Plattform Bio-Milch
Rückblick und Zusammenfassung der Veranstaltung am 4. Dezember 2025
Am 4. Dezember trafen sich in Wilhelmsburg BIO AUSTRIA Milchviehhalter:innen zu einem überbetrieblichen Austausch, der bewusst molkereiunabhängig gestaltet war.
Vortrag von Augustin Koch
Am Vormittag gab Augustin Koch von der BIO AUSTRIA Marketing GmbH einen Überblick über die aktuelle Situation am Bio-Milchmarkt in Österreich und Europa. Zudem stellte er den erneuerten Milchpreisvergleich von BIO AUSTRIA vor.
In der anschließenden Diskussion wurden zahlreiche Aspekte der Bio-Milchproduk- tion aufgegriffen. Das Thema Weidehaltung bei Milchvieh wurde in Kleingruppen vertieft, deren Ergebnisse später im Plenum präsentiert wurden.
Erfahrungsberichte von Tierärztin Elisabeth Stöger
Tierärztin Elisabeth Stöger eröffnete ihren Beitrag mit einem Berichten zur derzeit stark verbreiteten Blauzungenkrankheit, die vor allem Rinder und Schafe in Kärnten betrifft. Da keine verlässlichen Prognosen über Ausbreitung, Regionen oder Virustypen für die kommende Saison möglich sind, bleibt die Lage unsicher. Bei dem in Kärnten am häufigsten aufgetretenen Virustyp zeigten geimpfte Tiere im Jahr 2025 jedoch deutlich mildere Krankheitsverläufe.
Im Anschluss widmete sich Stöger dem Schwerpunktthema Futterumstellung bei Weidehaltung. Sie erläuterte die Besonderheiten der Wiederkäuerverdauung und die typischen Probleme, die bei abrupten Futterwechseln auftreten können.
Ein zentrales Beobachtungskriterium ist die Wiederkautätigkeit: Mindestens 50 Wiederkauschläge pro Bissen gelten als Richtwert. Liegt die Zahl darunter, deutet dies auf eine gestörte Pansenmikrobiologie hin, wodurch Nährstoffe ungenutzt ausgeschieden werden. Dünner Stuhl oder Durchfall auf der Weide weist häufig auf einen Stickstoffüberschuss im Futter hin, der in Form von Ammoniak ausgeschieden wird. Aus Gründen der Tiergesundheit und der Kreislaufwirtschaft sollte daher stets eine langsame Futterumstellung erfolgen, begleitet von ausreichend Rohfaser.
Agnes Scheucher zu Biofresser-Projekt
Da Referent Ernst Grabner kurzfristig absagen musste, übernahm Agnes Scheucher den abschließenden Programmpunkt. Sie stellte das Biofresser-Projekt vor, das darauf abzielt, möglichst viele Bio-Kälber in Österreich als Bio-Tiere aufzuziehen und damit die biologische Wertschöpfungskette zu stärken.

Kontakt
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DI Agnes Scheucher
BIO AUSTRIA NÖ und Wien, Landwirtschaft
Regionalbetreuung Mostviertel, Beratung Grünland, Geflügel