Offener Brief von Bio Austria Obfrau Grabmann zu Futterknappheit und Dürre in Teilen Österreichs

Obfrau Gerti Grabmann
© BIO AUSTRIA/Christoph Liebentritt
©BIO AUSTRIA/Christoph Liebentritt

Liebe Biobäuerinnen, liebe Biobauern!

Die enorme und lang anhaltende Trockenheit in mehreren Teilen Österreichs hat bei Tierhaltern zu massiver Futterknappheit geführt. Es kommt in diesen Gebieten zu sehr hohen Ertragsausfällen, insbesondere beim Raufutter. Das Grünland ist stark geschädigt und in den kommenden Wochen sind daher nur geringe bis z.T. keine Erträge zu erwarten.

Wir bitten BIO AUSTRIA-Betriebe daher um Solidarität und Unterstützung!

Wir wollen als Verband dazu beitragen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Bio-Futter verfügbar zu machen.

In einigen Regionen Österreichs ist es auch heuer möglich, genügend Grundfutter zu ernten beziehungsweise können sich die Tiere auf den Weiden satt fressen. Wo genügend geerntet wird oder noch Vorräte verfügbar sind, appellieren wir daher an BIO AUSTRIA-Bäuerinnen und -Bauern, den dürregeplagten Kollegen durch den Verkauf von Futter zu helfen. Bio-Ackerbauern können darüber hinaus die betroffenen Rinderhalter unterstützen, indem Futter angebaut (Zwischenfrüchte) und Kleegras nicht gemulcht, sondern als Futter angeboten wird bzw. auch Körnermais als Silomais eingebracht wird.

Bitte stellt eure Futterangebote aktiv zur Verfügung!

  • Ihr könnt das Angebot auf https://www.bioboerse.at/ oder auf andere bekannte Warenbörsen in Österreich stellen.
    Wer noch keinen „Login“ oder funktionierenden Zugang zur Biobörse hat, kann diesen beim jeweiligen Landesverband bzw. im Sekretariat des Bundesverbandes anfordern. Wir helfen gerne!
  • Ihr könnt das Angebot eurem Landesverband melden:
    Die Landesverbände bemühen sich darum, den Futteraustausch zwischen den verschiedenen Regionen zu organisieren. Transportentfernungen können mit Sammelbestellungen gemeistert werden.BIO AUSTRIA Oberösterreich Tel. 050 6902-1420
    BIO AUSTRIA Niederösterreich Tel. 02742 90833
    Bio Ernte Steiermark Tel. 0316 8050-7155
    BIO AUSTRIA Salzburg Tel. 0662 870571-313
    BIO AUSTRIA Kärnten Tel. 0463-5850 5400
    BIO AUSTRIA Vorarlberg Tel. 05574 44 777
    BIO AUSTRIA Tirol Tel. 0512 572 993
    BIO AUSTRIA Burgenland Tel. 02612 436 42-10
    BIO AUSTRIA Bundesverband Tel. 0732 654884

Informationen zum Futterzukauf:

Für BIO AUSTRIA-Betriebe gelten zunächst die bekannten Regeln des Futterzukaufs. Der Zukauf von Bio-Grundfutter und BIO AUSTRIA-Futter ist im Inland uneingeschränkt möglich.

Ausländisches Bio-Futter von Dauerwiesen: frisch, siliert, getrocknet oder pelletiert kann ohne weiteres importiert werden.

Für ausländisches Bio-Futter von Ackerkulturen, bei welchem die ganze Pflanze geerntet wird – ausgenommen Pellets – z.B. Maissilage, Luzerneheu, etc. ist ein Importantrag notwendig: www.bio-austria.at/formulare. Bitte unbedingt einen Importantrag stellen, dieser wird genehmigt, er ist aber wichtig, damit die Qualität sichergestellt werden kann.

Bio-Ackerfutterpellets (Luzernepellets-, Maispellets,..) können ebenfalls importiert werden. Eine Liste der zugelassenen BIO AUSTRIA-Händler, welche auch Ware verfügbar haben, liegt in den Landesbüros auf.

BIO AUSTRIA setzt sich darüber hinaus beim Gesundheitsministerium für die Erhöhung des Anteils an Umstellerware (anstelle von 30% bis 50% der Gesamtration) ein. Wir erwarten bis Anfang Oktober Klarheit in dieser Frage.

Mittlerweile wird auf politischer Ebene auch über die Freigabe von konventionellen Futtermitteln diskutiert. Eine solche kann ausschließlich seitens der zuständigen Landesbehörden erfolgen.

Informationen, wie ihr KollegInnen durch den Anbau einer Futterzwischenfrucht unterstützen könnt, und ein Beratungsblatt zum Umgang mit Trockenschäden findet ihr hier:

https://www.bio-austria.at/anbau-von-zwischenfruechten-fuer-die-futternutzung/
https://www.bio-austria.at/auf-trockenschaeden-im-gruenland-richtig-reagieren/

Ich hoffe, dass die BIO AUSTRIA-Solidargemeinschaft dazu beitragen kann, die Situation für die betroffenen Biobäuerinnen und -bauern zu mildern.

Vielen Dank im Voraus für Eure Mithilfe und herzliche Grüße,

 

Gerti Grabmann, Obfrau