Zero Waste: Projekt Unverpacktes Wissen

Zero Waste (dt. „null Müll“) steht für einen ganzheitlichen, ressourcenschonenden Lebensstil. Dabei geht es um mehr als Abfallvermeidung. Auch dies meist der erste Schritt ist, um zu verstehen, wie man klima- und umweltschädliches Verhalten verändern und aktiv Klima und Umwelt schützen kann. 
Dabei beruht die Philosophie auf den fünf R’s: Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot. Diese Leitwörter sind in ihrer Wichtigkeit dabei von oben nach unten absteigend. Ist es also nicht möglich, die ersten drei Punkte umzusetzen, kommen die Punkte (Wieder-) Verwertung mit Recycling (=Wiederaufbereitung) und  Rot  (=Verrottung) zum Tragen. 

Neben der Abfallvermeidung finden auch Themen wie Energie und Mobilität in der Zero Waste Philosophie ihren Platz. Insgesamt geht es bei diesem Lebensstil darum, den ökologischen Fußabdruck auf ein Minimum zu reduzieren. 

Projekt Unverpacktes Wissen

In Österreich gibt es bereits 25 Unverpacktläden und ca. 200 Geschäfte, die teilweise lose Ware anbieten und der Bedarf steigt. Kein Wunder also, dass Zero Waste Austria immer wieder Fragen bekommt, wie man einen Unverpacktläden eröffnet, welche Spender man am besten nimmt oder wie es mit den Hygienebestimmungen aussieht. Genau diesen Fragen nehmen sich Zero Waste Austria im Projekt „Unverpacktes Wissen“ zusammen mit den Projektpartner*innen Bio Austria Niederösterreich und Wien und der D’Greisslerei an. 

Die Ausgangslage für „Unverpacktes Wissen“

Europaweit ist in den letzten Jahren ein starkes Wachstum in Hinblick auf die Anzahl an unverpackten Geschäften und Umsatzwachstum zu verzeichnen. Bis 2023 wird es 10000 Arbeitsplätze in Unverpackläden geben, die durchschnittlich 1 Tonne Verpackungsabfall p.a. sparen (Eunomia Research & Consulting Ltd, 2020). Besonders Trockenware wie Nudeln, Reis und Bohnen oder Waschmittel bieten sich für den Verkauf aus Großgebinden an. Was fehlt sind gesammelte Informationen über den Handel mit unverpackter Ware.

Im Projekt „Unverpacktes Wissen“ (März 2021 bis Dezember 2022)  trägt Zero Waste Austria das fehlende, nicht zugängliche Wissen über Beschaffung, Logistik, Kennzeichnung, Hygiene und Verkauf von unverpackten Lebensmitteln zusammen und stellt es InteressentInnen kostenfrei zur Verfügung. Zusätzlich richtet Zero Waste Austria im Zuge des Projekts, in Zusammenarbeit mit den PartnerInnen Bio Austria Niederösterreich und Wien und der D’Greisslerei, in vier Bioläden Unverpacktzonen ein, um so am Ende des Projekts messbare Ergebnisse zu liefern.

Online Panel: Lebensmittelverschwendung vs. Verpackung im September 2021

© ZVG/Zero Waste Austria

1/3 aller Lebensmittel landen im Abfall. Das ist nicht nur ein ethisches Problem, sondern auch eine massive Verschwendung von Ressourcen. Angefangen bei Land, über Wasser und Arbeitskraft spielen insbesondere im Lebensmittelbereich unendlich viele Faktoren eine Rolle. 

Gerade die Zero Waste Philosophie predigt den unverpackten Einkauf, um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen. Aber helfen nicht gerade Verpackungen, Food Waste zu reduzieren und die Haltbarkeit unseres Essens zu verlängern? 
Darüber diskutiert Zero Waste Austria mit ExpertInnen aus Wirtschaft, NGOs und Verpackungsindustrie am 07.09.2021 bei einer kostenlosen Panel Diskussion.