Tierwohl – Betriebe stellen sich vor

Bio Austria Betriebe haben die Würde der Tiere in ihren Werten fest verankert. Das Wohlergehen der Tiere nimmt deshalb im biobäuerlichen Alltag einen besonders hohen Stellenwert ein. Viele Rinder haltende Biobäuerinnen und Biobauern bieten ihren Tieren ein besonders tiergerechtes Umfeld an. Sie achten auf einen stressfreien Umgang mit den Tieren, auf ein stabiles Gefüge innerhalb der Herde, auf reichlich Platz und Bewegungsfreiheit und vieles mehr. Sie zeigen stellvertretend für viele nach außen, wie Rinder auf BIO AUSTRIA Betrieben gehalten werden. BIO AUSTRIA stellt sie vor.

Wollen auch Sie ein BIO AUSTRIA Tierwohl-Betrieb werden?

Anfragen bei:
Veronika Edler
E
T 0732/884 654 254


Salzburg

Biohof Bernhofer

© Bernhofer
Betriebsdaten
Margret und Karl Bernhofer
Moartalstraße 79
5440 Golling
M +43 664/645 16 70
11 Milchkühe mit Nachzucht
140 Legehennen
Laufstall mit Tiefstreu-Liegeboxen

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Die muttergebundene Kälberaufzucht

Auf unserem Milchviehbetrieb säugen die Muttertiere ihre Kälber während der Melkzeiten und werden danach noch im Melkstand fertiggemolken. Mit unserer Kälberstall-Lösung dazu, haben die Kälber nicht nur die während dieser Zeiten Kontakt mit ihren Müttern, sondern die Muttertiere haben auch außerhalb der Tränkezeit die Möglichkeit nach ihren Kälbern zu sehen und ihren Mutterinstinkt auszuleben. Die Kälber können so in einer Bindung zu ihrer Mutter und gleichzeitig mit gleichaltrigen Tieren am Milchviehbetrieb aufwachsen.

Wenn wir in den Stall gehen, kommen die Tiere auf uns zu. Wir begegnen ihnen wohlwollend und auch umgekehrt ist es so. Die Kälber lernen von ihren Müttern schon früh, wie sie sich gegenüber Artgenossen und den Menschen am besten verhalten. Unsere Herde ist ruhig und entspannt. Das kommt auch daher, dass bei uns jedes Tier seinen Alltag selbst bestimmen kann. Die Stalltür steht bei uns sozusagen immer offen. Je nach Lust und Laune können die Tiere auf die Weide gehen, den Auslauf nutzen oder in der Tiefstreubox im Stall ruhen. Nur die Melk- und Tränkezeiten sind Pflichttermine, die von den Kühen und Kälbern gerne eingehalten werden.

Unser „Warum und wieso“

Bereits vor der Übernahme des Betriebes haben wir uns über dieses Haltungssystem informiert. Wir haben lange diskutiert, ob ein triftiger Grund dagegen spricht, die Kälber direkt bei ihrer Mutter trinken zu lassen. Soviel wir auch überlegt haben, wir haben keinen gefunden. Je mehr wir uns damit befassten, umso mehr wurden wir in unserer Ansicht gestärkt, dass ein intensiver Mutter-Kalb-Kontakt sehr viele Vorteile mit sich bringt.

Die Idee verwirklicht

Wir haben direkt angrenzend an den Auslauf für die Milchkühe den Kälberbereich eingerichtet. Als Kälberstall dient eine Außenbox mit Auslauf. Schwenkbare Tore trennen den Kälberauslauf vom Kuhauslauf. Zur Tränkezeit werden die Tore geöffnet und so der Kälberauslauf vergrößert, damit mehrere Kühe genug Platz haben, um ihre Kälber in Ruhe zu tränken und zu betreuen. Danach wird der Auslauf der Kälber wieder auf seine normale Größe verkleinert und die Milchkühe haben wieder ihren gesamten Auslauf zur Verfügung. Die Mütter werden anschließend noch im Melkstand kontrolliert bzw. fertiggemolken.

