Weltbienentag: Bio-Landwirtschaft schützt die Bienen

© BIO AUSTRIA/ Maximilian Gritsch

Vor 3 Jahren haben die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen, um auf die vielfältigen Leistungen der Bienen und ihren dringend notwendigen Schutz aufmerksam zu machen.

Die fleißige Biene

Rund 4.000 Gemüsesorten in Europa gibt es nur, weil die Bienen durch ihre Bestäubung den Fortbestand der Pflanzen gewährleisten. Die wirtschaftliche Wertschöpfung der Biene und ihrer Bestäubung liegt in Österreich bei rund 525 Millionen Euro, weltweit sogar bei bis zu 200 Milliarden Euro.

Drei Mal um die Erde

Aber nicht nur ihre wirtschaftliche Leistung ist bemerkenswert. Damit wir am Ende 500g Honig genießen können, müssen ca. 20.000 Bienen rund 120.000 km zurücklegen. Das entspricht einer dreimaligen Umrundung der Welt.

© BIO AUSTRIA/ Maximilian Gritsch

Beliebtes „flüssiges Gold“

Der Pro-Kopf-Konsum von Honig lag in Österreich in den Jahren 2016 und 2017 laut Statista bei rund 1,2 Kilogramm. Insgesamt sich weltweit rund 20.000 Bienenarten bekannt, aber nur neun von ihnen produzieren den beliebten und vielseitig einsetzbaren Honig.

Negative Einflüsse

Die Bienenvölker auf der Welt sind mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert. Nicht nur Pestizide und vielerorts eingeschleppte Schädlinge, wie beispielsweise die aus Asien stammende Varroamilbe, setzen den Bienen zunehmend zu. Besonders verheerend für die Bienen sind die immer karger werdenden Landschaften. Immer häufiger werden große Teile von Flächen als Monokulturen bewirtschaften, die wenigen brachliegenden Flächen entfernt.

Eine Gegenbewegung

Biobäuerinnen und Biobauern und BIO AUSTRIA sagen „Nein“ zu einer Zukunft ohne Bienen. Die Bio-Landwirtschaft und die biologische Bienenhaltungen bieten Bienen den für ihr Gedeihen dringend benötigten Schutz. Dabei steht Nachhaltigkeit am Programm:

  • Bio-Bienenstöcke werden im Umfeld von Bio-Flächen, Waldungen oder ÖPUL-Flächen* aufgestellt, sodass den Bienen Futter in hoher Qualität zur Verfügung steht.
  • Die Mittelwände im Bienenstock dürfen nur aus rückstandsfreiem Bio-Wachs bestehen.
  • Das rückstandsfreie Wachs wird mittels eigenem Wachskreislauf zurückgewonnen und wiederverwendet.
  • Der Bienenstock darf nur aus natürlichen Materialien wie Holz, Stroh oder Lehm bestehen.
  • Im Bienenstock dürfen nur ökologische sowie natürliche Mittel wie beispielsweise Propolis verwendet werden.
  • Im Winter genießen Bio-Bienen besten Bio-Honig und -Zucker.
  • Sollte das Bienenvolk erkranken, sind zur Behandlung nur Mittel erlaubt, die ohnehin im Honig vorkommen.
  • In der Bio-Bienenhaltung werden die Bienenvölker, die gegen die Varroamilbe ankämpfen, nicht zusätzlich durch chemische Mittel geschwächt, sondern vielmehr durch Einsatz organischer Säuren oder ätherischer Öle wie z.B. Thymol unterstützt.
  • Eine einmal jährlich stattfindende unabhängige Kontrolle garantiert die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien zur Bio-Bienenhaltung.
© BIO AUSTRIA/ Maximilian Gritsch

Bio schützt auch die Bienen

Auf Bio-Flächen finden sich rund 30% mehr Arten und 50% mehr Individuen. Denn Biobäuerinnen und Biobauern setzen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ein, was den Bienen zusätzlich jenen Schutz bietet, den sie dringend benötigen.

Was jeder tun kann

Wer beim Einkauf zu biologischen Lebensmitteln greift, bekommt nicht nur hochqualitative Produkte, sondern schützt auch die Bienen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, den eigenen Garten oder aber auch den Balkon mit bienenfreundlichen Pflanzen auszustatten, um die Bienen bei der immer schwieriger werdenden Nahrungsmittelsuche zu  unterstützen.

Neben vielen unterschiedlichen Blumen, Kräutern und Obstbäumen, ist auch eine auf die gesamte Gartensaison verteilte Blühzeit der einzelnen Pflanzen zu beachten, sodass Bienen regelmäßig Nahrung finden können. Vor allem aber sind Pflanzen mit ungefüllten Blüten wichtig, da nur diese den Bienen Nahrung bieten. Solche sind beispielsweise Margeriten, Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Lavendel oder Kornblumen.

Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat Pflanzen nach ihrer Bienenfreundlichkeit bewertet und in diesem Ratgeber zusammengefasst: Hier geht’s zum Ratgeber.

Durstlöscher gefragt

Wussten Sie, dass auch Bienen Durst haben? Daher empfiehlt es sich in den warmen Monaten im Garten oder am Balkon eine kleine Schale gefüllt mit Wasser und ein paar daraus heraus ragenden Steinen aufzustellen, damit die Bienen einen trockenen Zugang zur Wasserquelle haben.

Bio-Imkerin und Bio-Imker halten Bienenstock-Rahmen vor ihr Gesicht und lächeln.
© BIO AUSTRIA/Theurl

Bio-Einkaufsadressen

Bio-Honig und Bio-Imkereiprodukte sind Ab-Hof bei unseren Bio-ImkerInnen und -Imkern erhältlich oder aber bequem online in unserem BIO AUSTRIA Webshop beziehbar .

*Flächen des Österreichischen Programms für eine umweltgerechte und den natürlichen Lebensraum schützende Landwirtschaft.