„Die Bio-Landwirtschaft ist ein Weg in die Zukunft“
Diese Aussage stammt vom Agrarkommissar Christophe Hansen im Rahmen seiner Anhörung im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament. Ein gutes Zeichen für die künftige GAP?
Am 1. Dezember 2024 nahm die neue Europäische Kommission ihre Arbeit auf. Einer der insgesamt 26 Kommissarinnen und Kommissare ist Christophe Hansen aus Luxemburg, Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung. Hansen, der selbst von einem landwirtschaftlichen Betrieb kommt, ist sich der drängenden Themen der Landwirtschaft in der Europäischen Union bewusst: Preisdruck, Klimawandel und Extremwetterereignisse, unfaire Wettbewerbsbedingungen, immer kompliziertere Regelwerke und Überbürokratisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Hansen will diese Probleme angehen und stützt sich dabei auf den Konsens aus dem Strategischen Dialog (siehe Ausgabe 5/2024). Er plädiert dafür, die gemeinsame europäische Zukunftsvision an der Logik des Strategischen Dialogs auszurichten: Landwirtschaft und Naturschutz können Hand in Hand gehen. Der ökologische Landbau ist für Hansen ein gutes Beispiel dafür.
Christophe Hansen aus Luxemburg ist neuer EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung. Auf seiner Agenda steht unter anderem die Vereinfachung der aktuellen GAP.
Strategischer Dialog
Eine zentrale Empfehlung des Strategischen Dialoges wurde bereits umgesetzt. Die Europäische Kommission hat am 27. Jänner 2025 den Europäischen Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung (EBAF) eingesetzt. Zu den Hauptaufgaben des Ausschusses gehört die Beratung der Kommission zu strategischen politischen Entwicklungen im Bereich Landwirtschaft und Ernährung. So soll sichergestellt werden, dass die Empfehlungen des Strategischen Dialogs auch tatsächlich Niederlschlag in der realen Politik finden. Die erste Sitzung findet bereits Anfang Februar statt.
Meilensteine angekündigt
Hansen möchte bis zum Sommer ein Pa-pier zum Thema Vereinfachung in der aktuellen GAP vorlegen. Aktuell laufen auch schon die Vorarbeiten für die nächs-te GAP-Periode, im Februar wird eine Vision der Kommission zur Zukunft der Landwirtschaft und Ernährung in Euro-pa erwartet. Bis zum Sommer soll es ei-nen Entwurf für den Mehrjährigen Fi-nanzrahmen (MFR) der Europäischen Union geben. Der MFR ist entscheidend, da hier auch das Budget für die Gemein-same Agrarpolitik festgelegt wird.
Der Strategische Dialog enthält bereits Grundzüge zur zukünftigen Ausrichtung der GAP:
- Einkommensunterstützung für diejenigen, die sie am dringendsten benötigen
- Förderung positiver gesellschaftlicher Leistungen für Umwelt, Soziales, Tierwohl
- Schaffung von Rahmenbedingungen für lebenswerte ländliche Räume
Ein angemessenes Budget, das den Zielen einer künftigen GAP gerecht wird, verbunden mit einer GAP-Architektur, die Vereinfachung für die landwirtschaftlichen Betriebe bringt, sind Grundvoraussetzungen, um die Vision aus dem Strategischen Dialog verwirklichen zu können.