Unser Tipp

Jeder Betrieb ist anders. Es braucht einen geeigneten Platz, um die Kühe und Kälber mit möglichst wenig Arbeitsaufwand zusammen zu führen. Idealerweise sollte man sich schon vor dem Stall- oder Umbau Gedanken darüber machen, wo dies am besten möglich ist. Bei uns war es der Auslauf. Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass die muttergebundene Kälberaufzucht viel Flexibilität verlangt. Jedes Tier hat einen anderen Charakter und einen anderen Mutterinstinkt. Darauf nehmen wir Rücksicht.


Niederösterreich

Biohof Fugger

© Fugger
Betriebsdaten
Simone und Thomas Fugger
3204 Kirchberg
E
15 Milchkühe mit Nachzucht Hühner
Laufstall mit Schrapper und Tiefstreuboxen

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Sichere Nutzung des Auslaufs

Beim Neubau unseres Milchviehstalls stand das Wohlergehen unserer Milchkühe immer ganz oben auf der Wunschliste. Zu unserer Freude und auch der unserer Kühe konnten wir unsere Ideen verwirklichen.

Der neue Stall bietet den Tieren viel Platz und Bewegungsfreiheit. Im Winter, wenn die Außentemperaturen unter minus 5 °Grad sinken, schalten wir die Fußbodenheizung unter der Schrapperbahn ein. So ist der Boden immer eisfrei und griffig. Die Kühe können herumgehen, ohne dass wir uns fürchten müssen, dass sie ausrutschen und sich verletzen.

Für uns ist auch wichtig, dass die Tiere immer genug sauberes Wasser trinken können. In der kalten Jahreszeit wärmen wir das Trinkwasser mit einem Wärmetauscher über die Hackschnitzelheizung leicht an. Die Kühe trinken das lauwarme Wasser sehr gerne und wir sind uns sicher, dass die Tränkebecken im Winter nie zufrieren.

Unser „Warum und wieso“

Vor dem Stallbau haben wir uns viele Ställe angeschaut und mit den Bauern über ihre Erfahrungen gesprochen. Immer wieder wurde uns gesagt, dass im Winter die Schrapperbahnen Probleme bereiten, weil sie einfrieren. Ein Bekannter brachte uns auf die Idee, eine Fußbodenheizung einzubauen. Für das Warmwasser im Stall und für die Heizung vom Melkstand mussten wir ohnehin eine Fernleitung verlegen. Die Einrichtung einer Fußbodenheizung stellte daher keinen wesentlichen Zusatzaufwand dar, weder beim Material noch bei den Kosten.

Die Idee verwirklicht

Im Prinzip ähnelt eine Schrapperheizung im Aufbau einer Fußbodenheizung von Industriehallen. Hier werden die Rohre in die Sohle verlegt, weil es keinen Estrichaufbau gibt. Wichtig ist, dass über die Rohre genug Beton kommt, damit später einmal, wenn der Boden aufgeraut wird, die Rohre nicht beschädigt werden. Eine Grundvoraussetzung ist eine Hackschnitzelheizung mit entsprechender Leistung.

Uns ist aufgefallen

Seit die Schrapperheizung im Einsatz ist, sind die Tiere im Winter ruhiger. Sie können auch bei frostigem Wetter ihren normalen Tagesablauf beibehalten. Sie wechseln von der Liegebox zum Wasser, zur Kuhbürste und zum Fressplatz ohne über angefrorene Kothaufen stolpern zu müssen.
In warmen Wintern ist die Heizung zwar selten im Betrieb. Aber wenn die Tiere – und die Tierhalter – auch nur zwei Wochen im Jahr weniger Stress haben, lohnt sie sich.


Biohof Huber

© Huber Scheuchen
Betriebsdaten
Isabella und Martin Huber
3340 Waidhofen/Ybbs NÖ
E
www.zillach.at
8 Mutterkühe
18 Mastrinder
Hühner, Gänse und Schweine für den Eigenbedarf

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Viel Platz und eine starke Beziehung zum Tier

Wir haben 2015 von Milchvieh auf Mutterkuh umgestellt. Auf unseren Weiden grasen jetzt Fleckviehkühe und Wagyu-Rinder. Das Fleisch vermarkten wir ab Hof. Tierwohl ist in unseren Augen eine Zweier-Beziehung – ein Nehmen und Geben. Dazu gehört täglicher Kontakt, streicheln und ein respektvoller Umgang mit den Tieren.

