Bio Fuchs Wettbewerb – Dunggabel Fam. Ölzant

© Ölzant

Eine gute Idee praxistauglich umgesetzt

3. Preis beim BIO AUSTRIA Bio-Fuchs Wettbewerb

Woche für Woche ist die in der Breite verstellbare Dunggabel am Bio-Zuchtsauenbetrieb Ölzant in Brand im Waldviertel im Einsatz. Gebaut wurde sie im Zuge der Diplomarbeit von Sohn Stefan und seinem Schulkameraden Matthias Winkelbauer an der HBLFA Wieselburg. „Auf das Thema für meine Diplomarbeit bin ich beim Ausmisten gekommen“, antwortet Stefan Ölzant auf die Frage, warum er überhaupt auf die Idee gekommen ist, eine verstellbare Dunggabel zu bauen. „Der Stall wird bei uns mit dem Radlader ausgemistet. Der Mistgang ist so breit, dass mit der alten Dunggabel zweimal gefahren werden musste. Wenn man dann beim Rückwärtsfahren nach hinten geschaut hat, konnte es leicht passieren, dass man vorne mit der Dunggabel die Aufstallung beschädigte, weil der Radlader beim Lenken sofort reagiert.“

Von Grund auf durchdacht

Für die beiden Jungtechniker war es selbstverständlich, alles selbst zu planen, zu zeichnen und zu bauen. Insgesamt brauchte es cirka 250 Arbeitsstunden bis die Dunggabel einsatzfähig war. Die benötigten Teile wurden im Landtechnikcenter im Nachbarort oder übers Internet besorgt. Geschweißt und geschraubt wurde dann in der hofeigenen Werkstatt. Die neue Dunggabel kann je nach Bedarf vom Radlader aus stufenlos hydraulisch in der Breite verstellt werden. Möglich ist dies durch eine dreiteilige Rückwand. Der mittlere Wandteil mit einer Breite von 1,5 Metern ist fix. Die beiden äußeren Teile mit jeweils zwei zusätzlichen Zinken können mittels Hydraulikzylinder beiderseits um 25 cm ausgefahren und auch wieder eingezogen werden. Beim Mistaufnehmen steht somit eine Arbeitsbreite von zwei Metern zur Verfügung. Die beiden vorletzten Zinken auf jeder Seite sind beweglich. Sie bleiben beim Ausfahren der Dunggabel nach 18 cm stehen. Somit ist der Abstand zwischen allen Zinken im ausgefahrenen Zustand gleich groß. Am Außenrand läuft die Rückwand nach oben hin konisch zusammen. Auch das ist bewusst so geplant und gebaut worden. „Die alte Gabel hatte eine gerade Rückwand. Wenn man da beim Fahren nicht genau aufgepasst hat, ist man bei hervorstehenden Teilen, zum Beispiel den Riegeln der Boxentüren hängengeblieben. Mit der konischen Form der Rückwand passiert das nicht mehr“, berichtet Stefan von seinen Erfahrungen.

Gleich mitgedacht

Beim Bau der neuen Gabel wurde ein weiteres Problem gleich mitgelöst. „Wenn früher der Miststreuer schon bis zu einer gewissen Höhe befüllt war, konnte die Gabel nicht mehr ganz ausgeleert werden, weil die Zinken beim Kippen in den Miststreuer hineinragten. Es war somit nicht möglich, den Anhänger ganz anzufüllen.“ Die beiden jungen Techniker funktionierten den mittleren Teil der Rückwand gleichzeitig zu einem Entladeschild um. Beim Entladen wird es oben hydraulisch nach hinten gezogen, dadurch wird der Mist bei waagrechter Stellung der Zinken abgestreift.

Vorteile klar erkennbar

Seitdem die verstellbare Gabel im Einsatz ist, haben sich die Schäden an der Aufstallung deutlich reduziert. Gleichzeitig ist am Bio-Betrieb Ölzant jetzt mehr Zeit für andere Arbeiten zur Verfügung. Ein Effekt, der eventuell für die Umsetzung von neuen Ideen genutzt werden könnte. An diesen mangelt es dem jungen Techniker nicht.