Die Entwicklung des österreichischen Bio-Getreidehandels

Die Entwicklung des biologischen Getreidehandels in Österreich bis 2030 kann anhand einer Szenario-Analyse abgeschätzt werden und mögliche Entwicklungen durch die Integration in die Unternehmensstrategie von UnternehmerInnen aktiv genutzt werden.

„Die Entwicklung des biologischen Getreidehandels in Österreich bis 2030 – Erarbeitung anhand einer Szenario-Analyse“ ist der Titel der Masterarbeit von Lisa-Maria Schrittwieser, die an der Austrian Marketing University / FH-Campus Wieselburg 2018 fertiggestellt wurde. Die Erarbeitung der Entwicklung erfolgte durch eine modellgestützte Szenario-Analyse und eine Schlüsselfaktorbewertung von ExpertInnen aus dem Handels-, Verbands- und Landwirtschaftskammerbereich. Unter anderem wurde ein Experteninterview mit Herrn Mag. Mittermayr, Geschäftsführer der BIO AUSTRIA Marketing GmbH, durchgeführt.
Die Arbeit beantwortet die Forschungsfrage „Welche Einflussfaktoren haben den größten Einfluss auf die Entwicklung des biologischen Rohstoffhandels mit Getreide in Österreich bis zum Jahr 2030?“ und stellt drei potenzielle Entwicklungen der Branche dar. Das „Denken der Zukunft im Voraus“ kann von Unternehmen vorwiegend dazu verwendet werden sich auf künftige Änderungen möglichst früh einzustellen und ihre Unternehmensstrategien auf diese abzustimmen, weshalb Frau Schrittwieser, die selbst als Geschäftsführerin der MKL Schrittwieser GmbH tätig ist, diesem Thema ihre Arbeit gewidmet hat.

© Schrittwieser

Fünf Einflussbereiche konnten für die Branche identifiziert werden – Politik & Recht, Ökonomie, Ökologie, Technologie, Unternehmen. Diesen Bereichen lassen sich insgesamt 13 Schlüsselfaktoren zuordnen wie in der Grafik dargestellt. Durch die Bewertung der Schlüsselfaktoren von sieben ExpertInnen bzw. ExpertInnenteams konnte festgestellt werden, dass die Agrarpolitik und die Getreideproduktion als aktive Faktoren die Entwicklung der Branche stark beeinflussen und als Treiber für diese angesehen werden können. Auch in den Szenarien spiegelt sich dieser aktive Einfluss wieder, da durch agrarpolitische Förderungen der Bio-Landwirtschaft auch die Zahl an Umstellerbetrieben weiter zunehmen kann und durch den Anstieg der Produktionsmengen wiederum Preisänderungen entstehen können.

Insgesamt wurden in der Arbeit drei Zukunftsszenarien für die Branche erstellt. Der Best-Case „Vormarsch für die Bio-Getreidehandelsbranche“ beschreibt den Fall des Wachstums der Bio-Getreideflächen und Nachfrage. Als Trend-Case ergibt sich, dass es zu einem gesunden Wachstum kommen wird, was wiederum die Branche auf stabilen Kurs hält. Die Annäherung an den Worst-Case „das bisher schlechteste Jahr“ stellt wie schon im Namen zu lesen die schlechteste Entwicklung der Branche dar, die sich durch ein Monopol eines Unternehmens anstatt eines belebten Marktes ergeben kann.
Für die Entwicklung der Branche gibt es Störereignisse, die abrupt auftreten können und massiven Einfluss haben würden. Die ExpertInnen sehen als solche Störereignisse einen Skandal im Bio-Bereich, die Schaffung eines neuen Förderprogramms für biologischen Ackerbau, massive Bewusstseinsbildung, gesetzliche Einschränkungen des konventionellen Bereichs aber auch eine Atomkatastrophe. Diese Ereignisse würden den Entwicklungsweg der Branche, auf dem sie sich befindet, massiv verändern.

Bei Fragen zu den Ergebnissen bitte um Kontaktaufnahme bei:

Lisa-Maria Schrittwieser, M.A.
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