Dreiviertel vom Jahr verbringen unsere Tiere auf der Weide. Die frische Luft und die Bewegung wirken sich positiv auf die Fleischqualität aus.
Aber auch in der weidefreien Zeit fehlt ihnen an nichts. Unser neuer Tiefstreulaufstall bietet jedem Tier viel mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben. Die tief eingestreute, freie Liegefläche nehmen die Mutterkühe besonders gerne an.

Unser „Warum und wieso“

Wir vermarkten das Fleisch unserer Rinder direkt ab Hof. Für unsere Kunden steht unsere Stalltür jederzeit offen. Wir nehmen unsere Vorbildwirkung in Sachen Tierwohl ernst, weil wir überzeugt sind, dass gesunde und saubere Tiere, die sich wohl fühlen, die beste Werbung nach außen sind. Wir beobachten unsere Kühe regelmäßig. Unsere Herde ist ruhig und entspannt. Die Kühe haben gesunde Klauen und können daher ohne Beeinträchtigung alles tun, was ihnen gut tut.

Die Idee verwirklicht

Beim Stallbau haben wir uns nach reiflicher Überlegung für einen Tiefstreulaufstall entschieden. Unsere Kühe sollen ein bequemes Umfeld haben, dass ihren Bedürfnissen gerecht wird. Der Festmist geht als wertvoller Dünger auf unsere Flächen.

Uns ist aufgefallen

Früher hatten wir die Kühe in Kombinationshaltung. In einem Laufstall muss jedes Tier seinen Platzbedarf aktiv einfordern. Gelegentliche Rangkämpfe sind daher unausweichlich. Damit auch die rangniedrigeren Tiere genug fressen können, werden alle Kühe während der Fütterung mit einem Selbstfangfressgitter fixiert.


Oberösterreich

Biobauernhof Seewald

© BIO AUSTRIA / Sonja Fuchs
Betriebsdaten
Stefan Kirchweger
4591 Molln
E
20 Milchkühe mit Nachzucht und Mastrinder
Offenfront-Laufstall mit Tiefstreuboxen (Milchkühe)
und Tiefstreuliegeflächen (Jungvieh und Mastrinder)

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Vollweide und Ammenkuhhaltung

Auf unserem Hof sind im Sommer alle Tiere ständig auf der Weide. Die Milchkühe kommen zweimal am Tag zum Melken in den Stall. Unsere Milchkuhweide wird als Kurzrasenweide mit einem Koppelweidesystem geführt. Die Tiere finden dort jeden Tag frisches Gras in bester Qualität vor. Ein großes Anliegen ist uns auch, dass die Kälber den bestmöglichen Start ins Leben haben. Sie werden daher von Ammenkühen aufgezogen. Auch die Ammenkuhherde darf auf die Weide.

Unser „Warum und wieso“

Uns ist es wichtig, dass sich die Tiere wohl fühlen. Das reduziert Stress und verbessert somit die Gesundheit der Tiere. Zusätzlich ermöglichen sowohl die Vollweide als auch die Ammenkuhhaltung eine Arbeitszeiteinsparung. Und es macht einfach Freude zuzusehen, wenn die Tiere grasen oder den Auslauf genießen. Wir wurden über Projekte und Veranstaltungen von Raumberg-Gumpenstein und der Universität für Bodenkultur auf die Kurzrasenweide und die kuhgestützte Kälberaufzucht aufmerksam. Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit anderen Bauern überzeugten uns, dass diese Form der Rinderhaltung auf unseren Betrieb und zu uns passt.

Umsetzung

Im Vorjahr haben wir unseren alten Milchviehstall um einen Offenfrontstall mit Tiefstreuboxen für die Milchkühe und einer Tiefstreuliegefläche für Ammenkühe und Jungvieh erweitert.
Im Sommer grasen die Milch- und Ammenkuhherde auf einer, in mehrere Koppeln unterteilten, Kurzrasenweide rund um den Hof. Dabei wird nach jeder Mahlzeit eine neue Koppel bestoßen. Das Jungvieh und die Mastrinder sind auf weiter entfernten Dauerweiden beziehungsweise auf der Alm.
Unsere Kälber lassen wir nach der Geburt ungefähr eine Woche bei ihrer Mutter, danach kommen sie in die Ammenkuhherde. Im Sommer gehen sie mit ihren Ammen auf die Weide und lernen dort von ihnen das Grasen.

