Bio Austria: Zur Stärkung und zum Ausbau der Bio-Landwirtschaft mehr Forschung nötig

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Bio-Verband sieht verstärkten Bedarf an Bioforschung um künftige Herausforderungen zu meistern

Bio Austria als Verband der BioBäuerinnen und Bio-Bauern Österreichs bietet den Mitgliedsbetrieben seit Jahren ein breites Bildungs- und Beratungsangebot, das die Bio-Betriebe dabei unterstützt sich ständig weiter zu entwickeln und mit Herausforderungen besser umgehen zu können.

Die Bio Austria Bauerntage, die gerade Ende Jänner stattgefunden haben sind ein gutes Beispiel dafür. Bei der größten Bildungsveranstaltung im Biobereich werden nicht nur allgemeine Themen wie der Klimawandel behandelt, sondern in zahlreichen Fachtagen auch Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze präsentiert und diskutiert.
Bio Austria ist durch diesen Austausch mit den Mitgliedsbetrieben in der Beratung und Bildung sehr gut darüber informiert wo die Bio-Betriebe der Schuh drückt und sieht, dass mehr Forschung im Biobereich nötig ist“, sagt Franz Waldenberger, Obmann von Bio Austria OÖ. Dafür hat sich der Bio-Verband auch bei der neuen Bundesregierung eingesetzt. „Die Stärkung der biologischen Landwirtschaft in Österreich durch ein Maßnahmenbündel zeigt eine klare Prioritätensetzung im Rahmen der österreichischen Agrarpolitik. So will die neue Regierung etwa durch eine ambitionierte Weiterentwicklung des nationalen Bio-Aktionsplans und durch eine Forschungsoffensive im Bereich der Bio-Landwirtschaft Impulse für Bio setzen“, so Waldenberger.

Im Regierungsprogramm ist festgehalten, dass der biologischen Wirtschaftsweise eine strategische Bedeutung zur Erreichung der umwelt- und klimapolitischen Ziele im Bereich der Landwirtschaft zukommt. „Die Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern tragen bereits jetzt viel zum Schutz der Umwelt und des Klimas bei. Der Boden ist eines der Kernthemen im Bereich Bildung bei Bio Austria. Die Bodenpraktiker – Ausbildungen haben seit Jahren hohen Zulauf und helfen den Bio-Betrieben, den richtigen Umgang mit dem Boden als einer wesentlichen Komponente im Biolandbau zu verbessern. Durch Humusaufbau können zudem große Mengen CO2 gebunden werden – dadurch wird der Klimaerwärmung entgegen gewirkt. Aber die Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern sind auch selbst vom Klimawandel betroffen: Futterknappheit durch zu wenige Niederschläge, Schädlingsbefall aber auch Starkregen-Ereignisse haben die letzten Jahre geprägt und werden weiter eine Herausforderung bleiben“, sagt Waldenberger.

Lösungsansätze vor allem im Humusaufbau und in standortangepassten Sorten und Kulturpflanzen

„Wir brauchen zum einen mehr Pflanzenzüchtungen zum Beispiel im Bereich der für Bio so wichtigen Leguminosen, in Richtung verringerter Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlingen sowie höherer Erträge und in der Entwicklung standortangepasster Sorten, die mit den Herausforderungen des Klimawandels besser zurechtkommen. Zum anderen braucht es mehr Wissen über die Prozesse im Boden – etwa der Wechselwirkung von Bodenlebewesen und Auswirkungen des Klimawandels wie Trockenheit“, so Waldenberger. Ein weiteres Forschungsfeld sieht Bio Austria in der Entwicklung der Kreislaufwirtschaft: etwa bei Kreisläufen zwischen Bio-Betrieben in der Region, zum Beispiel in Form von Futter- und Mistkooperationen oder verstärkte Forschung um den Phosphorkreislauf langfristig zu schließen.
Auch im tierischen Bereich gibt es Forschungsbedarf, zum Beispiel die Eiweißversorgung in der Schweine- und Geflügelfütterung oder im Bereich der Mutter- oder Ammengebundenen Kälberaufzucht.

„Die Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern von Bio Austria sind natürlich auch offen für Hightech-Entwicklungen die helfen, künftige Herausforderungen besser zu bewältigen. Auch die Digitalisierung hat auf Bio-Betrieben schon Einzug gehalten etwa in Form von Melkrobotern und Robotern für die Feldarbeit.

Bio Austria unterstützt Forschungsvorhaben und den wichtigen Wissenstransfer von der Forschung hin zu den Mitgliedsbetrieben. Das ist ein wichtiger Beitrag dafür, dass unsere Bio Austria Betriebe auch in Zukunft ihre Produkte in dieser hohen Qualität erzeugen können und mit kommenden Herausforderungen gut zurechtkommen,“ betont Bio Austria OÖ Obmann Franz Waldenberger.

Über Bio Austria

Bio Austria ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert Bio Austria die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern – mit 13.500 Mitgliedern und mehr als 400 Partnerunternehmen in der Wirtschaft.

Am Foto zu sehen v.l.n.r.: Bio Austria Obmann Franz Waldenberger, LR Max Hiegelsberger, Prof. Dr. Urs Niggli, FiBL Schweiz und Mag. Andreas Kranzler, FiBL Österreich

Rückfragen:

  • Mag. Sigrid Weissengruber

    Bio Austria OÖ, Marketing
    Kommunikation, Marketing Projekte, Öffentlichkeitsarbeit
    • sigrid.weissengruber@bio-austria.at
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