Biodiversität

Der Verlust an Artenvielfalt schreitet voran und die Landwirtschaft als Mitverursacher ist in den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt. Auch wenn es im Selbstverständnis der Biobäuerinnen und Biobauern ist, auf die natürlichen Ressourcen zu achten und die biologische Betriebsweise vergleichsweise gut aussteigt, können wir nicht so tun als würde uns dieses Thema nicht berühren.

Mit dem Beschluss der Delegiertenversammlung Ende April 2021 wurden die Förderung der Biodiversität und einer vielfältigen Fruchtfolge in den Produktionsrichtlinien von Bio Austria verankert. Die Einhaltung der Fruchtfolgerichtlinie ist nur für Betriebe ab fünf Hektar Ackerland relevant.

Bienenhalter ohne Flächen brauchen den Biodiversitäts- und Fruchfolgerechner NICHT ausfüllen.

Richtlinien Biodiversität und Fruchtfolge

© Zuna-Kratky

Richtlinie Biodiversität

  • Jeder Bio Austria Betrieb leistet durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, durch eine vielfältige Fruchtfolge und eine gezielte Humuswirtschaft einen hohen Beitrag zum Schutz der Biodiversität.
  • Diese Grundleistungen werden mit einer Punkteanzahl von 100 bewertet.
  • Darüber hinaus erbringt jeder Bio Austria Betrieb zusätzliche Biodiversitätsleistungen. Der Betrieb kann dabei selbst entscheiden, welche Maßnahmen aus den Bio Austria Katalogen „Biodiversität fördern“ am besten zu seinem Betrieb passen.
  • Mithilfe des Biodiversitäts-Rechners oder eines analogen Fragebogens erhebt der Bio Austria Betrieb seine Biodiversitätsleistungen und ermittelt den erreichten Punktewert. Die Erhebung ist jährlich zu aktualisieren.
  • Jeder Bio Austria Betrieb erbringt in Summe jährlich Biodiversitätsleistungen im Wert von 200 Punkten.
  • Diese Richtlinie gilt befristet bis 31.12.2024. Vor einer neuerlichen Abstimmung durch die Delegierten erfolgt eine Evaluierung.

Richtlinie Fruchtfolge

  • Bio Austria Betriebe mit mehr als fünf Hektar Ackerland bewerten ihre Fruchtfolgen jährlich mit Hilfe des Fruchtfolgerechners oder mit einem analogen Fragebogen und erreichen mindestens 30 Punkte.
  • Betriebe mit einem Feldgemüse- und / oder Kräuteranteil von mehr als 20 % an der Ackerfläche mindestens 25  Punkte.
© Bio Ernte Steiermark

Für folgende Kriterien werden Punkte vergeben:

  • Anzahl der Kulturen in der Hauptfruchtfolge
  • Leguminosenanteil
  • Bodenbedeckung im Winter
  • Kurzzeitbegrünungen
  • Anteil an Hackfrüchten
  • Biodiversitätsfläche laut Bio Austria Maßnahmenkatalog „Biodiversität am Acker fördern
  • Mischkulturen und Untersaaten
  • Verzicht auf konventionelle organische Handelsdünger
  • Diese Richtlinie wurde befristet bis 31.12.2024 beschlossen und wird im Vorfeld evaluiert.

Zeitplan für die Richtlinien Biodiversität- und Fruchfolge

  • 2022
    Erstmalige verpflichtende Dateneingabe
  • 2023
    Start neue GAP-Periode am 01.01.2023
    Anforderung 80 % der Mindestpunkte
  • 2024
    Anforderung 100 % der Mindestpunkte
    Evaluierung und neuerliche Abstimmung

eAMA–Daten für die Rechner freischalten

Häufig gestellte Fragen zu den Richtlinien und den Rechnern

Biodiversitäts- und Fruchtfolgerechner
für Bio Austria Betriebe

@ BIO AUSTRIA

Mit Hilfe des Biodiversitäts- und Fruchfolgerechners (Online-Tool) oder der Fragebögen werden die vielfältigen Biodiversitäts- und Fruchtfolgeleistungen, die Bio Austria Betriebe erbringen, erfasst und in Form von Punkten sichtbar gemacht.

Fragen rund um die Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität beziehungsweise zur Fruchtfolge und zum Ausfüllen des Rechners beantworten gerne Ihre BeraterInnen in den Bundesländern. 
Die Ansprechpersonen finden Sie hier.

Formulare zur Erhebung der Biodiversitäts- und Fruchtfolgeleistungen

Erklärvideo Biodiversitätsrechner

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Erklärvideo Biodiversität

Biodiversitätsplaketten für Bio Austria Betriebe

Biodiversität fördern

Biodiversität im Grünland fördern

Grünland
© Bergmüller

Grünland gehört zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Der Lebensraum kann nur durch regelmäßige Nutzung, wie die Mahd, erhalten werden. Die regelmäßige Nutzung ist nicht nur zur Offenhaltung der Fläche notwendig, sondern trägt zudem zu einer vielfältigen Flora und Fauna bei. Die Art und Intensität der Bewirtschaftung hat dabei aber einen starken Einfluss ob diese Vielfalt erhalten bleibt oder bedroht wird.