Uns ist aufgefallen

Weidegras hat einen hohen Stickstoffbedarf und muss dementsprechend mit Nährstoffen versorgt werden. Die Düngung der Kurzrasenweide ist während der Vegetationszeit eine große Herausforderung. Es ist notwendig, die Abfolge der Düngergaben und die Bestoßung der Flächen überlegt zu kombinieren.

Bei der kuhgestützten Kälberaufzucht ist die Trennung von Mutter und Kalb eine sehr herausfordernde Phase, sowohl für den Tierhalter als auch für die Tiere. Aber uns ist aufgefallen, dass für die Kälber die Trennung oft weniger schmerzlich ist als für die Kühe. Sie haben in der Ammengruppe eine Ersatzmutter und Spielkameraden. Wichtig ist uns auch, dass wir während der Zeit, in der die Kälber von den Ammen versorgt werden, einen intensiven Mensch-Tier-Kontakt pflegen. So gewöhnen sich die Kälber an uns und der Umgang mit den Tieren wird einfacher.


Biohof Schneiderlehen

Betriebsdaten
Helga und Ulf Krückl
4322 Windhaag bei Perg
E
W www.schneiderlehen-hochlandrinderzucht.at
Hühner und Freilandschweine
für den Eigenbedarf
Ganzjährige Freilandhaltung
mit ständig zugängigem und
eingestreutem Unterstand/Stall

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Stressfrei und natürlich leben

Unsere Hochlandrinder werden in ganzjähriger Freilandhaltung gehalten. Sie leben im Gruppenverband und bilden dabei untereinander individuelle Freundschaften aus. Die Kälber bleiben bei den Müttern, bis diese sie vor der nächsten Abkalbung rechtzeitig entwöhnen. Die Tiere lernen den Menschen als Beziehungsgegenüber kennen. Wir ermöglichen unseren Tieren, sich an unsere Anwesenheit und unser Hantieren mit ihnen langsam von Geburt an zu gewöhnen. Sie lernen, körperlichen Kontakt mit uns zu dulden bzw. als etwas Angenehmes zu erleben. Wir achten darauf, das Tier dabei nicht zu überfordern und passen uns an sein Lerntempo an. Wir begegnen den Tieren mit Respekt und fordern von diesen auch den Respekt uns gegenüber. Wir achten darauf, dass unsere Tiere sauber sind und bieten ihnen ausreichend Bürsten zur selbständigen Fellpflege an. Täglich kontrollieren wir, wie es unseren Tieren geht und behandeln sie bei Bedarf umgehend. Regelmäßige funktionelle Klauenpflege gehört dabei zur Gesundheitsprophylaxe.

Unser „Warum und wieso“

Unser Wunsch war es, einen lebendigen Bauernhof in Kreislaufwirtschaft zu führen. Auf der Suche nach den dazu passenden Rindern, die sich für die Freilandhaltung auf eher weniger ertragreichen Böden eignen, kamen wir auf Grund ihres genetischen Potenzials auf die Schottischen Hochlandrinder. Unsere „Beauty Queens“ versorgen uns einerseits mit qualitativ hochwertigem Fleisch und bringen darüber hinaus wertvolle Nachzucht.

Die Idee verwirklicht

Wir stiegen vor gut 20 Jahren mit drei einjährigen Kalbinnen in die Hochlandrinderhaltung ein, ein Jahr später kam unser erster Zuchtstier dazu. Wir bauten unseren Bestand allmählich auf. Auf der Suche nach Antworten, wie denn unsere Tiere „ticken“, stießen wir auf die Methode des Low Stress Stockmanship. Unter Anleitung von Trainer Philipp Wenz entwickelte sich ein beziehungsorientierter Umgang mit den Rindern unter der Zielvorgabe des gegenseitigen Respekts. So macht es täglich Freude, den Tieren zu begegnen, mit ihnen zu arbeiten und ihre individuellen Persönlichkeiten wahrzunehmen. Beim Verkauf von Zuchttieren versuchen wir, die Balance zu finden zwischen wirtschaftlichem Denken und Tierwohl. Wir verkaufen deshalb nur an Menschen, die wir persönlich kennenlernen dürfen und die uns erlauben, ihre Einstellung zu Tieren zu erfahren.

