Biolandbau als gelebter Klimaschutz

Warum der Griff zum heimischen Bio-Produkt dem Klima hilft

In den letzten Monaten wurde über den Klimawandel in einer noch nie dagewesenen Intensität diskutiert. Die Klimakrise beschäftigt die Menschen rund um den Globus. Der Tenor ist eindeutig: Die Zeit ist reif für klimafreundliches Handeln, sowohl für uns BürgerInnen, als auch für alle Wirtschaftsbranchen. Auch der Agrarbereich kann einen wichtigen Beitrag leisten, ist er doch global betrachtet auch einer der größten Emittenten von Treibhausgasen. Es besteht somit ein hohes Potential, dem Klimawandel aktiv entgegen zu wirken.
Zur Herstellung mineralischer Düngemittel (sogenannter Kunstdünger) und chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel ist ein beachtlicher Energieeinsatz notwendig. Zudem emittieren mit Kunstdünger behandelte Böden große Mengen an Lachgas (N2O), welches rund 300 mal klimaschädlicher ist als CO2. Einer jüngst im Fachjournal Nature Climate Change veröffentlichten Studie* zufolge steigt die Konzentration von N20 in der Atmosphäre wesentlich schneller an als gedacht. Verantwortlich dafür ist laut Forschern der hohe Einsatz an Kunstdüngern (vor allem in Ostasien und Südamerika).
Alleine dadurch, dass im Bio-Landbau Kunstdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht zum Einsatz kommen, hat z.B. der Bio-Ackerbau um 66-90% geringere CO2-Äquivalente Emissionen/Hektar. Außerdem hat der Bio-Landbau im CO2-Bereich die Nase auch deshalb deutlich vorne, weil keine Futtermittel aus Südamerika verwendet werden. Schließlich werden für deren Anbau vor Ort große Flächen Regenwalds vernichtet. Da die Bodenkohlenstoffbindung auf Bio-Böden – auf Grund des permanenten Humusaufbaus – besonders ausgeprägt ist, besteht auf bio-konform bewirtschafteten Flächen noch zusätzliches C02-Speicherpotential.
Mehr Bio-Flächen in Österreich in Verbindung mit einer gesunden und nicht verschwenderischen Ernährungsweise könnte die gesamten Treibhausgasemissionen in Österreich um bis zu 5-10 % minimieren, wie eine Studie des Zentrums für Globalen Handel der Universität für Bodenkultur in Wien besagt.
Wer also auch beim Lebensmittel-Kauf zum Klimaschutz beitragen möchte, greift zu – möglichst saisonalen – heimischen Bio-Lebensmitteln, achtet auf möglichst wenig Lebensmittelverschwendung und genießt noch dazu Fleisch in Maßen, aber in höchster Bio-Qualität.

Quelle