Fertiliser Action Plan: Falscher Fokus festigt Abhängigkeiten
Anstatt durch die F.rderung n.hrstoffeffizienter Bewirtschaftungsformen langfristig für Resilienz zu sorgen, h.lt der Dünger-Aktionsplan der Europ.ischen Kommission an energieintensiven Mineraldüngern fest.
Mit dem Dünger-Aktionsplan reagiert die EU-Kommission auf steigende Düngerpreise infolge geopolitischer Krisen und der hohen Abhängigkeit Europas von importiertem Stickstoffdünger. Der Plan umfasst kurzfristig finanzielle Unterstützungen für betroffene Betriebe und setzt auf den Ausbau der europäischen Düngemittelproduktion. Zudem möchte die EU-Kommission biobasierte und kreislauforientierte Alternativen weiterentwickeln, das Vorgehen bleibt aber vage.
„Es braucht eine konsequente Strategie zur Reduktion des Düngemittelverbrauchs.“
MAUREEN WEBER
Durch vielfältige Fruchtfolgen, Leguminosenanbau und geschlossene Nährstoffkreisläufe können auch ohne mineralische Düngemittel stabile Ernten erzielt werden. Die Bio-Landwirtschaft ist hierbei schon lange Vorreiter. Der Aktionsplan sieht nun eine Unterstützung für nährstoffeffiziente Bewirtschaftungsformen wie die Bio-Landwirtschaft vor. Auch die stärkere Förderung organischer Nährstoffquellen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Strategien erhalten aber nicht die nötige Priorität, um die Abhängigkeiten der Landwirtschaft erfolgreich abzubauen.
Falsches Signal
Der Aktionsplan fokussiert sich stattdessen auf die Absicherung der Verfügbarkeit von Mineraldünger und stärkt so die Abhängigkeit der Landwirtschaft von fossilen Importen. Das Vorhaben, die europäische Produktion vermeintlich nachhaltiger Dünger auszubauen, bedeutet in Wahrheit: Statt bereits vorhandene organische Dünger, wie etwa Gülle, effizient zu nutzen, werden diese energieintensiv industriell aufbereitet. Für einen zukunftssicheren Weg aus der Krise braucht es eine konsequente Strategie zur Reduktion des Düngemittelverbrauchs. Umwelt- und Klimaziele dürfen dabei nicht verwässert werden. Eine resiliente Landwirtschaft braucht einen Fokus auf Bodenfruchtbarkeit, Kreislaufwirtschaft und den Anbau von
Leguminosen.