Unser Tipp

Hochlandrinder in Freilandhaltung zu betreuen, bedeutet tägliches Arbeiten unter den jeweiligen Außentemperaturen. Ob Hitze, Regen, Schnee, eisige Temperaturen – der tägliche Kontrollgang, die Sorge um saubere Liegeplätze und das Füttern im Winter dulden kein Verschieben. Man gewöhnt sich sehr schnell daran, die passende Kleidung dafür zu suchen. Zur Zeit der Abkalbung gilt es, das richtige Gleichgewicht zwischen Abwarten können und Eingreifen zu finden. Hochlandrinder kalben in der Regel ohne fremde Hilfe, doch es gibt auch da kein 100%. Wir haben auf Blockabkalbung umgestellt, was bedeutet, dass wir uns in der Abkalbezeit in einem Zustand der Wachsamkeit befinden. Es ist uns zur Gewohnheit geworden, ständig ein Auge auf den Zustand der Herde zu haben und auffälliges Verhalten auch immer wieder dahingehend zu hinterfragen, was neben anderen Ursachen ich als Mensch möglicherweise gerade dazu beitrage.


Biohof Thauerböck

© Thauerböck
Betriebsdaten
Eva und Markus Thauerböck
4280 Königswiesen
E
www.mantanka.net
12 Milchkühe mit Nachzucht
Tiefstreulaufstall

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Intensive Mensch-Tier Beziehung und muttergebundene Kälberaufzucht

Wir achten auf verschiedensten Ebenen auf eine harmonische Beziehung zu unseren Tieren. Unter anderem kommunizieren wir mit unseren Tieren über die Mantanka®* Methode und wenden die Tierkinesiologie* aktiv an. So können wir optimal auf ihre Bedürfnisse eingehen.
Unsere Kälber wachsen bei ihren Müttern auf. Das Kalb bekommt so von Anfang an die Zuneigung von seiner Mutter mit und die Kuh kann ihre Muttergefühle ausleben. Die Kälber wachsen gut, sind viel vitaler und fressen schon noch ein paar Tagen auf der Weide oder beim Futtertrog mit.
Tierwohl bedeutet für uns Natürlichkeit leben. Unser Jerseystier Jimmy geht in der Herde mit. Er sorgt für Ruhe und übernimmt die Belegungen.

Unser „Warum und wieso“

Auf unserem Hof legen wir das Hauptaugenmerk auf das Wohlbefinden der Herde. Wir leben den Leitspruch: „Geht es unseren Mitarbeiterinnen gut, geht es dem Chef gut.“ Wir beobachten viel. Unsere Tiere stecken beim Liegen den Kopf wie ein Schwan in die Schulter oder sie liegen voll ausgestreckt auf der Weide. Werden sie gekrault, legen sie den Kopf richtig in die Hand. Sie machen einen rundum zufriedenen Eindruck. Das ist uns Bestätigung genug, dass wir am richtigen Weg sind.

Die Idee verwirklicht

Viele Ideen für unsere Art der Betriebsführung holten wir uns in Spezialausbildungen und bei Betriebsbesichtigungen, so auch die der muttergebundenen Kälberaufzucht. Die Kühe bekommen ihr Kalb entweder auf der Weide oder im Stall. Sie werden danach gemeinsam in die Abkalbebox gebracht. Abhängig vom Wohlbefinden der Kuh bleiben sie dort ein bis zwei Tage. Anschließend kommen sie wieder in die Herde.

