„Eine Kiste voller Geschmacksexplosionen“
Michaela Reisenberger und Peter Jahn über Solidarische Landwirtschaft, unbekanntes Gemüse und die Freude am guten Essen.

Michaela Reisenberger arbeitet im Bereich Kunst & Kultur, Peter Jahn in der IT. Gemeinsam leben sie mit ihrer Tochter in Linz und teilen sich mit Freunden einen „Ernteanteil“ – die Gemüsekiste der SoLaWi Gmias aus Leonding. „Dem Alltag des Supermarkt-Angebots zu entkommen, war verlockend. Und dass das Geld direkt an die Erzeugerinnen geht, ist ein gutes Gefühl.“
Beide sind am Land aufgewachsen. Für sie ist SoLaWi eine moderne Form des Miteinanders, bei der Konsument:innen und Bäuer:innen gemeinsam Verantwortung für die Lebensmittelproduktion tragen.
Der Aufwand hält sich in Grenzen: Die beiden wechseln sich mit Freunden bei der Abholung ab und tauschen, wenn Urlaube geplant sind. Dafür bekommen sie jede zweite Woche eine Kiste voller saisonaler Schätze. „Die Salate, die Tomaten … diese unglaubliche Vielfalt! Eine Kiste voller Geschmacksexplosionen!“, schwärmt Michaela. Und manchmal auch „exotisches“ Gemüse wie Mangold oder Goldrüben. Andere Ernteteiler:innen oder das Internet helfen dann mit Rezeptideen.
Der Ernteanteil hat ihre Ernährung verändert, berichten Michaela und Peter: „Wir essen wesentlich mehr Gemüse.“ Und ganz nebenbei wächst das Wissen über saisonale Lebensmittel.

Auch für Bäuerinnen und Bauern bietet SoLaWi viele Vorteile
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet SoLaWi vor allem Planungssicherheit und direkte Wertschöpfung: Die Ernteteiler:innen tragen gemeinsam mit dem Betrieb das wirtschaftliche Risiko und finanzieren die Produktion im Voraus. Gleichzeitig entsteht eine engere Beziehung zwischen Hof und Konsument:innen – und damit Wertschätzung für die bäuerliche Arbeit. So kann SoLaWi gerade für Bio-Betriebe ein spannender Weg sein, regionale Versorgung, Vielfalt und wirtschaftliche Stabilität miteinander zu verbinden.
Solidarische Landwirtschaft bedeutet für die beiden vor allem Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Gemeinschaft und Freude. Besonders wichtig ist Michaela und Peter zu wissen, woher ihr Essen kommt. „Man kann am Feld mithelfen und bekommt wertvolle Einblicke.“ Peter schätzt aber auch den Zeit-Luxus, den ihnen die SoLaWi bietet: „Statt an der Supermarktkasse anzustehen, kostet mich die Abholung in der Linzer Innenstadt vier Minuten.“
Für die Zukunft halten Michaela und Peter solche Modelle für wichtig. „Die SoLaWis zeigen in Perfektion, dass Ressourcensparen nicht Verzicht bedeuten muss.“ Ihr persönlicher Aha-Moment? „Unangefochten der Geschmack und die Qualität!“ Und ein besonderes Highlight ist, dass ihre 16-jährige Tochter es kaum erwarten kann, das nächste Kisterl auszuräumen.
Was würden sie Menschen sagen, die glauben, eine SoLaWi sei zu aufwendig oder zu teuer? „Komm vorbei! Wir laden dich auf einen Gemüseteller ein.“ Denn überzeugen müsse man eigentlich niemanden – der Geschmack spricht für sich.
Wer auch erfahren möchte, wie Goldrüben aussehen und wie SoLaWi konkret funktioniert, hat bei den Tagen der offenen Türen von 16.-18.10.26 die beste Gelegenheit, selbst bei SoLaWis in ganz Oberösterreich vorbeizuschauen.
Alle Infos unter www.gutesfinden.at.
Details zur konkreten Umsetzung gibt’s in unserer SoLaWi-Broschüre – online abrufbar unter www.bio-austria.at/aaz und in unserem persönlichen Beratungsangebot – wir unterstützen gerne!
Kontakt
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Mag.a lw. FA.in Gudrun Zecha
Projekt "Appetit auf Gutes" Beratung und Betreuung von Food Coop Initiativen, SoLaWis