur. Eine weitere Umsetzung wäre die „Foresteria analoga“. Sie verknüpft indigenen Wissens und Weisheiten mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Damit verbunden ist der Schutz des „intellektuellen Eigentums“ indigener Kulturen. Dieser Prozess beinhaltet einen gerechten solidarischen reziproken Austausch von Gütern, Dienstleistungen, Wissen und Erfahrungen zwischen Nord und Süd. Und ist somit ein Beitrag zu einer Gemeinwohl- und Buen-Vivir-orientierten Zivilisation. Das erfordert ein effizientes Miteinander von zivilgesellschaftlichen Organisationen und „politischer Gesellschaft“ der Gemeinden, Regionen, Länder. Nationalstaaten und transnationale Gebilde sind damit überfordert. Zu unflexibel – zu innovationsresistent und zu machtversessen.

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