Im Sommer sind die Kühe Tag und Nacht auf der Weide. Im Winter können sie sich in einem mit Fressraufen ausgestatteten Außenbereich aufhalten. Dort steht ihnen eine große eingestreute Liegefläche zur Verfügung, auf der sie in Gemeinschaft abliegen können, wie im Sommer auf der Weide. Beim Melken werden die Kühe kurz fixiert. Das Kalb ist währenddessen immer bei der Mutter. Danach geht es wieder gemeinsam zum Rest der Herde.
Unsere Kalbinnen werden von einem Partnerbetrieb aufgezogen. Wir holen sie zwei Monate vor der Geburt schon wieder auf den Betrieb, damit sie sich wieder an die neue Umgebung und den Stall gewöhnen können.

Unser Tipp

Manchmal geht das Absetzen von der Mutter schneller, manchmal braucht es mehr Geduld. Normalerweise laufen die Kälber zwei bis drei Monate mit der Mutter mit.

  • *Mit der Mantanka Methode wird intuitiv auf das Tier eingegangen und mit ihm Kontakt aufgenommen, d.h. die Sprache des Tieres wird interpretiert und so mit ihm kommuniziert. Dadurch ist es möglich, kranke Tiere bei der Heilung zu unterstützen oder auch die Mensch-Tier-Bindung zu intensivieren.
  • * Über die Tierkinesiologie kann das Energiesystem des Tieres getestet und mit entsprechenden Übungen gestärkt werden.

Kärnten

Biohof Missoni

© Missoni
Betriebsdaten
Waltraud und Franz Missoni
9062 Moosburg, Kärnten
E
6 bis 7 Mutterkühe,
1 bis 2 Tiere für die Nachzucht
5 Mastrinder
5 Bienenstöcke
Hühner für den Eigenbedarf
Laufstall mit Tiefstreu-Liegefläche, am Fressplatz Spaltenboden;
Der Betrieb wird im Nebenerwerb geführt.

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Viel Platz zum Liegen und Bewegen

Wir achten auf unserem Hof besonders darauf, dass die Tiere genug Platz für Bewegung haben und ihr arttypisches Verhalten ausleben können. Im Stall steht ihnen mehr Platz zur Verfügung als vorgeschrieben ist. Sie können jederzeit in den Auslauf. Sobald es draußen grün wird, sind sie auf der Weide. Das großzügige Platzangebot wirkt sich positiv auf das Verhalten der Herde aus. Die Tiere sind ruhiger und auch gesünder.
Im Herbst scheren wir alle Tiere, die älter als ein Jahr sind. Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, die aber gut investiert ist. Durch das kurze, dichte Fell verschmutzen die Tiere weniger. Saubere Tiere sind weniger anfällig für Hautkrankheiten und Hautparasiten.
Unsere Tiere machen rundum einen gesunden Eindruck. Auch die Leistungsdaten wie Zwischenkalbezeit, die täglichen Zunahmen und die Tiergesundheit bestätigen uns, dass alles in Ordnung ist.

Unser „Warum und wieso“

Wir führen unseren Betrieb im Nebenerwerb. Im alten Stall mussten wir viele Arbeiten noch mit der Hand erledigen. Aus zeitlichen und familiären Gründen haben wir uns schlussendlich entschlossen, von Milchkühen auf Mutterkühe umzustellen. Wir haben den Stall in einen Offenfrontstall umgebaut. Dabei war uns wichtig, den Tieren das Ausleben ihres arttypischen Verhaltens zu ermöglichen.

Die Idee verwirklicht

Unser Stall steht in einem leicht geneigten Gelände. Wir haben den bestehenden Altstall um eine Tiefstreufläche und einen Fressplatz erweitert. Die Liegefläche liegt einen Meter tiefer als der Fressplatz. Die Kühe gehen über drei Stufen hinunter, wenn sie sich nach dem Fressen niederlegen möchten. Der Fressplatz ist nur zur Hälfte überdacht und mit einem Selbstfanggitter und einem Spaltenboden ausgestattet. Im Altstall befinden sich ein Kälberschlupf, die Abkalbebox, zwei Anbindestände sowie der Hühnerstall.
Ausgemistet wird zweimal im Jahr, wenn die Tiefstreufläche soweit angewachsen ist, dass keine Niveauunterschied zum Fressplatz mehr besteht. Nach jedem Ausmisten wird der Liegebereich mit dem Hochdruckreiniger gründlich gereinigt.