Servicebereich


© Josef Limberger

Biodiversität am Acker fördern

Kein anderer Lebensraum wurde so stark vom Menschen geprägt und hat gleichzeitig in jüngster Zeit so große Verluste in der Artenvielfalt hinnehmen müssen wie unsere Äcker. Früher zierten zahlreiche Blüten die Äcker. Viele Insekten und andere Tiere konnten davon profitieren. Auch die Landwirtschaft gewinnt mit mehr an Vielfalt. Es werden Nützlinge gefördert, Schädlinge von den Kulturen abgelenkt, die Bestäubung gesichert, die Bodenfruchtbarkeit erhöht und das Bodenleben unterstützt.

Servicebereich


@ David Mark

Landschaftselemente

Landschaftselemente bieten aufgrund ihrer Strukturierung und ihrer meist extensiven Nutzung Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen, die in den Kulturflächen nicht oder nicht das ganze Jahr überleben können. Sie tragen somit maßgeblich zur Biodiversität bei.

Servicebereich


© BLE Bonn: Foto: Dominic Menzler

Nisthilfen

Die ursprünglichen Lebensräume unserer Vögel, Insekten und Fledermäuse sind oft nicht mehr vorhanden und damit fehlen auch Nistmöglichkeiten. Diesem Mangel kann man mit künstlichen Nisthilfen oder -höhlen abhelfen.

Servicebereich


Biodiversität im Obstbau fördern

© Frauke Riether / Pixabay

Der Obstbau bietet aufgrund der Zusammensetzung aus den mehrjährigen Obstkulturen in den Baum- bzw. Strauchreihen und dem Grünland in den Fahrgassen bereits einen vielfältigen Lebensraum für verschiedenste Tierarten. Um hier ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen zu erreichen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten das positive Artenspektrum zu fördern.

Servicebereich


Biodiversität im Weinbau fördern

© Dreisiebner-Lanz

Weingärten bieten großes Potenzial für einen artenreichen Lebensraum.

Es gilt im Wesentlichen die Monokultur zu durchbrechen wie zum Beispiel durch artenreich begrünte Böden, Hecken, Felsen, Wasserflächen oder Trockensteinmauern. 

Servicebereich


Biodiversität im Gemüsebau fördern

© pixabay

Im Gemüsebau können durch die Anlage von naturnahen Flächen und ausgesuchten Begleitpflanzen vorbeugend Nützlinge in die Flächen angelockt werden. Gezielte Biodiversitätsmaßnahmen können wesentlich dazu beitragen, Massenvermehrungen von Schädlingen zu verhindern und sind somit ein wichtiger Teil des biologischen Pflanzenschutzes.

Servicebereich


Biodiversität in der Agrarlandschaft und rund um den Hof


Anbieter Blühmischungen

Ansprechpersonen

Bundesverband

  • DI Eva Marthe

    Bio Austria, Landwirtschaft
    Qualitätsmanagement Landwirtschaft
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  • DI David Luger

    Bio Austria, Landwirtschaft
    Projekte im Pflanzenbau
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Salzburg

  • Markus Danner, BEd

    Bio Austria Salzburg, Landwirtschaft
    Beratung
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  • Franz Promegger

    Bio Austria Salzburg, Landwirtschaft
    Beratung
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  • Ing. Bernhard Altenburger, akad. BT

    Bio Austria Salzburg, Landwirtschaft
    Konsumentenprojekte, Beratung, IT
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Burgenland

  • Franz Traudtner

    Bio Austria Burgenland, Obmann, Landwirtschaft
    Beratung Ackerbau, Betriebliche Standortbestimmung, Bildungs- und Beratungskoordination
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  • Ing. Wolfgang Binder-Laki, BSc

    Bio Austria Burgenland, Landwirtschaft
    Beratung Ackerbau, Weiterbildung
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  • Elfriede Stopper

    Bio Austria Burgenland, Landwirtschaft
    Gemüse- und Spezialkulturen
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Kärnten

  • Stefan Kopeinig

    Bio Austria Kärnten, Landwirtschaft
    Allroundberatung, Nischen, Direktvermarktung
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Tirol

Niederösterreich und Wien

Acker

Grünland

Oberösterreich

Steiermark

  • DI Martin Kappel, BEd

    BANG, Fachberater Bio Zentrum Steiermark
    Vertreter BANG
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  • DI Dr. Wolfgang Angeringer

    Bio Zentrum Steiermark, Landwirtschaft
    Beratung, Grünland, Rinder
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  • Ing. Martin Gosch

    Bio Zentrum Steiermark, Landwirtschaft
    Beratung, Grünland, Rinder, Schafe, Ziegen; Süd-, West-, Ost-Steiermark
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  • Mag. Claudia Freiding

    Bio Zentrum Steiermark, Landwirtschaft
    Beratung Obstbau
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Ackerbau

  • DI Wolfgang Kober

    Bio Ernte Steiermark, Landwirtschaft
    Beratung, Geflügel, Ackerbau
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Weinbau

Vorarlberg