Rückblick BIO AUSTRIA Bäuerinnen- und Bauerntage 2026

„Wert schöpfen mit Bio“ lautete das Motto auf den BIO AUSTRIA Tagen Ende Jänner in Puchberg bei Wels.
Diskutiert wurde die Frage, wie biologische Landwirtschaft unter den Bedingungen von Klimakrise, steigenden Kosten und zunehmendem Marktdruck wettbewerbsfähig bleiben kann.
Die mehrtägige und europaweit größte Bio-Tagung erreicht über 1000 Interessierte aus ganz Österreich – Biobäuerinnen und Biobauern sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verarbeitung, Handel und Politik. Einen besonderen Fokus setzte BIO AUSTRIA auch auf das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerinnen und organisierte einen eigenen Bäuerinnentag im Rahmen der Veranstaltung.
Faire Abgeltung
In ihrer Eröffnungsrede betonte BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler, dass Bio-Landwirtschaft für Verantwortung, Qualität und Nachhaltigkeit steht. „Biobäuerinnen und Biobauern erbringen täglich messbare Leistungen für Umwelt, Klima, Biodiversität und Tierwohl. Wertschöpfung mit Bio bedeutet, dass diese Leistungen nicht nur gesellschaftlich anerkannt, sondern über staatliche Förderprogramme auch angemessen honoriert werden. Das ist eine Frage von wirtschaftlicher Fairness“, so die Obfrau.
BIO AUSTRIA fordert eine konsequente Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die Umwelt- und Klimaleistungen stärker honoriert und Bio-Betrieben langfristige Planungssicherheit bietet. Aktuelle Vorschläge auf EU-Ebene, wonach die Abgeltung von Agrarumweltleistungen massiv geschwächt werden würde, lehnt BIO AUSTRIA entschieden ab. „Die ambitionierten Ziele von 30 Prozent Bio-Flächenanteil bis 2027 und 35 Prozent bis 2030 sind nur erreichbar, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen und ein förderliches politisches sowie wirtschaftliches Umfeld schaffen.“
Bio als Hebel
In den Vorträgen und Podiumsdiskussionen wurde deutlich, dass Bio-Landwirtschaft ein zentraler Hebel für eine nachhaltige Transformation des Ernährungssystems ist. Die renommierte Klimaökonomin Sigrid Stagl, Wissenschaftlerin des Jahres 2024 und Professorin an der WU Wien, unterstrich die gesamtgesellschaftliche Bedeutung: „Die Bio-Landwirtschaft zeigt, dass wirtschaftliches Handeln mit umfassenden Klima- und Biodiversitätsleistungen vereinbar ist. Laut einer aktuellen niederländischen Studie bewirkt die biologische Bewirtschaftung, dass die Umweltkosten der Landwirtschaft um 41 Prozent reduziert werden.“
Umso mehr wird deutlich, dass Einkommen aus der Produktion und für die vielfältigen Umweltleistungen entscheidend ist, damit Bio-Betriebe weiterbestehen und sich weiterentwickeln. Am Eröffnungstag wurden daher die Entwicklungen am Bio-Markt in Mitteleuropa beleuchtet und neue Wege diskutiert: Wie können Bio-Betriebe über die Urproduktion hinaus Wert schöpfen? Wie können Umweltleistungen sichtbar und zu einer Einkommensquelle werden?
Vorgestellt wurde auch die im letzten Jahr gegründete Bio-Allianz: BIO AUSTRIA, Bioland, Biokreis, Bioland Südtirol, Biolandwirtschaft Ennstal, Gäa und Demeter Österreich arbeiten länderübergreifend zusammen. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und die Position der Biobäuerinnen und Biobauern am Markt zu stärken.
Impulse für die Praxis
Die bewährten Fachtage boten eine Plattform für den intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Beratung und Praxis. Spezifische Angebote gab es für Betriebe mit Ackerbau, Milchvieh und Fleischrinder, Schafe, Schweine, Geflügel und für Imker sowie für Demeter-Betriebe.
Mehr innere und äußere Balance auf dem Biohof – dieses Thema war auch Teil der BIO AUSTRIA Tage 2026. Persönliche Weiterbildung und Stärkung für mehr Klarheit, Gelassenheit und Sicherheit war das Ziel dieses Angebots.
Die BIO AUSTRIA Tage 2026 boten viel Raum für Diskussion, Vernetzung und neue Perspektiven. Bundesobfrau Barbara Riegler betont: „Die große Beteiligung zeigt: Die Bio-Bewegung ist lebendig, engagiert und bereit, gemeinsam Zukunft zu gestalten.“
Eindrücke der Bäuerinnen- und Bauerntage
























































































































