Unser Tipp

Die Tiergesundheit und Wasserversorgung hängen eng zusammen. Die Wasserstellen müssen im Stall so angebracht sein, dass sie für die Tiere jederzeit erreichbar sind und wenig mit Futterresten verschmutzt werden. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass auch bei kleinen Beständen zwei Tränken notwendig sind. Der Wassertrog für die Kälber muss in der für sie richtigen Höhe montiert sein. Wir haben mittlerweile im Kälberschlupf ein Tränkebecken mit Schwimmer aufgestellt.


Biohof Salcher

© Salcher
Betriebsdaten
Fam. Salcher
vlg. Hartler
9653 Liesing, Kärnten

W www.lesachtaler-fleisch.at
278 Berghöfekatasterpunkte/
Gruppe 4, extreme Erschwernis
18 Mutterkühe
13 Mastrinder
8 Mastschweine
Tiefstreustall
Urlaub am Bauernhof
Eigener Schlachtbetrieb „Lesachtaler Fleisch“

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Horntragende Rinder und angepasste alte Rassen

Unsere Mutterkühe gehören alten Rassen an, die mit den Bedingungen bei uns gut zurechtkommen. Wir haben Pinzgauerkühe und Blondvieh auf unserem Hof. Alle Kühe tragen ihre Hörner. Auch bei den Kälbern verzichten wir aufs Enthornen. Uns ist wichtig, dass unsere männlichen Kälber bei uns am Hof aufwachsen. Sie werden kastriert und verwerten als Ochsen unser Grünland. Geschlachtet werden die Rinder in unserem eigenen Schlachtbetrieb. Das erspart ihnen lange Transportstrecken, viele Qualen und Stress.

Unser „Warum und wieso“

Ich sehe es als Biobauer als meine „Pflicht“ an, darauf zu achten, dass es meinen Tieren gut geht.

Die Idee verwirklicht

Bei der Betriebsübernahme im Jahr 2005 wurde ein Tiefstreulaufstall für die Mutterkühe gebaut. Die Tiere können darin frei abliegen und ihre sozialen Bedürfnisse ausleben. Beim Stallumbau haben wir darauf geachtet, dass genügend Platz zur Verfügung steht und keine Sackgassen entstehen.
Im Sommer sind unsere Tiere auf der Weide. Im Stall wird ausschließlich belüftetes Heu gefüttert. Wir haben uns bewusst für zwei alte Rassen entschieden, weil diese zu unserem Hof passen und mit den Bedingungen in 1100 Metern Seehöhe sehr gut zurechtkommen.

Unser Tipp

Wir sind täglich bei unseren Mutterkühen und nehmen uns viel Zeit für die Tierbeobachtung. Der intensive Kontakt wirkt sich positiv auf das Verhalten der Tiere gegenüber uns als Betreuer aus. Eine ruhige Herde reduziert nebenbei auch die Gefahr von schweren Verletzungen beim Umgang mit den Tieren.


Biohof Winkler

© Winkler
Betriebsdaten
Martin Winkler
9762 Weißensee
E
7 Milchkühe
8 Tiere für die Nachzucht
Hühner für den Eigenbedarf
Laufstall mit Hochliegeboxen, Spaltenböden mit
Gummimatten
Neben der Milchwirtschaft wird Urlaub am Bauernhof
angeboten.

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Natürliches Verhalten ohne Einschränkung

Unsere Devise lautet: „Viel Platz, viel Weide, viel Bewegung“. Wir achten darauf, dass die Tiere ihr natürliches Verhalten ausleben können und sich bei uns am Hof wohlfühlen.

Unser „Warum und wieso“

Wir führen unseren Betrieb im Nebenerwerb. Neben der Milchviehwirtschaft bieten wir noch Urlaub am Bauernhof an. Uns ist wichtig, dass die Gäste einen positiven Eindruck von unserer Tierhaltung mit nach Hause nehmen. Je mehr wir unseren Tieren ein Umfeld bieten, indem sie sich wohlfühlen, desto ruhiger sind sie.

