Futterknappheit – Bio-Grundfutter dringend gesucht!
Die Situation verschärft sich zunehmend, Bedarfsmeldungen mehren sich
Die aktuelle Dürre und der daraus immer stärker werdende Mangel an Bio-Grundfutter stellen viele Betriebe aktuell vor große Herausforderungen.
In betroffenen Regionen wird es viel Bemühungen brauchen, um die notwendigen Futterreserven aufzubauen und abzusichern. Ohne Futterzukauf wird es vielerorts nicht gehen, auch wenn das Grünlandjahr noch nicht vorbei ist.
Damit ergeht an gut mit Futter versorgten Bio-Betrieben der Appell, überschüssiges Grundfutter in Futtermittelplattformen zu melden. Dies kann über die Bio-Börse von BIO AUSTRIA oder über die Futtermittelplattform der Landwirtschaftskammer kostenlos vorgenommen werden. Betriebe auf der Suche nach Grundfutter können sich hier einen Überblick über das Angebot verschaffen und direkt mit den Anbietern in Kontakt treten. Ziel ist es, das angebotene Futtermittel und die Nachfrage so einfach wie möglich zusammenzubringen und die Wege für den Futtertransport möglichst kurz zu halten.
QR-Codes zur LK Futtermittel-Börse und zur BIO AUSTRIA Bio-Börse
Um einen besseren Überblick zum tatsächlichen Bedarf an Bio-Grundfuttermitteln zu erhalten, nehmen BIO AUSTRIA (050/6902-1420) und das Bio-Referat der LK OÖ (050/6902-1450) Bedarfsmeldungen gerne auch entgegen. Diese Einschätzungen können bei zusätzlichen Aktivitäten unterstützend sein.
Es ist darauf hinzuweisen, dass eine ansprechende Qualität des gemeldeten Grundfutters eine Voraussetzung für den Verkauf sein muss. Wir ersuchen die Kaufinteressenten, mit dem Verkäufer über die Art des Grundfutters genau Rücksprache zu halten (z.B. Bodenheu oder Belüftungsheu), sich im Zweifelsfall von der Qualität selbst ein Bild zu machen und eventuelle Kosten für Beladung der Transportmittel abzuklären. BIO AUSTRIA sowie die Landwirtschaftskammer übernehmen keine Haftung über die Qualität des angebotenen Grundfutters!
Bio-Ackerflächen als Grundfutterquelle
In Ackerbaugebieten als auch in Übergangsregionen stellt es für viele Betriebe eine Möglichkeit oder sogar eine Notwendigkeit dar, Zwischenfrüchte für die Futternutzung anzubauen. So kann es für Ackerbaubetriebe eine Option sein, Zwischenfrüchte als Ergänzung der Grundfutterration für rinderhaltende Betriebe zu produzieren. Im Idealfall sollten sich die Betriebe bei der Wahl der Zwischenfrüchte absprechen, grundsätzlich kann man jedoch einige Varianten zur Futternutzung empfehlen:
- Frühe Sommerzwischenfrüchte, die nach der Ernte im Juli bis Anfang August angebaut werden (z.B. abfrostende Kleegrasmischungen mit Perser- und Alexandrinerklee sowie einjahriges Raygras) können bei ausreichendem Niederschlag in ca. 8 Wochen genutzt werden. Zwischenfruchtmischungen aus schnellwüchsigen Gräsern und Kleearten eignen sich z.B. sehr gut für Silagen. Bei der Silagebereitung von Acker(zwischen)früchten sollte jedoch großes Augenmerk auf eine entsprechende Schnitthöhe, eine schonende Futterwerbung und auf eine abgetrocknete Bodenoberfläche gelegt werden, um so Futterverschmutzungen und die damit verbundenen Fehlgärungen der Silage zu vermeiden.
- Spätere Einsaaten (z.B. Sommerfutterraps, Senf, Sudangras) werden bis Anfang September angebaut und im Spätherst genutzt. Hier steht meist die Nutzung als Grünfutter am eigenen Betrieb oder von Betrieben aus der Region im Vordergrund. Die Grünfütterung im Herbst kann ein Problem mit der Bodenbefahrbarkeit darstellen. Um Durchfall bzw. Blähungen durch zu hastiges Fressen von Zwischenfrüchten oder nassem Futter zu vermeiden, ist oftmals das Zufüttern von Heu erforderlich oder die Frischfuttermenge zu begrenzen.
Nähere Informationen zum Anbau von Futterzwischenfrüchten als auch deren Einsatz in der Fütterung sind in diesen Artikeln nachzulesen.
Beispiele für Mischungen/ha:
| Kultur/kg | Kultur/kg | Kultur/kg | Landsberger Gemenge, 50-80kg |
| Alexandrinerklee/ 5 | Alexandrinerklee/ 10 | Grünschnittroggen/ 75 | Zusammensetzung: Einjähriges Raygras, Winterwicke, Inkarnatklee |
| Luzerne/ 5 | Einjähr. Raygras/ 10 | Erbsen/ 75 | |
| Einjähr. Raygras/ 15 | Sommerfutterraps/ 3 | ||
| Sommerfutterrraps/ 3 |
Auch fertige Begrünungsmischungen der Saatbaufirmen, z.B. Futterprofi EI oder die einsömmerige Kleegrasmischung EZ können zu diesem Zweck eingesetzt werden.
Auf Ackerflächen, wo eine Minimalbodenbearbeitung erfolgen und ein Durchwuchs der Gräser bei der Folgekultur unterbunden werden soll, ist auf winterharte Raigräser unbedingt zu verzichten. Hier kann auf das einjährige Raygras (westerwoldisches Raygras) zurückgegriffen werden.
Achtung: Ist kein Bio-Saatgut erhältlich, ist auf ein rechtzeitiges Ansuchen für konventionelles, unbehandeltes Saatgut bei der Bio-Kontrollstelle ist zu achten!