Die Idee verwirklicht

Im Sommer sind die Milchkühe Tag und Nacht auf die Weide. Nur wenn es draußen zu heiß ist – während der Mittagszeit und am Nachmittag – bleiben sie im Stall. Dort ist es für sie kühler und sie sind besser vor Insekten geschützt. Auch unsere Kälber sind schon fleißige Graserinnen. Die Kälberweide ist gleich hinterm Stall, wo wir immer einen Blick auf die Tiere werfen können.
Im Stall haben wir den Spaltenboden mit einer Gummimatte abgedeckt. Die Kühe kommen so trittsicher vom Futtertisch,zur Tränke und zur Liegebox. Wir misten den Stall zweimal täglich händisch aus und streuen nach. Die Tiere nehmen die sauberen und bequemen Liegeflächen gerne an.

Unser Tipp

Viel Platz anbieten und die Tiere laufend beobachten. Ihr Verhalten zeigt uns, wo wir etwas ändern müssen.


Biohof Hasentrattner

Betriebsdaten
Natascha und Andreas Rimbrecht
9545 Radenthein
E
W www.hasentrattner.at

4 Milchkühe mit Nachzucht
8 Saanenziegen
4 Schwäbisch-Hällische Schweine
40 Hühner
2 Ponys
Laufstall mit Tiefstreu-Liegefläche

Unser „Extra“ beim Tierwohl – Das natürliche Verhalten möglich machen

Die seltene Hinterwälder-Kuh zählt zu den kleinsten mitteleuropäischen Rinderrassen. Auf unserem Bergbauernhof auf 1300 m Höhe genießen vier Kühe 365 Tage im Jahr die Weide und den Auslauf. Auch wenn Schnee liegt, gehen sie gerne hinaus. Stolz tragen sie ihre Hörner, wenn sie auf den steilen Weiden grasen. Ihr Futter ist kräuterreich und hat einen niedrigen Energiegehalt. Auf unserem Hof sind das geringe Gewicht und das genügsame Fressverhalten der Hinterwälder von großem Vorteil. Zum natürlichen Verhalten von Rindern gehört für uns auch der Kuh-Kalb-Kontakt nach der Geburt. Die Kälber dürfen mindestens drei Monate bei der Mutter trinken. Die Kuh wird trotzdem noch gemolken. Unsere Kühe sind für uns Mitarbeiterinnen und Familienmitglieder zugleich.

Unser „Warum und wieso“

Es ist für uns selbstverständlich, dass es den Tieren gut gehen soll und wir eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen haben. Wir möchten unsere Kühe viele Jahre bei uns behalten – unsere beiden ältesten sind bereits 14 und 8 Jahre alt. Frische Luft, Bewegung und das artgerechte harmonische Zusammenleben der Kuh-Familie fördern das Wohlergehen von Tier und Mensch. Für uns stand es nie zur Diskussion, es anders zu machen. Unsere Herde ist klein. Dadurch kennen wir jedes Tier sehr gut. Jede Kuh hört auf ihren Namen und hat ihren festen Platz beim Fressen und in der Herde.

Die Idee verwirklicht

Wir haben unseren Hof gekauft. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Tiere da und wir konnten alles nach unseren Vorstellungen einrichten. Der alte Anbindestall wurde in einen Laufstall mit Fangfressgitter, eine große eingestreute Liegefläche und einen Melkstand umgebaut. Unsere Kühe konnten somit gleich in den neu gestalteten Stall einziehen. Wir behalten nur die Nachzucht von den eigenen Tieren. So bleibt die Herdenstruktur stabil und es gibt keinen Stress durch zugekaufte Rinder.

Unser Tipp

Im Sommer bewegen sich unsere Kühe auf über fünf Hektar bergigem Weideland. Wir sind einige Zeit zu Fuß unterwegs, wenn wir sie zum Melken holen. Das ist sehr zeitaufwändig, aber die gute Milch und die zufriedenen Tiere belohnen uns für den Aufwand. Unsere Kühe haben sehr große Hörner. Damit sie sich beim Fressen nicht gegenseitig verletzen, haben wir beim gekauften Schwedengitter noch Abtrennungen aus Holz angebracht. Generell steht ihnen im Stall viel Platz zur Verfügung. So ist es trotz Hörnern, noch nie zu Verletzungen gekommen.